PPAs in EEG-Novelle und Netzregulatorik
Das Impulspapier der Marktoffensive Erneuerbaren Energien greift die Effekte aktueller Regulatorikvorhaben wie EEG und AgNes-Prozess auf erneuerbare Stromvermarktung und PPAs auf
Kohärenter Investitionsrahmen für PPAs notwendig
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll bis 2030 auslaufen. Wie sieht das Zielbild für die Zeit danach aus? Eine echte Marktintegration erfordert, dass Power Purchase Agreements (PPAs) nicht als "Beiwerk" staatlicher Förderung gesehen werden, sondern als erste Wahl für den effizienten Zubau. Hierfür braucht es klare Akzente in der EEG-Novelle und Netzregulatorik. PPAs bieten die Möglichkeit, sich mittel- und langfristig gegen steigende Strompreise abzusichern. Aus Sicht der Marktoffensive Erneuerbare Energien ist ein kohärenter Investitionsrahmen notwendig, der eine komplementäre Ausgestaltung des ungeförderten und geförderten Ausbaus in den Mittelpunkt stellt. Als Ausgangsbasis sollte das Prinzip gelten: “So viel Markt wie möglich – und so viel Förderung wie nötig.”
Kernbotschaften des Impulspapiers “PPAs in EEG-Novelle und Netzregulatorik”
- Die Stärkung des PPA-Markts ist industriepolitisch geboten und kein Selbstzweck. Langfristige Absicherungsmöglichkeiten im Markt ermöglichen Unternehmen die Diversifizierung und Preisabsicherung ihres Stromeinkaufs.
- Regulatorische Unsicherheit: Der deutsche PPA-Markt ist im europäischen Vergleich ins Mittelfeld zurückgefallen. Es fehlen klare Signale, die über einen geeigneten Investitionsrahmen eine verstärkte Marktintegration Erneuerbarer ins Zentrum stellen.
- Keine Perspektive für marktlichen Zubau im EEG: Erhöhte Ausschreibungsmengen und -grenzen, die Ausgestaltung des Refinanzierungsbeitrages und nicht wirksame Wechselmöglichkeiten erhöhen die Pfadabhängigkeit und schwächen den ungeförderten Ausbau.
- Finanzierungsperspektive von PPAs nicht adressiert: Die bislang nicht eingeführte cashflowbasierte Risikoabsicherung und fehlende Schnittstellen zum EEG-geförderten Zubau schwächen den Zugang zur Finanzierung und verhindern den Zugang von Gewerbe und Industrieunternehmen zu PPAs.
- Asymmetrische Belastung bei Netzentgelten: Erzeugerseitige Netzentgelte benachteiligen ungeförderte PPA-Projekte gegenüber geförderten Projekten strukturell.