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26.05.26 Internationale Partnerschaft Global vernetzen

Deutsch-polnische Zusammenarbeit im Energiesektor

Großes Potenzial für Europas Energiesicherheit

Deutschland und Polen feiern dieses Jahr den 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages. Nach dem Ende des Kalten Krieges bildete er das Fundament für die freundschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Länder und trug seitdem dazu bei, enge Verbindungen auf politischer, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene aufzubauen.

Dennoch wird die Rolle und Bedeutung unseres östlichen Nachbarn hierzulande häufig noch unterschätzt. Polen zählt bereits seit Jahren zu Deutschlands wichtigsten Handelspartnern und hat sich zu einem der dynamischsten Wirtschaftsräume der EU entwickelt. Mit einer starken Industrie, hohen Investitionen, einem konsequenten Ausbau moderner Infrastruktur und der Transformation seines Energiesystems hat Polens Einfluss in Europa stark zugenommen. 

Impressionen vom 3. Deutsch-Polnischen Energiewendeforum

Frau steht am Rednerpult vor Publikum in einem Konferenzraum mit zwei großen Bildschirmen, einer zeigt den Titel '3rd German-Polish Energy Transition Forum' und der andere den Namen 'Kristina Haverkamp'
Kristina Haverkamp, dena-Geschäftsführerin, auf dem 3. Deutsch-Polnischen Energiewendeforum in Warschau.
Podiumsdiskussion mit sechs Personen vor Publikum in einem Raum mit lila Beleuchtung und einer Präsentation zum 3rd German-Polish Energy Transition Forum
Rund 100 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Industrie, Think Tanks und Wissenschaft nahmen am Jahrestreffen der Deutsch-Polnischen Energieplattform teil.
Drei Personen auf einer Bühne vor Publikum in einem Konferenzraum mit lila Beleuchtung und Präsentationsbildschirm im Hintergrund
Unter dem Motto „Eine starke Partnerschaft für Europas Energiesicherheit“ ging es um energiepolitische Herausforderungen in beiden Ländern und in Europa.
Sechs Personen sitzen auf einer Bühne vor einem Bildschirm mit dem Text '3rd German-Polish Energy Transition Forum' und diskutieren in einem Forum mit lila Beleuchtung
Expertinnen und Experten diskutieren Chancen für eine wettbewerbsfähige Industrie durch Dekarbonisierung, einer stärkeren Vernetzung mittels Interkonnektoren und dem Schutz von Energieinfrastruktur.

Stärkere Zusammenarbeit für europäische Energiesouveränität

Eine stärkere Zusammenarbeit beider Länder ist ein wichtiger Schritt hin zur europäischen Energiesouveränität. Sie teilen ein gemeinsames Interesse an wettbewerbsfähigen Energiepreisen, resilienten Infrastrukturen und innovativen Technologien. Eine enge Abstimmung dazu wirkt sich positiv auf die Erarbeitung gemeinsamer Positionen und Strategien auf europäischer Ebene aus und stärkt so die Handlungskompetenz der EU. 

Einen wichtigen Beitrag leistet dabei die Deutsch-Polnische Energieplattform mit dem jährlich stattfindenden bilateralen Energiewendeforum. Auf dem Forum kommen führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beider Länder abwechselnd in Warschau und Berlin zusammen. Sie tauschen sich zu zentralen energiepolitischen Fragen aus und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze. 

Blick auf die Stadt mit einer Brücke, einer Kirche mit grünem Dach und zwei Türmen, roten Dächern und einem Fluss im Vordergrund.

Deutsch-Polnische Energieplattform (DPEP)

Ziel: Die Energiewende in Deutschland und Polen durch gemeinsame Projekte vorantreiben.

Themen: Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Förderung, Gebäude, Gesetzlicher Rahmen, Innovation, Internationale Partnerschaft, Kommunen, Wärmewende, Global vernetzen

Laufzeit: seit 2021

Diesjähriges Forum unter dem Motto „Securing Europe´s Energy Future“

Beim 4. Deutsch-Polnischen Energiewendeforum, das am 9. Juni 2026 in der Botschaft der Republik Polen in Berlin stattfinden wird, stehen Fragen der Energie- und Versorgungssicherheit im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Securing Europe´s Energy Future“ diskutieren Expertinnen und Experten angesichts der geopolitischen Lage und der Verwerfungen an den globalen Energiemärkten Strategien für eine diversifizierte und resiliente Energieversorgung. Dazu nehmen sie insbesondere den Ausbau der Offshore-Windenergie in der Ostsee sowie die Rolle der Kreislaufwirtschaft für eine wettbewerbsfähige Industrie in Europa in den Blick. 

Deutschland und Polen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Beide Länder müssen ihre Energiesysteme transformieren, industrielle Wertschöpfung sichern und gleichzeitig ihre Abhängigkeit von Importen reduzieren. Die Länder beschreiten dabei unterschiedliche Wege. Doch gerade der unterschiedliche Energiemix kann die Stabilität und Resilienz der gesamten Region erhöhen.

Vernetzung und grenzüberschreitende Kooperationen mit vielen Vorteilen

Entscheidend dabei sind grenzüberschreitende Kooperationen und eine stärkere Vernetzung beider Energiesysteme. Gemeinsam können Deutschland und Polen so die Versorgungssicherheit erhöhen, Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren und gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien effizienter gestalten. Dem Ausbau und der Modernisierung der Energieinfrastruktur kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, damit die unterschiedlichen nationalen Energiemixe strategische Vorteile bringen können.       

Beide Länder treiben den Ausbau der Offshore-Windenergie voran. Die Ostsee entwickelt sich damit zu einem zentralen europäischen Energieraum. Gemeinsame Netzinfrastrukturen, koordinierte Planungsverfahren und grenzüberschreitend Wertschöpfungsketten können den Ausbau beschleunigen und gleichzeitig wirtschaftliche Impulse für beide Länder liefern. Dabei geht es nicht allein um Energieproduktion – auch Hafenstandorte, Logistik, Fachkräfteentwicklung und industrielle Zulieferstrukturen profitieren von einer engeren Kooperation.  

Deutsch-Polnischen Energieplattform

2021 wurde mit der Deutsch-Polnischen Energieplattform ein wichtiger Rahmen für den bilateralen Austausch zu Themen rund um die Energiewende wie Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung geschaffen. Zentrale Ziele der Zusammenarbeit sind dabei, voneinander zu lernen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und konkrete Kooperationsprojekte voranzubringen.  

Koordiniert wird die Plattform im Auftrag des Auswärtigen Amtes durch die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit ihrem polnischen Partner KAPE und in Zusammenarbeit mit einem starken Netzwerk von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beider Länder. So sind belastbare Netzwerke und neue Projekte entstanden, die wichtige Impulse für die europäische Energiezusammenarbeit setzen.

Thema Kreislaufwirtschaft wird wichtiger

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien gewinnt das Thema Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Die Energiewende benötigt große Mengen an Rohstoffen und Materialien – von Stahl über Kupfer bis hin zu zentralen Komponenten technischer Anlagen. Vor dem Hintergrund gestörter bzw. verwundbarer Lieferketten werden die Wiederverwendung und das Recycling dieser Materialien immer wichtiger. Deutschland und Polen verfügen dabei über starke industrielle Kompetenzen, die sich hervorragend ergänzen. 

Die Energiewende ist somit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine industrie- und sicherheitspolitische Aufgabe. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit bietet enormes Potenzial, diese Aufgabe gemeinsam besser zu bewältigen. 

Hiermit lade ich Sie ein, auf dem 4. Deutsch-Polnische Energiewendeforum Lösungswege und -strategien mit uns zu diskutieren.

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Profilbild der Geschäftsführerin Kristina Haverkamp
Kristina Haverkamp Geschäftsführerin

Kristina Haverkamp ist seit Oktober 2015 Geschäftsführerin der dena. In dieser Funktion verantwortet sie den kaufmännisch-administrativen Bereich sowie die Themenschwerpunkte Nachhaltigkeit im Verkehr und internationale Kooperationen. Sie studierte Jura in Deutschland, der Schweiz und den USA. Ihre Karriere startete sie im Auswärtigen Amt als Referentin für internationale Umweltpolitik und später als Berichterstatterin für den Verkehrsbereich im Bundeskartellamt. Danach war sie im Bundeswirtschaftsministerium, im Bundesfinanzministerium sowie an der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU tätig. Dort betreute die Ministerialrätin zuletzt als Leiterin der Wirtschaftsabteilung unter anderem die Themenbereiche Energie- und Umweltpolitik sowie Industrie- und Mittelstandspolitik. Kristina Haverkamp ist Mitglied des Präsidiums des Weltenergierats – Deutschland e. V. und des Kuratoriums von Clean Energy Forum gGmbH.