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11.06.26 Erneuerbare Energien Gebäude Wärmewende Gebäude & Räume umbauen

Wärmepumpen in der Praxis

Viele Wärmepumpenmodelle sind effizient, leise und wirkungsvoll – auch in nicht-sanierten Gebäuden

Angesichts der immer größeren Verbreitung von Wärmepumpen ist es Zeit für einen genaueren Blick auf die Technik. Mehr als zwei Millionen Wärmepumpen arbeiten bereits in Deutschland. 2025 waren Wärmepumpen zum ersten Mal die meistverkaufte Heiztechnik. 

  • Wie effizient arbeiten die Wärmepumpen und halten sie dabei Grenzwerte ein? 
  • Wie leise arbeiten Wärmepumpen und wie groß sind die Unterschiede zwischen Normleistungspegel und maximalem Schallleistungspegel? 
  • Wieviel Strom kann durch den Tausch von Heizkörpern und die Absenkung von Temperaturen im Heizkreis eingespart werden? 
  • Welche Jahresarbeitszahlen erreichen Wärmepumpen unter realen Bedingungen?
Balkendiagramm zeigt den Anteil verschiedener Heizsysteme von 2015 bis 2025 mit steigendem Anteil der Wärmepumpe und sinkendem Gas-Brennwertanteil

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Viele Wärmepumpen liegen über Effizienzgrenzen

Mehr als 8000 Gerätevarianten stehen für Kundinnen und Kunden zur Wahl. Die Modellvielfalt für Wärmepumpen ist groß, besonders im kleineren und mittleren Segment bis 15 Kilowatt (kW) Leistung. Doch die Effizienz der Geräte variiert und die Auswahl eines Geräts beeinflusst die späteren Heizkosten. Damit die Wärmepumpen förderfähig sind, gelten klare Effizienzgrenzen für die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ETAs von mindestens 125 Prozent bei Mitteltemperatur und mindestens 140 Prozent bei Niedertemperatur bei Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die allermeisten Wärmepumpenmodelle liegen dabei deutlich darüber. Bei Niedertemperaturanwendung liegt der Median bei 186 Prozent, was einem SCOP (Seasonal Coefficent of Performance) von 4,6 entspricht. Ein Vergleich der Geräte anhand der BAFA-Liste zeigt die Unterschiede und stellt den Kauf eines effizienten Modells sicher.

Balkendiagramm zeigt Anzahl der förderfähigen Wärmepumpenmodelle bis 15 kW nach saisonaler Raumeffizienz in Prozent für Mitteltemperatur- und Niedertemperaturanwendung

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Wärmepumpen mit unterschiedlicher Lautstärke

Bei der Lautstärke jedoch gibt es eine große Bandbreite, gerade im Leistungsbereich für Einfamilienhäuser (<15kW). Dort liegt der Schallleistungspegel von Wärmepumpen bei gleicher Heizleistung zwischen 40 und 75 dB(A). Einige Geräte erfüllen die Grenzwerte der Bundesförderung für effiziente Gebäude nicht – im Scatter-Plot ist der Bereich in Rot dargestellt. Es gibt aber auch einige Geräte, die besonders geringe Werte von weniger als 40 dB(A) erreichen. Zur Einordnung: Eine Erhöhung des Pegels um 10 dB(A) entspricht einer empfundenen Verdopplung der Lautstärke. Diese Spanne an verfügbaren Produkten zeigt jedoch auch, dass unter lärmsensiblen Randbedingungen – beispielsweise in einer eng bebauten Reihenhaussiedlung – das Risiko für Geräuschbelastungen durch eine geeignete Produktwahl deutlich reduziert werden kann. Viele Wärmepumpen arbeiten leiser als ein normales Gespräch.

Punktdiagramm zeigt Schallleistungspegel in dB(A) von rund 2000 Wärmepumpen mit Nennheizleistung auf der x-Achse und maximalem sowie nominalem Pegel als farbige Linien, mit Markierung für förderfähige Geräte unterhalb einer Linie

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Heizkörper tauschen, Strom für die Wärmepumpe sparen

Wer im Zuge der Installation einer Wärmepumpe Heizkörper tauscht, kann mit der Absenkung der Temperaturen im Heizkreis, also der Vorlauftemperatur und der Rücklauftemperatur des Wassers, die Effizienz der Wärmepumpe erhöhen und den Stromverbrauch deutlich reduzieren – beispielsweise, wenn von einem alten Stahlradiator auf einen modernen Flachheizkörper vom Typ 33 umgestiegen wird. Auch ein Umstieg von einem Flachheizkörper vom Typ 22 auf den Typ 33 bringt eine Stromersparnis von 13 bis 17 Prozent, da die Vor- und Rücklauftemperatur um rund 9 Grad gesenkt werden kann.

Balkendiagramm zeigt Heizkreistemperaturen von Stahlradiator und Flachheizkörpern Typ 22 und Typ 33 mit Vorlauf- und Rücklauftemperaturen in Grad Celsius

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Wärmepumpe auch im Altbau effizient

In den Medien wurde oft die Behauptung verbreitet, Wärmepumpen würden nur in Neubauten oder in umfangreich sanierten Gebäuden gut funktionieren. Eine neue Fraunhofer-Studie zeigt dagegen, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen in 49 Gebäuden mit verschiedenen Baualtersklassen vom Altbau über den 70er Jahre Bau bis hin zum „älteren Neubau“ aus den 90er Jahren gute Jahresarbeitszahlen von über 3 erreichten. Diese steht für einen guten, wirtschaftlichen und effizienten Betrieb.

Balkendiagramm zeigt Jahresarbeitszahlen von Wärmepumpen in Altbauten nach Baualtersklassen mit Median, 25. und 75. Quartil sowie Minimal- und Maximalwerten

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Gebäudeforum klimaneutral zeigt Weg zu optimaler Wärmepumpe

Das zeigt: Nicht das Baualter, sondern eine passende Planung, Installation, Inbetriebnahme und Betriebsüberwachung bestimmen die Effizienz. Im Zuge dessen hat das Gebäudeforum klimaneutral den „Wärmepumpen-Kompass“ entwickelt mit Informationen und Tools für den Weg zu einer optimalen Anlage.