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16.09.26 Energieeffizienz Industrie Wirtschaft transformieren

Wärmepumpe und Batteriespeicher geben Impulse für die Gebäudewende

Update dena-Gebäudereport: Umstieg auf erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung setzt sich im Neubau weiter durch, im Bestand kommt er nur schleppend voran. Gebäudesolarzubau verliert an Dynamik; Batteriespeicher mit starkem Wachstum.

Die aktuellen Zahlen des dena-Gebäudereports 2026 Update September zeigen: Die Gebäudewende entwickelt sich in Deutschland je nach Marktsegment sehr unterschiedlich. Während im Heizungsbereich die Nachfrage nach Wärmepumpen deutlich steigt und Gasheizungen im Neubau an Bedeutung verlieren, geht der Ausbau von Gebäudesolar nach den geänderten Rahmenbedingen im Solarspitzengesetz und der Förderunsicherheit spürbar zurück.

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung: „Die Zahlen belegen, dass im Neubau der Umstieg auf moderne, klimafreundliche Heizsysteme schnell voranschreitet und inzwischen Standard ist. Bei Bestandgebäuden hingegen muss das Tempo erhöht werden. Hier besteht mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz und den neuen BEG-Förderbedingungen nun auch die notwendige Klarheit. Jetzt müssen wir die Regelungen verständlich vermitteln und Eigentümerinnen sowie Eigentümern Planungssicherheit für Investitionen geben. Entscheidend ist, dass die Rahmenbedingungen langfristig verlässlich bleiben.“

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Der Report zeigt auch ein starkes Wachstum bei Batteriespeichern. “Das verdeutlicht, dass die Gebäudewende künftig stärker als Technologie-Mix gedacht werden muss. Digitalisierung hat dabei eine verbindende Rolle. Mit einem forcierten Smart Meter-Ausbau können neue digitale Geschäftsmodelle entstehen, die den Umbau des Gebäudebestands forcieren”, so Enders weiter.

Wärmepumpe dominiert im Neubau, Handlungsbedarf im Bestand

Die Zahlen aus dem Update verdeutlichen, dass sich die Wärmeversorgung im Neubau merklich in Richtung erneuerbarer Energien, Strom und Fernwärme verschiebt: Zusammen kamen sie 2025 bereits auf über 89 Prozent in fertiggestellten Wohngebäuden. Zum Vergleich: 2024 waren es etwa 85 Prozent. Wichtiger Treiber war im vergangenen Jahr die Wärmepumpe mit einem Anteil von knapp 74 Prozent. Gasheizungen erreichten mit rund elf Prozent einen historischen Tiefstand.

Im Bestand dauert der Wandel deutlich länger: Gasheizungen dominierten 2025 weiterhin deutlich den Wohnungsbestand – mit einer leichten Trendwende. Nachdem ihr Anteil in den Vorjahren kontinuierlich anstieg, ging er 2023 erstmals leicht zurück und sank 2025 erneut von 56,2 auf 56,1 Prozent. Der Anteil der Wärmepumpen stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent.

Aktuelle Verkaufszahlen für Heizungsanlagen bestätigen den Trend zur Wärmepumpe: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 194.500 Wärmepumpen verkauft, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Absatz von Gasheizungen lag bei 134.000 Geräten und damit ein Prozent über dem Vorjahreswert. Bereits 2025 war die Wärmepumpe mit rund 299.000 Anlagen das meistverkaufte Heizsystem in Deutschland. Ihr Marktanteil steigt damit von 48 Prozent (2025) auf 55 Prozent (1. Halbjahr 2026). „Diesen Trend sehen wir hoffentlich bald auch bei der Gebäudeeffizienz, der Dämmung und beim Fenstertausch“, so Enders.

Gebäudesolarzubau gebremst, Speicherzubau kann zu Netzstabilität beitragen

Beim Gebäudesolarausbau zeigt der Updatebericht ein gemischtes Bild. Der Zubau von Solaranlagen ist im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent gesunken. Dennoch bleibt er auf einem hohen Niveau: Insgesamt wurde die Marke von rund 80 Gigawatt Gebäudesolar erreicht.

Deutlich positiver fällt der Blick auf Batteriespeicher aus. Im Juli wurden die Marken von 30 Gigawattstunden (GWh) Speicherkapazität und rund 2,6 Millionen Geräten erreicht. Aktuell kommen rund 47.400 neue Speicher pro Monat hinzu. Besonders stark wächst derzeit das Segment von Großbatteriespeichern. Dennoch entfällt mit rund 24 GWh der Großteil der installierten Speicherkapazität auf Heimspeicher in Wohngebäuden. Damit wächst der Speichermarkt seit über einem Jahr schneller als der Solarmarkt. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung von Flexibilität und Eigenverbrauch für die Energiewende im Gebäudesektor.

Die Daten aus dem Gebäudereport 2026 Update September sind zusätzlich als interaktive Grafiken (Bildformat) sowie als aufbereitete CSV-Dateien zum Download verfügbar: https://www.gebaeudeforum.de/wissen/zahlen-daten/gebaeudereport-2026/

Über das Gebäudeforum klimaneutral

Der Gebäudereport erscheint im Rahmen des Gebäudeforums klimaneutral. Das Projekt der dena ist die zentrale Anlaufstelle zum klimaneutralen Bauen und Sanieren in Gebäuden und Quartieren. Es stellt qualitätsgesicherte Informationen und Arbeitshilfen bereit, sorgt für Wissensaufbau im Themenfeld Innovationen und macht die Energiewende im Gebäudesektor anhand von Praxisbeispielen sichtbar. Unterstützt wird das Expertenteam des Gebäudeforums von einem kontinuierlich wachsenden Fachpartnernetzwerk aus Branchenverbänden und Vertretenden aus allen Regionen Deutschlands. Ziel des Gebäudeforums klimaneutral ist es, Wissen zu multiplizieren und so die Fortschritte der Energiewende im Gebäudebereich zu beschleunigen.

Über die Initiave Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke 

Die Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke hilft Unternehmen aller Branchen und Größen dabei, sich branchenübergreifend, branchenintern oder unternehmensintern in Netzwerken auszutauschen und Maßnahmen zugunsten von Energieeffizienz und Klimaschutz umzusetzen. Die Initiative startete 2014 als Initiative für Energieeffizienz-Netzwerke. Mit Start der zweiten Phase in 2021 wurde sie um die Themen Klimaschutz, Energiewende und Nachhaltigkeit erweitert. Aktuell wird die IEEKN von 20 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft gemeinsam mit der Bundesregierung getragen und von zahlreichen weiteren Projektpartnern unterstützt. In der jüngsten Sitzung des Steuerungskreises, dem zentralen Entscheidungsgremium der Initiative, haben Trägerverbände und die Bundesregierung ihre Absicht erklärt, die Initiative in einer dritten Phase fortzuführen. Der formale Beschluss dieser steht noch aus.

Der abschließende Monitoring-Bericht für die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke (IEEN) zeigt die Gesamtwirkungen aller Netzwerke, die in der 1. Phase der Initiative zwischen Dezember 2014 und Ende 2020 gestartet sind: Die Netzwerke haben jährliche Einsparungen von 7.283 GWh Endenergie und 2.620.000 Tonnen CO2-Äquivalenten erzielt. Laut dem aktuellen Monitoring-Bericht der IEEKN sparen die bis Ende 2025 abgeschlossenen Netzwerke der 2. Phase jährlich 2.772 GWh Endenergie und 842.000 t CO2-Äquivalente ein. Der Trend deutet darauf hin, dass Unternehmen weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Energieeffizienz unter dem Dach der Initiative leisten. 

Weitere Informationen unter: www.effizienznetzwerke.org