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Reusable waste from old houses and buildings | Wiederverwertbare Abfälle aus alten Häusern und Gebäuden
31.03.26 Gebäude Gebäude & Räume umbauen

Vom Abriss zur Ressource

Wie Kreislaufwirtschaft Wertschöpfung stärkt

Wie kann der Gebäudebestand in Deutschland zur wirtschaftlichen Ressource werden? dena-Experte José Mercado und dena-Expertin Petra van der Wielen zeigen, wie Kreislaufwirtschaft und serielle Sanierung regionale Wertschöpfung stärken und Wachstum neu denken.

Die Bauwirtschaft steht unter Druck: Klimaziele, steigende Kosten, Rohstoffabhängigkeit und Fachkräftemangel erfordern neue Strategien. Gleichzeitig liegen im deutschen Gebäudebestand über 20 Gigatonnen Materialien – ein riesiges „urbanes Rohstofflager“. Mehr als 50 Prozent des gesamten Aufkommens an Abfall und rund die Hälfte des Rohstoffverbrauchs entfallen auf Bau, Nutzung und Rückbau von Gebäuden. Wie kann daraus echte Wertschöpfung entstehen? Die Antwort liegt im intelligenten Nutzen des Gebäudebestands sowie im Wieder- und Weiterverwenden von Materialien als neue Ressource.

Kreislauffähigkeit als Motor für wirtschaftliche Modernisierung

Sanieren statt Abriss und Neubau kann bis zu 70 Prozent Emissionen einsparen und Mengen an Material im Bestand erhalten. In unserem dena-Bericht “Kreislauffähigkeit des deutschen Gebäudesektor” zeigen wir wissenschaftlich fundiert auf, dass das Wieder- und Weiterverwenden von Baustoffen und Bauteilen zunehmend eine wirtschafts- und industriepolitische Bedeutung hat: Rückbauorientiertes Planen schafft neue Sekundärmärkte. Digitale Materialpässe sorgen für mehr Transparenz und Planbarkeit. Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Hebel für neue Geschäftsmodelle, Ressourcensicherung und mehr Unabhängigkeit von Primärrohstoffen und damit die Grundlage für eine zukunftsfähige Bauwirtschaft. 

Serielles Sanieren: Skalierung trifft Kreislauffähigkeit

Serielles Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip ermöglicht durch standardisierte und industrielle Prozesse schnelles, skalierbares Sanieren des Gebäudebestands. Gleichzeitig entstehen neue regionale Produktions- und Lieferstrukturen für vorgefertigte Bauelemente. Serielles Sanieren entfaltet ihr volles Potenzial, wenn Kreislauffähigkeit von Anfang an mitgedacht wird. Das umfasst Planung, Materialwahl, Konstruktion sowie die Rückbau- und Wiederverwendbarkeit. So entsteht ein doppelter Hebel: Industrielles Skalieren und langfristiger Werterhalt von Materialien. 

Wie serielles Sanieren und Kreislauffähigkeit zusammenwirken können, zeigt der Film „Zirkularität in Serie – Impulse für kreislaufgerechte Sanierungslösungen“. Zukunftsweisende Bauprojekte wie EFH Tentzerow oder Mall of BR sprechen für sich. Konkrete Handlungsempfehlungen bietet unser Leitfaden „Kreislauffähigkeit in der seriellen Sanierung“.

Regionale Wertschöpfung aktiv gestalten

Kreislaufwirtschaft entfaltet ihre Wirkung besonders auf regionaler Ebene. Hier entstehen entlang neuer Wertschöpfungsketten Märkte für Produktion, Rückbau und Aufbereiten von Materialien. Lokale Handwerksbetriebe und Produktionsstrukturen werden gestärkt. Gleichzeitig eröffnen nachwachsende Rohstoffe wie Hanf, Miscanthus oder Stroh neue Perspektiven für die Zusammenarbeit von Bauwirtschaft und Landwirtschaft. Kurze Transportwege reduzieren Emissionen und erhöhen die Versorgungssicherheit. Es entstehen Arbeitsplätze und Importabhängigkeiten sinken.  

Fazit: Wandel als Chance

Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor ist kein Randthema, sondern die Grundlage einer zukunftsfähigen Bauwirtschaft. Sie muss zum neuen Standard werden. Nur so lassen sich Ressourcen sichern, Emissionen reduzieren und regionale Wertschöpfung stärken. Serielles Sanieren kann diesen Wandel beschleunigen, indem es kreislauffähige Prinzipien in die breite und schnelle Anwendung bringt.

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Foto von Dr.-Ing. José Mercado in schwarz weiß
José Mercado Seniorexperte Analysen & Gebäudekonzepte

Dr.-Ing. José Mercado ist Architekt und hat einen M.Sc. in Umweltwissenschaften. Seit April 2021 ist er Seniorexperte für kreislauffähiges Bauen und Sanieren bei der dena. Im Gebäudeforum klimaneutral verantwortet er die Themen Kreislaufwirtschaft und Lebenszyklusanalyse im Gebäudesektor.

Portraitbild von Petra van der Wielen
Petra van der Wielen Seniorexpertin Analysen & Gebäudekonzepte

Petra van der Wielen ist Dipl.-Ing. der Architektur mit Schwerpunkt regeneratives und kreislauffähiges Bauen. Sie verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Immobilienprojektentwicklung. Seit 2021 arbeitet sie bei der dena zu Kreislaufwirtschaft, regenerativem Bauen und dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe im Gebäudesektor.