Entwicklung des PPA-Markts im Jahr 2025
Weniger Abschlüsse, sinkende Marktwerte und neue Speicherlösungen
Wie entwickelt sich der Markt für Power Purchase Agreements (PPA)? Eine Analyse der Marktoffensive Erneuerbare Energien für das Jahr 2025 zeigt: Die Neuabschlüsse nehmen nach starken Vorjahren weiter ab. Die Geschäftsmodelle beziehen zunehmend Speicher mit ein. Dadurch wird der PPA-Markt komplexer und passt sich zunehmend an die Anforderungen der Käufer an. Erfahren Sie auf dieser Seite, welche Trends und Entwicklungen den deutschen PPA-Markt 2025 geprägt haben.
Deutschland verliert Vorreiterrolle im europäischen PPA-Markt
Der deutsche PPA-Markt hat 2025 weiter an Dynamik verloren. Im europäischen Vergleich fiel Deutschland auf den vierten Platz hinter Spanien, Italien und Polen zurück. Die Abschlusszahlen befinden sich wieder auf dem Niveau von 2021. Gleichzeitig nahm die Bedeutung von Batteriespeichern (BESS) zu. Die Flexibilitätsverträge für Speicher federten so den Rückgang im Gesamtmarkt teilweise ab.
Grafik 1 zeigt, dass sowohl die Abschlusszahlen als auch die vertraglich gesicherte Leistung zurückgegangen sind.
PPA-Preise gehen weiter zurück, insbesondere PV-Freifläche steht unter starkem Erlösdruck
Ursachen für die Entwicklungen im PPA-Markt sind:
- gesunkene Terminmarktpreise,
- starker Zubau von PV-Anlagen sowie
- mangelnde Flexibilität im Stromsystem.
Folglich sinken die Marktwerte und die Anzahl von Stunden mit negativen Strompreisen nimmt zu – etwa 25 % der Jahresproduktion einer durchschnittlichen PV-Anlage war davon betroffen. Dies belastet die Erlöse. Außerdem erhöht dies die Anforderungen an die Ausgestaltung von neuen Verträgen.
Im Jahresverlauf haben sich jedoch im PPA-Markt Klauseln und Modelle etabliert, die das Risiko zwischen Verkäufern und Abnehmern verteilen und dadurch auch von Fremdkapitalgebern zunehmend akzeptiert werden.
Grafik 2 verdeutlicht, dass Solarstrom im Jahr 2025 noch häufiger als in den Vorjahren in Phasen mit negativen Stunden erzeugt wurde. Besonders betroffen war die Photovoltaikerzeugung im Mai und Juni.
Batteriespeicher und Co-Location werden wesentlicher Bestandteil des PPA-Marktes
Als Reaktion auf die sinkenden Marktwerte gewinnt die Kombination aus Solaranlagen und Batteriespeichern zunehmend an Bedeutung. Das gilt sowohl für neue Projekte als auch für Bestandsanlagen, die umgerüstet werden. Mit sogenannten „Co-Location Modellen” können Erlöse stabilisiert werden, weil Strom flexibler vermarktet und besser auf Preissignale reagiert werden kann. Einen zusätzlichen Schub erhält diese Entwicklung seit Februar 2025 durch das Solarspitzengesetz. Dieses soll verhindern, dass zu viele Solaranlagen gleichzeitig zu viel Strom ins Netz einspeisen, indem es die flexible Nutzung durch Zwischenspeicherung, Eigenverbrauch und netzdienliche Steuerung statt ungeregelte Volleinspeisung fördert.
Grafik 3 zeigt, wie die Kombination mit Batteriespeichern (Co-Location) die Capture-Rate verbessern können. Dadurch gewinnt die Co-Location im Markt deutlich an Bedeutung.
Mehr Abschlüsse kurzfristiger PPAs
Kurzfristige PPAs mit einer Laufzeit von unter 5 Jahren nehmen einen größeren Anteil des Marktes ein. Hintergrund dieser Entwicklung sind unsichere Annahmen zur langfristigen Marktwertentwicklung und der Wunsch von Abnehmern, sich Vorteile durch die Strompreiskompensation oder dem angekündigten Industriestrompreis im Rahmen des europäischen CISAF (Clean Industrial Deal State Aid Framework) zu sichern.
PPA-Markt passt sich an neue Realität der Energieversorgung an
Der PPA-Markt befand sich 2025 in der Zwickmühle zwischen stark veränderten Marktwerten und unsicheren regulatorischen Grundlagen. Von der EEG-Novelle bis zu den Netzentgelten und der Ankündigung eines Industriestrompreises: Alles betrifft unmittelbar auch den PPA-Markt. Neuen Aufwind für PPAs könnte die Reform der Berichtspflichten im GHG-Protokoll bringen: Es zeichnet sich ab, dass die Anrechenbarkeit von Herkunftsnachweisen – auch als ökologische Gegenleistung z. B. im Rahmen der Strompreiskompensation – stärker als bisher mit dem tatsächlichen Strombezug verbunden werden könnte. Dies würde die Bedeutung von PPAs deutlich stärken.
Die dena hat die Marktanalyse im Rahmen des Projektes Marktoffensive Erneuerbare Energien mit Unterstützung von Pexapark erstellt.