Data Spaces für die Energiewende nutzen
Rund 50 Akteure aus Energie- und Digitalwirtschaft fordern den Aufbau von Data Spaces. Das gemeinsame Ziel: die Energiewende beschleunigen, Kosten senken und die digitale Souveränität in Deutschland und Europa stärken.
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© HoffotografenSebastian BoieSeniorexperte Presse T: +49 30 66 777 - 168 sebastian.boie(at)dena.de
Das künftige Energiesystem mit erneuerbaren Energien, dezentralen Erzeugungsanlagen, intelligenten Netzen und flexiblen Verbrauchern erhöht die Komplexität und den Bedarf an sicherem Datenaustausch. Das heute von der dena veröffentliche Impulspapier „Data Spaces für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands – Leitsätze für eine souveräne und leistungsfähige digitale Energieinfrastruktur“ zeigt auf, welche Bedeutung Datenräume für unser Energiesystem haben können. Das Papier wird von einem branchenübergreifenden Partnerkreis unterstützt.
Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der dena, sagt: „Data Spaces schaffen die Voraussetzungen für einen sicheren, souveränen und standardisierten Datenaustausch. Sie stärken die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Energiesektors und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der breite Schulterschluss der Unterstützer unterstreicht: Data Spaces sind – als öffentliche digitale Infrastruktur – eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe für Wirtschaft und Politik.“
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Data Spaces fördern ein flexibles und effizientes Energiesystem
Datenaustausch im Energiesektor ist heute häufig durch fragmentierte IT-Landschaften, heterogene Datenstandards und komplexe bilaterale Schnittstellen geprägt. Dies führt zu hohen Integrationskosten, erschwert die sektorenübergreifende Zusammenarbeit, begrenzt die Skalierbarkeit vieler Anwendungen und den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Philipp Richard, Bereichsleiter Digitale Technologien & Start-up Ökosystem dazu: „Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist einer der kritischen Erfolgsfaktoren für ein modernes Energiesystem. Durch Data Spaces werden träge Prozess- und Systemlandschaften aufgebrochen.“
Data Spaces schaffen einen vertrauenswürdigen Rahmen für den organisations- und sektorenübergreifenden Datenaustausch auf Basis offener Standards und klarer, nachprüfbarer Regeln. Unternehmen und Organisationen behalten die Kontrolle über ihre Daten und entscheiden selbst über deren Nutzung.
Durch effiziente Datenflüsse lassen sich Flexibilitäten im Energiesystem besser nutzen, Prozesse leichter automatisieren und neue Anwendungen schneller umsetzen. So erleichtern Data Spaces beispielsweise die netzdienliche Steuerung von Wärmepumpen, Speichern und Ladeinfrastruktur sowie die Einführung variabler Netzentgelte und dynamischer Tarife. Gleichzeitig sinken Aufwände für individuelle Schnittstellen und Transaktions- und Implementierungskosten.
Vom Pilotprojekt zum Regelbetrieb
Damit Data Spaces ihr Potenzial entfalten, sind vier zentrale Handlungsempfehlungen formuliert:
- Wissen aus bestehenden Projekten systematisch bündeln und Erfahrungen teilen.
- Data Spaces politisch weiter unterstützen und konsequent regulatorisch verankern.
- Erfolgreiche Pilotprojekte in wirtschaftlich tragfähige Betriebsmodelle überführen und bis 2032 schrittweise in den operativen Betrieb bringen.
- Datenkompetenz und Bewusstsein für die strategische Bedeutung von Daten stärken sowie Anreize für Datenaustausch und Beteiligung in Data Spaces schaffen.
Breiter Schulterschluss für die digitale Zukunftsfähigkeit Deutschlands
Das von der dena verfasste Impulspapier wird von rund 50 Unternehmen, Organisationen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Projekten und Initiativen aus der Energie- und Digitalbranche unterstützt. Die Unterzeichnenden eint das Ziel, Data Spaces als operative Dateninfrastruktur zu etablieren und Deutschland sowie Europa langfristig wettbewerbsfähig und digital souverän aufzustellen.
Future Energy Lab (FEL)
Mit dem Future Energy Lab hat die dena im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) einen Raum geschaffen, der Digital- und Energiewirtschaft in der konkreten Erprobung digitaler Energie- und Klimatechnologien vereint. Das Projekt dena-ENDA im Future Energy Lab demonstrierte erstmals einen Energiedatenraum am Beispiel Redispatch 3.0. Im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) entwickelte das Future Energy Lab „Re4DE“ - das Referenzsystem für Datenaustausch im Energiesektor - als anschlussfähige Infrastruktur für Energiedatenräume.