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03.11.26 Erneuerbare Energien Energie erzeugen & verteilen Marktdesign

Branchenbarometer Biomethan 2026: Biomethanmarkt wächst weiter, aber strukturelle Hürden bremsen den Ausbau

Einspeisung steigt 2026 wahrscheinlich um 6 Prozent auf rund 13 TWh – Wachstum basiert auf Altprojekten. Positive Impulse aus Wärme- und Verkehrssektor treffen auf langwierige Genehmigungsverfahren, hohe Anschlusskosten und unklare Netzzugangsbedingungen.

Die Ergebnisse des heute von der dena - Deutsche Energie-Agentur veröffentlichten Branchenbarometers Biomethan 2026 zeichnen ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite verzeichnet der Biomethanmarkt eine positive Entwicklung und steigende Einspeisemengen. Auf der anderen Seite gefährden langwierige Genehmigungsprozesse, hohe Netzzugangskosten und unklare politische Rahmenbedingungen ein nachhaltiges Marktwachstum.

„Der Biomethanmarkt zeigt eine positive Entwicklung. Doch von einem stabilen Hochlauf sind wir noch entfernt. Dazu braucht es langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen – beispielsweise beim Netzzugang oder bei der künftigen Ausgestaltung der Grüngas- und Grünölquote für die Wärmenutzung im Gebäudesektor“, betont Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der dena.

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    Publikation

    Branchenbarometer Biomethan 2026

    Das Branchenbarometer ist eine zentrale Publikation zur Stimmungslage in der Biomethan-Branche

Steigende Einspeisung verdeckt Investitionsstau bei Neuprojekten

Im Jahr 2026 wird die Biomethaneinspeisung in Deutschland mit rund 13 Terawattstunden (TWh) aus 280 Produktionsanlagen einen neuen Höchstwert erreichen – ein Plus von 6 Prozent gegenüber 2025 (12,3 TWh). Weitere 14 Anlagen mit einer Einspeiseleistung von 650 GWh werden voraussichtlich 2027 fertig gestellt. Der diesjährige Wachstumstrend könnte sich damit im kommenden Jahr in ähnlicher Größenordnung fortsetzen.

Der Zuwachs im Jahr 2026 basiert allerdings primär auf Vorhaben, die bereits in den Jahren 2022 und 2023 geplant wurden und nach längerer Bauzeit ans Netz gingen.

Verkehrssektor als Wachstumstreiber

Nennenswerte Nachfrageimpulse aus dem Gebäudesektor sind erst ab 2028 zu erwarten, wenn die im Gebäudemodernisierungsgesetz festgelegte Biotreppe greift. Derzeit ist der Verkehrssektor wichtigster Wachstumstreiber. Wegen der anhaltend hohen Preise für Erdgas und Diesel, einer verbesserten Versorgung mit Bio-LNG sowie gestiegener Quotenpreise im Rahmen der Treibhausgasminderungsquote stieg der Biomethanabsatz im Verkehrsbereich 2025 auf 3,9 TWh. Dies entspricht einem Anstieg von rund 13 Prozent zum Vorjahr. Die Zulassungszahlen für schwere Lastkraftwagen mit Gasantrieb zeigen bis Mitte 2026 erneut ein leichtes Wachstum. Das lässt für das Gesamtjahr 2026 eine stabile bis leicht wachsende Nachfrage für Biomethan im Verkehrssektor erwarten. Hierbei spielen auch die weiterhin hohen Erdgaspreise eine Rolle. Im Jahr 2026 fällt die Preisdifferenz vor allem von Biomethan aus nachwachsenden Rohstoffen weitaus geringer aus.

Bürokratie, Netzzugang und fehlende Strommarkt-Perspektive belasten

Trotz dieser positiven Entwicklungen kämpfen potenzielle Investoren mit zahlreichen Hürden. Ein zentrales Nadelöhr ist der Netzzugang: Hohe Anschlusskosten, personelle Engpässe bei Netzbetreibern, Lieferengpässe bei technologischen Komponenten für den Anlagenbau sowie bis zu zweijährige Genehmigungsverfahren erschweren neue Projekte.

Zusätzliche Unsicherheit herrscht im Stromsektor: Obwohl im April 2026 erstmals seit Jahren wieder sechs Biomethanprojekte Zuschläge in der EEG-Ausschreibung erhielten, sieht der aktuelle Entwurf des EEG 2027 künftig keine weiteren Ausschreibungen für Biomethananlagen vor. Damit droht der Investitionsrahmen für hochflexible Biomethan-Blockheizkraftwerke komplett wegzufallen.

Geschäftsklima bleibt unter Druck

Die Ergebnisse der Branchenumfrage als Teil des jährlich erscheinenden Barometers zeigen: Die Bewertung der allgemeinen Geschäftslage nähert sich wieder einem „befriedigend“, die Stimmung bleibt jedoch angespannt. Rund die Hälfte der 31 deutschen und europäischen Branchenunternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, beurteilen die aktuelle Lage weiterhin als negativ. 

Fazit: Die Biomethanbranche befindet sich in einer entscheidenden Übergangsphase: Neue Marktchancen entstehen, lassen sich ohne zügige Entlastungen beim Netzzugang und stabile Regulierungen jedoch nur begrenzt nutzen.

Über das Projekt Biogaspartner und das Branchenbarometer Biomethan

Die dena Biogaspartnerschaft vereint Marktakteure der gesamten Wertschöpfungskette der Biogaseinspeisung und unterstützt ihre Aktivitäten zur Marktgestaltung. Die dena - Deutsche Energie-Agentur stellt hierfür eine Plattform zum koordinierten Wissens- und Erfahrungsaustausch bereit. Damit leistet die Biogaspartnerschaft einen Beitrag zur beschleunigten Defossilisierung aller Energieverbrauchssektoren. 

Die Umfrage zum „Branchenbarometer Biomethan“ führt die dena seit 2012 jährlich durch. Die Ergebnisse bieten Einschätzungen der Branchenakteure zu Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen des Biomethanmarktes. www.biogaspartner.de