Schwerlastverkehr im Wandel
Wie Unternehmen den Umstieg auf energieeffiziente und klimaschonende Antriebe planen: Trends, Treiber und Hindernisse
Schwere und mittlere Nutzfahrzeuge sind ein zentraler Hebel für die Klimaneutralität im Verkehrssektor. Sie stehen vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Logistikunternehmen reagieren zunehmend auf Entwicklungen im Fahrzeugmarkt und planen die Anschaffung alternativer Antriebstechnologien wie batterieelektrische Fahrzeuge, wasserstoffbetriebene Lkw und Gasfahrzeuge.
Die von der dena geführte Plattform Nachhaltiger Schwerlastverkehr hat in Zusammenarbeit mit dem DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e. V. Unternehmen aus ganz Deutschland zu ihren Anschaffungsabsichten von mittleren (3,5 – 12 Tonnen zulässige Gesamtmasse) und schweren (über 12 Tonnen zulässige Gesamtmasse) Nutzfahrzeugen befragt. Die Umfrage wurde zwischen August und Oktober 2025 durchgeführt.
Bis 2033 planen Unternehmen vor allem batterieelektrische Fahrzeuge anzuschaffen
Batterieelektrische Antriebe (BEV) sind unter den befragten Logistikunternehmen die bevorzugte Alternative: 52 % planen die Anschaffung entsprechender Fahrzeuge. Wasserstoffverbrenner (H2 ICE) sind mit 10 % beliebter als Brennstoffzellen-Lkw (7 %), während bei Gasfahrzeugen der LNG-Antrieb (5 %) mehr Zustimmung erhält als der CNG-Antrieb.
Mautersparnisse sind deutlichster Investitionsgrund, während hohe Anschaffungskosten die Akzeptanz hemmen
Die Ersparnisse bei der Lkw-Maut wurden von den befragten Logistikunternehmen als relevantester Investitionsgrund in Nullemissionsfahrzeuge genannt. Corporate Social Responsibility ist ebenfalls ein wichtiger Entscheidungsgrund, wird jedoch den Gesamtkosten untergeordnet.
Gegen Nullemissionsfahrzeuge sprechen für viele der Unternehmen in erster Linie höhere Anschaffungskosten sowie mangelnde Förderoptionen. Die Möglichkeit, eigene Tank- und Ladeinfrastruktur aufzubauen wird einerseits als Grund für ein Investment hervorgehoben. Während gleichzeitig die unzureichende öffentliche Tank- und Ladeinfrastruktur als Grund dagegen genannt wird.
Bei den Grafiken ist zu beachten, dass sich kleinere Unterschiede zwischen den Entscheidungsgründen aufgrund statistischer Unsicherheiten nicht interpretieren lassen.
HVO100 dominiert unter den alternativen Kraftstoffen
Unter den Unternehmen, die planen, in Gasfahrzeuge zu investieren, bevorzugen mehr als die Hälfte HVO100 als alternativen Kraftstoff. Gleichzeitig bevorzugen 39 % der Befragten keinen der genannten Kraftstoffe. Dies kann auf bestehende Unsicherheiten, fehlende Wirtschaftlichkeit oder unzureichende Verfügbarkeit alternativer Kraftstoffe hindeuten. Insgesamt unterstreicht die Befragung, dass HVO100 aktuell die größte Akzeptanz im Markt besitzt und bei der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs eine wichtige Rolle einnehmen kann.
Über ein Drittel aller Unternehmen: Erfolgreiche Bewerbung auf staatliche Förderung für emissionsfreie Nutzfahrzeuge
Insgesamt haben sich 39 % der befragten Schwerlasttransportunternehmen auf staatliche Förderung für Null-Emissions-Fahrzeuge beworben. Die meisten Anträge waren erfolgreich. Jedoch gibt rund ein Viertel der befragten Unternehmen an, keinen Antrag auf Förderung gestellt zu haben, da die Fördersumme nicht ausgereicht hätte. Nur knapp jedes zehnte Unternehmen gab an, keine passenden Förderprogramme zu kennen. Die nötigen Informationen zur Förderung emissionsfreier Lkw und Sattelzugmaschinen sind somit den meisten Teilnehmenden bekannt.