Sachsen-Anhalt als Motor für Innovation und Transformation
Wachstum im Wandel
Deutschland muss seine Industrie mit digitalen Technologien und erneuerbaren Energien zu neuem Wachstum führen. Welche Rolle dabei einzelne Regionen spielen, erklären Dr. Andrea Gauselmann, Leiterin des Kompetenzzentrums Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi), und Caroline Werner, Teamleiterin Energieeffizienz-Maßnahmen bei der dena.
Sachsen-Anhalt nimmt beim Ausbau erneuerbarer Energien eine Spitzenposition ein und zählt insbesondere bei der Windenergie seit Jahren zu den führenden Bundesländern. Gleichzeitig verfügt das Land über eine breite industrielle Basis: von Chemie- und Maschinenbau über Energie- und Metallverarbeitung bis hin zur Nahrungsmittel- und Kunststoffindustrie. Mit den Chemieparks in Leuna und Bitterfeld-Wolfen befinden sich hier zwei der größten Chemiestandorte Deutschlands. Gerade energieintensive Produktionsstandorte wie diese machen Sachsen-Anhalt zu einem Schlüsselakteur für nachhaltiges und zukunftsfähiges Wirtschaften.
Regionen und Netzwerke als Erfolgsfaktoren
Die Energietransformation führt zu einer stärkeren Dezentralisierung. Somit wächst die Bedeutung der Regionen. Wandel wird nicht allein politisch gesteuert, sondern vor Ort umgesetzt. Unternehmensnetzwerke wirken dabei als tragfähiger Hebel. Unter anderem ortsansässige Kammern, Verbände, Wirtschaftsförderungen oder Klimaschutzmanagements initiieren regionale Netzwerke im Rahmen der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN). In den Netzwerken setzen sich die Unternehmen gemeinsame Endenergie- und Treibhausgas-Einsparziele. Das stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sondern auch die Sichtbarkeit der Region. Viele Netzwerke tragen daher bewusst ihren regionalen Bezug im Namen, etwa das „Energieeffizienz-Netzwerk Harz“ oder das „Energieeffizienz-Netzwerk Chemiestandort Bitterfeld-Wolfen 2.0“.
Regionale Innovationshubs, Reallabore und die IEEKN schaffen zudem Räume, um digitale und klimafreundliche Lösungen praxisnah zu erproben – etwa bei der Nutzung von Strom und Abwärme in dezentralen Arealnetzen, wie aktuell im EU-Projekt “Green Energy Management Systems für Business Parks”. Solche Beispiele zeigen: Wandel wird vor Ort gestaltet. Technologische Innovation und regionale Kooperation stärken langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.
Wachstum im Wandel braucht Digitalisierung
Digitale Lösungen zeigen, wie Wachstum im Wandel konkret entsteht. In den engagierten Netzwerkunternehmen der IEEKN reichen Anwendungen häufig über klassische Energiemanagementsysteme hinaus und sind individuell auf Unternehmen zugeschnitten. Je mehr reale Daten erhoben werden können, desto verlässlicher können Entscheidungen für Investitionen in Energieeffizienz und Einsparungen bei Treibhausgasen getroffen werden. Digitalisierung erleichtert Monitoring, Optimierung und Nachsteuerung von Maßnahmen erheblich. Entscheidend sind dabei Interoperabilität und sichere Datenübertragung.
Digitale Technologien wie maschinelles Lernen, Datenanalyse oder automatisierte Produktionssysteme steigern Effizienz, Flexibilität und Transparenz in industriellen Prozessen. Sie ermöglichen vorausschauende Wartung und neue, datenbasierte Geschäftsmodelle. Werden Digitalisierung und Energiewende strategisch verknüpft, lassen sich industrielle Wertschöpfung sichern und ausbauen – während Kosten, Energieverbrauch und Emissionen sinken. Das ist ein zentraler Baustein für nachhaltiges Wachstum im Wandel.
Regionale Wertschöpfung gemeinsam gestalten
Wie Regionen Innovation und Transformation konkret gestalten, diskutieren KEDi und IEEKN auf der regionalpolitischen Jahrestagung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie am 2. und 3. März in Halle. Dort stehen regionale Wertschöpfung, Digitalisierung und Energietransformation im Mittelpunkt.