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10.02.26 Energieeffizienz Erneuerbare Energien Energie erzeugen & verteilen

Akteursstruktur in lokalen Energieverteilnetzen

Einblicke in die Energieinfrastrukturen von über 1.600 Kommunen

Ein Großteil der Transformation zu einem klimaneutralen Energiesystem wird auf Ebene der Verteilnetze stattfinden. Sektorkopplung und die stärkere Elektrifizierung der Verbrauchssektoren erfordern eine koordinierte, sektorübergreifende Planung, um Abstimmungslücken zwischen den Infrastrukturen für Gas, Strom und Wärme zu vermeiden. Eine von der dena beauftragte Datenanalyse liefert hierfür wertvolle Einblicke in die kommunale Energiewelt der rund 1.600 deutschen Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern. Sie offenbart deutschlandweit typische Muster in der Spartenzugehörigkeit und den Eigentumsverhältnissen von Energienetzbetreibern.

Die Daten geben Antworten auf die folgenden Fragen: 

  1. In wie vielen Kommunen existieren Wärmenetze und wie werden diese typischerweise betrieben?
  2. In welchen Sparten sind Verteilnetzbetreiber besonders häufig gleichzeitig aktiv?
  3. Welche Strukturen und Muster zeigen sich auf höherer Konzernebene bei der Bündelung von Verteilnetzvertreibern? 

Jede zweite Kommune hat Wärmenetze – meist regional und öffentlich betrieben

Balkendiagramm zeigt durchschnittliche Kommunenzahlen pro Energienetzbetreiber für Wärme, Strom und Gas, unterschieden nach privaten und öffentlichen Unternehmen

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In rund 56 % der untersuchten Kommunen konnten neben Strom- und Gasnetzen im Rahmen der Analyse Hinweise zu bestehenden Wärmenetzen gefunden werden. Die Mehrheit dieser Wärmenetze wird von regional tätigen Unternehmen betrieben. Unter den 525 identifizierten Wärmenetzbetreibern überwiegen öffentliche Akteure; nur 95 Unternehmen sind privat. Der Anteil privater Unternehmen liegt damit bei 18 %. Bei den Strom- und Gasverteilnetzen beträgt der private Anteil jeweils rund 15 %. 

Betrachtet man die Anzahl der versorgten Kommunen, ist auffällig, dass insbesondere private Strom- und Gasverteilnetzbetreiber häufig überregional tätig sind: Während ein privater Stromnetzbetreiber in durchschnittlich 8,6 Kommunen ein Stromnetz betreibt, sind es bei Gasverteilnetzbetreiber sogar 10,7 Kommunen. Bei den öffentlichen Unternehmen unterscheiden sich die Werte für die einzelnen Energieträger kaum. Hier sind die Unternehmen meist nur in ein bis zwei Kommunen tätig.Öffentliche Unternehmen dominieren in integrierten Netzen 

Drei Kreisdiagramme zeigen den Anteil privater und öffentlicher Unternehmen bei ein, zwei und drei Energieformen, wobei öffentliche Unternehmen überwiegen

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Verteilnetzbetreiber sind in den Kommunen häufig nicht nur in einer einzigen Sparte tätig. Im Datensatz konnten 584 sogenannte spartenübergreifende Unternehmen identifiziert werden. 235 dieser Unternehmen betreiben integrierte Gas-, Strom- und Wärmenetze in Kommunen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden in der Hälfte der untersuchten Kommunen solche integrierten Energienetzinfrastrukturen identifiziert. In Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind es weniger als 10 % der Kommunen. Unter den Unternehmen, die zwei Energieformen betreiben, ist die Kombination aus Strom und Gas mit 284 Unternehmen am gängigsten. Kombinationen aus Strom und Wärme oder Wärme und Gas sind mit 26 bzw. 39 Unternehmen deutlich seltener. Auffällig ist auch, dass der Anteil privater Unternehmen mit steigender Anzahl der betriebenen Energieinfrastrukturen stark abnimmt. Während es bei Einspartenunternehmen noch rund ein Drittel sind, sind es bei integrierten Netzen nur noch 6 %. 

Bündelung von Infrastrukturunternehmen auf Holdingebene: Besonders stark in Bayern und Baden-Württemberg

Karte von Deutschland mit farbiger Darstellung der kommunalen Eigentümerstruktur bei Gas-, Strom- und Wärmenetzen, von überwiegend lokal bis starke Bündelung, mit Legende und Buttons für Netzarten

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Im Rahmen der Recherche wurden neben 983 Infrastrukturunternehmen auch 834 unterschiedliche Muttergesellschaften sowie 302 letztliche Muttergesellschaften (Holdingebene) ermittelt. Somit sind auch Analysen zur Bündelung der Unternehmen auf übergeordneter Ebene möglich. Im Durchschnitt hält eine letztliche Muttergesellschaft rund drei Infrastrukturunternehmen, unabhängig von der Spartenorganisation. Besonders stark ist diese Bündelung auf Holdingebene bei den spartenübergreifenden Unternehmen mit drei Energieformen. In Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind es bei dieser Organisationsform rund fünf Unternehmen, in Sachsen-Anhalt sogar sieben. Bei den Zweisparten-Kombinationen Strom und Wärme sowie Wärme und Gas gibt es im Bundesschnitt kaum Bündelung auf Holdingebene. Unter den Einspartenunternehmen weisen Wärmenetzbetreiber eine höhere Bündelung auf als Gas- und Stromnetzbetreiber. 

Datenanalyse gibt umfangreiche Einblicke in Energieverteilnetze vor Ort

Balkendiagramm zeigt Verteilung von Gemeinden und Einwohnern nach Einwohnergrößenklassen, mit höchsten Werten bei 10-20 Tsd. und 20-50 Tsd

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In der Datenanalyse “Lokale Energiewelt Deutschland” wurde die Strom-, Gas- und Wärmenetzinfrastruktur der 1.626 deutschen Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern untersucht. Obwohl dies nur 10 % der Städte und Gemeinden in Deutschland entspricht, bieten die Daten Einblicke in die lokalen Energieinfrastrukturen, die rund 63,5 Mio. Einwohner versorgen. Mit 910 Kommunen liegt die Mehrheit der untersuchten Kommunen in der Größenordnung von 10.000 bis 20.000 Einwohnern. Unter den verschiedenen Bundesländern haben Nordrhein-Westfalen (344), Baden-Württemberg (267) und Bayern (237) die meisten Kommunen. Die Daten für Strom- und Gasnetzbetreiber basieren auf Daten von infas360. Daten zu Wärmenetzen wurden von Ernst & Young im Rahmen einer Marktrecherche recherchiert. Unternehmensdaten zur Eigentums- und Konzernstruktur wurden durch Daten von Dun & Bradstreet ergänzt. Daten zu Gemeinden basieren auf Datensätzen vom Statistischen Bundesamt sowie Suche-Postleitzahl.org.

Mehrere Personen sitzen an einem langen Konferenztisch mit Gläsern und Unterlagen, unscharfer Hintergrund.

Plattform Integrierte Planung

Ziel: Kommunen befähigen, Energie- und Stadtentwicklungsprojekte integriert zu planen und umzusetzen

Themen: Infrastruktur, Kommunen, Quartier, Gebäude & Räume umbauen

Laufzeit: 1.1.2026 – 31.12.2026

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