Finanzierung der Klimaneutralität: Internationaler Austausch bei der dena
Instrumente und Strategien zur Finanzierung der Energiewende
Wie können Länder die notwendigen Investitionen mobilisieren, um Klimaneutralität zu erreichen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines zweistündigen Dialogs, der von der dena veranstaltet wurde. Der Austausch brachte eine internationale Delegation und Expertinnen der dena zusammen. Die Veranstaltung bot einen vertieften Einblick in die Investitionsbedarfe Deutschlands und die Finanzierungslandschaft – von öffentlichen, privaten bis hin zu hybriden Instrumenten.
Das “Visitors Programme” des Goethe-Instituts organisierte diesen Austausch im Auftrag des Auswärtigen Amts. Die Delegation bestand aus 15 Vertreterinnen und Vertreter aus Somalia, Südafrika, der Türkei, den Seychellen, Ruanda, der Republik Korea, der Mongolei, Kasachstan, Indonesien, Fidschi, Ägypten, Kolumbien, China, Brasilien und Argentinien. Die Teilnehmenden kamen aus Umwelt- und Finanzministerien, Zentralbanken, Universitäten, Wirtschaftsverbänden, Handelskammern, Thinktanks, NGOs und großen Medienhäusern. Ihr gemeinsames Ziel: Einblicke in globale und deutsche Ansätze zur Finanzierung des Übergangs zur Klimaneutralität zu gewinnen und gleichzeitig internationale Netzwerke zwischen politischen und finanziellen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern zu stärken.
Klimafinanzierung erkunden: Globale Perspektiven auf Innovation, Risiko und Investitionen
Die Teilnehmenden brachten ein breites Spektrum an Interessen in das Programm ein. Zu den zentralen Themen zählten die Finanzierung eines gerechten Übergangs (Just Transition) und die Rolle Deutschlands in der Just Energy Transition Partnership, innovative Finanzinstrumente wie Blended Finance, öffentlich-private Partnerschaften, debt-for-climate swaps und Garantiestrukturen. Zudem wurden Kohlenstoffmärkte, Emissionshandelssysteme und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Klimaschutzmaßnahmen diskutiert.
Einige Teilnehmende interessierten sich besonders dafür, wie öffentliche Mittel private Investitionen katalysieren können, wie Klimafaktoren in fiskalische Rahmenbedingungen und Schuldenmanagement integriert werden können und wie finanzielle Risiken im Zusammenhang mit Klimaschutzpolitiken bewertet werden können.
Weitere Schwerpunkte lagen auf
- Klimaversicherungen, Resilienz und Katastrophenrisikofinanzierung – etwa parametrische Versicherungslösungen und regionale Risikopools – sowie auf
- Einblicken in den Green Climate Fund,
- den Anpassungsfonds,
- die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) und
- Finanzierungsmechanismen für kleine Inselentwicklungsstaaten.
dena-Expertise: Finanzierung des Wegs zur Klimaneutralität – von der Industrie-Transformation bis zur seriellen Sanierung
Die Sitzung bei der dena begann mit einem Impulsvortrag von Nora Kögel, Expertin für Energie- und Klimapolitik, zum deutschen Finanzierungsweg in Richtung Klimaneutralität. Es folgten zwei Projektvorstellungen: Helena Mölter, Expertin für Energieeffizienz und industrielle Transformation, präsentierte die erforderlichen und bestehenden Instrumente für den Wandel der Industrie. Anschließend beleuchtete Paula Baptista, Senior-Expertin für Serielle Sanierung, die serielle Gebäudesanierung als Schlüsseltechnologie für die Klimawende. Diese Inputs bildeten die Grundlage für eine lebhafte Diskussion mit der internationalen Delegation.
Im Mittelpunkt standen die EU-Taxonomie, europäische ESG-Standards (Environmental, Social, Governance) und die Vermeidung von Greenwashing, aber auch Energieeffizienz und die regulatorischen Rahmenbedingungen, die sie unterstützen, sowie die Rolle von CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in der langfristigen Klimastrategie Deutschlands.
Der Beitrag von Paula Baptista löste eine lebhafte Diskussion über das Energiesprong-Modell der seriellen Sanierung aus. Die Teilnehmenden zeigten Interesse daran, wie das Zusammenspiel von Schlüsseltechnologien und -politiken die Investitionsdynamik in ihren eigenen Märkten fördern könnte. Zudem wurde die Wasserstoffproduktion, -nutzung und -finanzierung intensiv behandelt, ebenso wie der Aufbau der notwendigen Infrastruktur und Modelle für öffentlich-private Zusammenarbeit.
Ein weiteres zentrales Thema war, wie Deutschland die Verantwortlichkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen strukturiert. Als konkretes Beispiel diente die Stadt Konstanz, die zeigt, wie lokale Behörden durch die Nutzung verschiedener Finanzierungsoptionen die klimaneutrale Entwicklung vorantreiben können.
Stärkung der internationalen Zusammenarbeit
Nach den Abschlussworten setzten Teilnehmende und dena-Mitarbeiterinnen ihren Austausch fort, vertieften die Kontakte und erkundeten Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen.
Die Veranstaltung unterstrich erneut, dass die Finanzierung des Übergangs zur Klimaneutralität eine gemeinsame globale Herausforderung ist. Die dena bleibt engagiert, ihr Fachwissen einzubringen, den Dialog zu fördern und mit internationalen Partnern an Wegen in eine klimaneutrale Zukunft zu arbeiten.