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Abschlusskongress der Wasserstoff Reallabore

Digital gezeichnete Darstellung der Veranstaltung Abschlusskongress der H2-Reallabore
Teil des Graphic Recordings, zu sehen sind die Inhalte von Workshops grafisch aufgezeichnet
Zu sehen sind die Inhalte der Vorträge beim Kongress als Graphic Recording
Zu sehen sind die Inhalte des Kongress als Graphic Recording

Das war der Abschlusskongress der Wasserstoff Reallabore in Berlin

Am 12. Mai 2026 fand der Abschlusskongress der H2-Reallabore in der Kulturbrauerei in Berlin statt. In einem vielfältigen Programm, von Twin Interviews über Paneldiskussion bis hin zu interaktiven Fachworkshops wurde mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Wasserstoff Reallaboren der Energiewende zurückgeschaut. 

Zu sehen sind zwei Vertreter der Reallabore die von der Moderatorin interviewt werden
Zu sehen sind zwei Vertreter der Reallabore die von der Moderatorin interviewt werden
Zu sehen sind zwei Vertreter der Reallabore die von der Moderatorin interviewt werden
Zu sehen sind zwei Vertreter der Reallabore die von der Moderatorin interviewt werden
Zu sehen sind zwei Vertreter der Reallabore die von der Moderatorin interviewt werden

Der Kernauftrag ist erfüllt: Von der Theorie in die Praxis

Die Reallabore haben ihren Kernauftrag erfüllt: Wissenschaft und Industrie enger verzahnen, neue Technologien in die Anwendung bringen und praxisnahe Erkenntnisse für den Wasserstoffhochlauf gewinnen. Trotz einiger Rückschläge fällt die Gesamtbilanz positiv aus.

Die zentralen Erkenntnisse:

  • Die technische Machbarkeit ist zum großen Teil nachgewiesen, von Salzkavernenspeicherung (H2Cast) bis Elektrolyse unter realen Marktbedingungen (Trailblazer)
  • Regionale Ökosysteme und bestehende Infrastruktur sind entscheidende Erfolgsfaktoren, wie z.B. der Energiepark Bad Lauchstädt zeigt
  • Der Übergang vom Demonstrations- in den Regelbetrieb dauert oft länger als geplant: Projekte berichten von Anlaufproblemen über mehrere Jahre nach Inbetriebnahme
  • Politische Verzögerungen haben bereits mehrere „First Mover"-Projekte wirtschaftlich gefährdet. Verlässliche Rahmenbedingungen sind die Grundvoraussetzung.
  • Das Format „Reallabor" hat sich bewährt: Neue Reallabore in den Bereichen Wärme und Strom sollen folgen 
Eine Person hält einen Vortrag auf einer Bühne.
Dr. Simon Pichlmaier, Leiter Wasserstoff und synthetische Energieträger, Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE)
Eine Person hält einen Vortrag auf einer Bühne.
Prof. David Smeulders, Lehrstuhl Engineering Thermodynamics for Energy Systems & Projektleiter Hy-TROS, TU Eindhoven
Eine Person hält eine Rede auf einer Bühne.
Dr. Rodoula Tryfonidou, Referatsleiterin Energieforschung - Grundsatzfragen und Strategien, BMWE
Zu sehen ist die Moderatorin des Events auf der Bühne.
Liz Blume, Moderatorin

Marktlage: Ist das “Tal der Enttäuschungen” bereits durchschritten?

Die wissenschaftliche Begleitforschung verortete den Wasserstoffhochlauf klar: Das Tal der Enttäuschungen im Gartner Hype Cycle ist erreicht. Laut dena-Elektrolysemonitoring liegt die Gesamtkapazität der bis 2030 geplanten Projekte inzwischen noch bei etwa 5,6 GW. Viele Vorhaben sind verzögert oder liegen auf Eis. Es ist Realismus eingekehrt; und das kann durchaus positiv sein.

Was den Hochlauf bremst:

  • Hohe Produktionskosten bei geringer Zahlungsbereitschaft der Abnehmer
  • Hohe Netzentgelte und regulatorische Unsicherheiten (RFNBO-Kriterien, Netzentgeltbefreiung)
  • Fehlende langfristige Abnahmeverträge als Voraussetzung für Projektfinanzierung 

Was funktioniert: 

  • Starke Konsortien mit frühen Industrieabnehmern
  • Pragmatisches Handeln statt Warten auf perfekte Rahmenbedingungen. 
Vier Personene plus Moderatorin sitzen auf einem Panel auf der Bühne und diskutieren
Paneldiskussion mit Dr. Ingo Fährmann, Referatsleiter Wasserstoffnetze und -speicher, Gasnetze; Koordinierung im BMWE, Dr. Florian Ausfelder, Fachbereichsleiter Energie und Klima, Dechema (Begleitforschung Trans4ReaL), Cornelia Müller-Pagel, Leiterin Grüne Gase, VNG AG (Reallabore Energiepark Bad Lauchstädt), Friederike Altgelt, Teamleiterin Märkte & Regulierung, Deutsche Energie- Agentur (dena)
Paneldiskussion auf der Bühne
Paneldiskussion auf der Bühne

Podiumsdiskussion: Zwischen Aufbruch und langem politischem Atem

Die Podiumsdiskussion machte die Widersprüchlichkeit der aktuellen Lage greifbar: Die Zahl der Elektrolyseurprojekte im Bau ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig stehen viele davon „on hold" oder haben sich erheblich verzögert. Wachstum und Stillstand existieren nebeneinander. 

Einigkeit herrschte darin, dass der Hochlauf keine technische, sondern vor allem eine regulatorische und finanzielle Frage ist. Drei Stellschrauben wurden besonders hervorgehoben: die Ausgestaltung der RFNBO-Kriterien, die Netzentgeltbefreiung für Elektrolyseure und die konsequente Fortführung bestehender Gesetzgebung. Ohne Klarheit in diesen Punkten bleibt die Projektpipeline fragil. 

Die Bundesregierung bekannte sich auf dem Podium klar zum Wasserstoffhochlauf und zum Infrastrukturausbau, betonte aber zugleich die Notwendigkeit, Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Marktprinzipien in Einklang zu bringen. Eine Spannung, die den Hochlauf noch länger begleiten wird. 

Workshop Zertifizierung

Fishbowl Diskussion beim Workshop

In einem Fishbowl-Format mit vier Input-Vorträgen und anschließender Diskussion, wurde das Thema H2-Zertifizierung und die relevanten Fragen rund um Governance, Zuständigkeiten, Prozessen und Hürden beleuchtet. Aktuell trifft die dynamische technische Realität auf eine starre Regulatorik, sodass es meist zu individuellen projektspezifischen Zertifizierungslösungen kommt. 

Workshop Finanzierung

Finanzierungsworkshop

In einem Planspiel zur Finanzierung von Elektrolyseprojekten erlebten die Teilnehmenden, wie komplex die gleichzeitige Abstimmung zwischen Eigenkapitalgebern, Banken und Projektierern ist und wie nah alle Beteiligten an ihr Verhandlungslimit gehen müssen, um erfolgreich ein Konsortium zu bilden. 

Workshop Abnahmesicherung

Menschen diskutieren an einem Gruppentisch.

Auch in diesem Workshop konnten die Teilnehmenden in einem Planspiel die Bildung eines Konsortiums für Wasserstoffprojekte erleben. Der Fokus hierbei lag auf der Abnahmesicherung, also der Frage, ob und zu welchen Konditionen ein Elektrolyseprojekt Käufer für den erzeugten Wasserstoff findet.

Frau hält eine Rede
Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung Deutsche Energie-Agentur (dena)
Ein Mann hält eine Rede auf der Bühne
Zu sehen ist das Publikum in Reihen sitzend
Teilnehmende diskutieren beim Workshop
Teilnehmende in der Pause an Stehtischen.
Eine Person spricht auf der Bühne
Eine Frau spricht in einem Workshop.
Zuhörerende bei einem Workshop
Diskussion am Gruppentisch
Ein Bildschirm zeigt die Aufgabe für den Workshop
Zwei Personen diskutieren miteinander
Präsentation der Workshopergebnisse auf der Bühne
Vier Personen sprechen auf der Bühne
Ein Teilnehmer macht ein Foto mit dem Handy.
Zwei Personen diskutieren am Gruppentisch beim Workshop.
Ein Mann spricht auf der Bühne
Veranstaltungsort von außen mit Plakat
Zeichner des Graphic Recordings beim Zeichnen
Fishbowl-Diskussion beim Workshop
Veranstaltungsraum von oben mit Teilnehmenden auf Stühlen und Bühne
Fishbowl Diskussion beim Workshop
Zertifizierungsworkshop Vortrag Raum von oben