Online-Meldung, Berlin

Mehr Innovation wagen: Climate Tech Start-ups brauchen gezielte Unterstützung

Tech for Net Zero Allianz: Nächste Bundesregierung sollte Gründung und Skalierung von Climate Tech Start-ups stärker fördern

Technische Innovationen sind entscheidend auf dem Weg zur Klimaneutralität: Junge Unternehmen im Bereich Klimaschutz haben in Deutschland jedoch nach wie vor Schwierigkeiten, ihre innovativen Lösungen zu finanzieren. Vor allem in der Frühphase nach der Gründung fehlt es vielen Climate Tech Start-ups an Kapital, insbesondere bei investitionsintensiven Innovationen wie Hardware-basierten Klimatechnologien in Sektoren wie der Energieerzeugung, der industriellen Produktion oder der Mobilität. Das vom Bundeskabinett verabschiedete Klimaschutzsofortprogramm 2022 in Höhe von rund 8 Milliarden Euro ist eine wichtige Ergänzung des Klimaschutzgesetzes – geht auf die Bedürfnisse der Climate Tech Start-ups aber nicht genug ein. Auch die bisher bekannten Module des 10-Milliarden Zukunftsfonds der Bundesregierung greifen diese Thematik noch nicht ausreichend auf.

Die Tech for Net Zero Allianz, die von Breakthrough Energy und der dena ins Leben gerufen wurde, hat deshalb heute ein Thesenpapier mit zentralen Handlungsempfehlungen für die kommende Bundesregierung veröffentlicht, um Climate Tech Start-ups schneller in den Markt zu bringen und eine schnellere Skalierung ihrer Lösungen zu ermöglichen.

Die Allianz sieht vor allem drei konkrete Handlungsansätze für die Politik. So sollten die hohen Anlagen- und Materialkosten von Hardware Start-ups künftig über so genannte Matching Grants öffentlich gefördert werden, um damit mehr private Investitionen in Climate Tech Start-ups anzureizen. Die Vergabe öffentlichen Wagniskapitals, etwa über den neuen DeepTech Future Fonds der Bundesregierung, sollte zudem auf die Frühphasenfinanzierung ausgeweitet werden. Darüber hinaus schlägt die Allianz vor, CO2-Neutralität als technische Anforderung bei öffentlichen Ausschreibungen zu etablieren, um den Markthochlauf und die Skalierung von Climate-Tech-Lösungen zu beschleunigen.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, betont: „Technische Innovationen sind ein wichtiger Baustein, um Klimaneutralität zu erreichen. Wer Innovationen fördern will, muss auch innovativ fördern. Die komplementäre Finanzierung über Matching Grants hat sich als Instrument bewährt: Private Investitionen werden dabei durch öffentliche Zuschüsse gedoppelt. Für Hardware Start-ups minimiert sich so das technische Risiko, während private Investoren weiterhin das Markt- und Implementierungsrisiko tragen.“

Ann Mettler, Vice President Europe von Breakthrough Energy, erklärt: „Bestehende Förder- und Investitionsprogramme decken den hohen Kapitalbedarf junger Climate Tech Start-ups bisher nicht ausreichend ab. Mit den Vorschlägen der Tech for Net Zero Allianz lässt sich die bestehende Finanzierungslücke schließen. Das höhere Finanzierungsrisiko von Climate Tech Start-ups in der Frühphase kann so verringert werden.“

Hintergrund zur Tech for Net Zero Allianz

Die Tech for Net Zero Allianz wurde von Breakthrough Energy und der dena initiiert. Die Allianz will aufzeigen, wie bessere strukturelle Rahmenbedingungen für innovative Klimatechnologien geschaffen werden können, um das Ziel Klimaneutralität in Deutschland zu erreichen. Neben den beiden Gründungsinstitutionen gehören der Allianz bislang 24 Organisationen an, darunter Climate Tech Start-ups, Investoren, Forschungseinrichtungen und Think Tanks. Die Allianz wird inhaltlich von 1.5°Ventures, einem Climate-Tech Venture Builder aus Berlin, als Content-Partner unterstützt. Finanziert wird das Projekt durch Breakthrough Energy.

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