Zwischenbericht

dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität

Klimaneutralität ist eine historische und fundamentale Herausforderung für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Ein grundlegendes Neudenken und eine vollständige Transformation des Energie- und Wirtschaftssystems sind gefordert.

Mit der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität werden frühzeitig entscheidende Handlungsfelder und Lösungsansätze identifiziert.

Deutschland hat sich dazu verpflichtet, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu sein. Dafür sind die 2020er Jahre entscheidend – wir befinden uns in einer Dekade der Weichenstellungen. Doch welche Weichen genau gilt es zu stellen?

Ambitioniert und realistisch

Diese Frage soll die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität beantworten. Mit einem breiten Stakeholder-Kreis aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden mögliche Lösungsräume skizziert. Über 70 Projektpartner, ein 45-köpfiger Projektbeirat und sechs renommierte Institute als Gutachter tragen mit Markt- und Fachkenntnis dazu bei, dass die Transformationspfade der dena-Leitstudie ein ambitioniertes und gleichzeitig realistisches Bild zeichnen. Denn die wissenschaftliche Szenario-Bildung und Modellierung wird mit den Akteuren abgeglichen, die daraus folgende Pfade beschreiten und die Lösungsansätze in der Realität umsetzen müssen. Das macht die daraus resultierenden Empfehlungen praktikabel und besonders belastbar.

Ein Blick in die Werkstatt

Der vorliegende Zwischenbericht gewährt einen Blick in die Werkstatt der Leitstudie. Er bildet erste Erkenntnisse und Ableitungen aus den zentralen Handlungsfeldern ab. Im Verlauf der Studie entwickeln die beteiligten Expertinnen und Experten konkrete Umsetzungspfade und Handlungsempfehlungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Ziel der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität ist es, eine Basis für fundierte strategische Entscheidungen der politischen und wirtschaftlichen Akteure zur Erreichung von Klimaneutralität 2050 zu erarbeiten. Dies kann im Jahr der Bundestagswahl dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu Klimaneutralität und den Optionen zur Erreichung dieses Ziels wichtige Impulse geben.

Diskutieren Sie mit!

Digitales Kolloquium: Ein Recht auf Klimaschutz am 18. Mai 2021, 17 Uhr

Das erste Digitale Kolloquium der Reihe "Aufbruch Klimaneutralität" (dk2021) behandelt mit einer Panel-Diskussion den aktuellen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz und die Folgen.

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Sieben Impulse für die Transformation

Übergeordnet zu den jeweiligen Erkenntnissen in den Sektoren und Querschnittsthemen haben die Projektbeteiligten sieben Impulse identifiziert, die essenziell für eine beschleunigte Transformation zur Klimaneutralität sind. 

Impuls 1: Ehrlich machen

Der kritische Faktor Zeit verlangt von uns mehr Konsequenz. Deshalb müssen wir mit den Herausforderungen ehrlicher umgehen und die Chancen entschlossener anpacken. Die Politik sollte früh, klar und umfassend kommunizieren, welche notwendigen Veränderungen für Bürgerinnen und Bürgern in ihrem persönlichen Umfeld anstehen und welche finanziellen Belastungen dies bedeutet.

Impuls 2: Der ganzheitliche Blick

Klimaneutralität braucht einen umfassenden ganzheitlichen Ansatz. Es reicht nicht, kleinteilige Anpassungen für einzelne Handlungsfelder oder Sektoren umzusetzen, es braucht die Verknüpfung von Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldclustern. Ohne Nachfrage sind alle Maßnahmen wirkungslos: Klimaneutrale Produkte müssen kostengünstiger sein als klimaschädliche Alternativen.

Impuls 3: Stabiler Rahmen und starker Stimulus

Wir müssen den nötigen Rahmen schaffen und Mut zum sprunghaften Wechsel haben. Klimaneutrale Lösungen brauchen einen langfristig verlässlichen regulatorischen Rahmen, um sich im Wettbewerb mit klimaschädlichen Alternativen zu behaupten. An bestimmten Punkten müssen wir mit einem starken Stimulus den sprunghaften Wechsel auf alternative, klimafreundliche Transformationspfade auslösen.

Impuls 4: Starke Governance

Erfolgreiche Politik für Klimaneutralität braucht Durchhaltevermögen, Koordination und Konsistenz. Der regulatorische Rahmen für Klimaneutralität muss stabil sein, in sich konsistent und gleichzeitig flexibel auf neue Entwicklungen reagieren können. Die Akteure der Bundesregierung müssen stärker zusammenarbeiten und brauchen eine zentrale Koordination, flankierend zum Klimakabinett.

Impuls 5: Alle mitnehmen

Klimaneutralität braucht das Engagement von allen. Bürgerinnen und Bürger sollen an der Transformation teilhaben können, sie mitgestalten und davon profitieren. Herausforderungen, Brüche und Belastungen müssen für sie transparent sein. Nur so können Akzeptanz und Partizipation gelingen.

Impuls 6: Eine Strategie für Senken

Klimaneutralität ist nur mit CO2-Senken zu erreichen. Aus heutiger Perspektive wird es auch 2050 vereinzelt anthropogene Emissionen geben. Sie lassen sich nur über natürliche CO2-Senken und die aktive Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre neutralisieren. Wir brauchen daher eine Strategie zur Nutzung von Senken und einen globalen Innovationsschub bei negativen Emissionstechnologien.

Impuls 7: Die vier Säulen der Klimaneutralität

Die dena-Leitstudie Integrierte Energiewende hat eine Drei-Säulen-Strategie identifiziert: Synthetisch erzeugte erneuerbare Energieträger und Rohstoffe (Powerfuels) ergänzen Energieeffizienz und den Ausbau der direkten Nutzung erneuerbarer Energien. Sie ist unter ökonomischen, ökologischen wie sozialen Aspekten besonders effizient, um die Energiewende zum Erfolg zu machen. Für Klimaneutralität braucht es eine vierte Säule, die Senken, und zugleich mehr Ambition, ein höheres Tempo und mehr Konsequenz bei den Maßnahmen in den ersten drei Säulen.

Integrierte Analyse: Sektoren und Querschnitte

Ein wesentlicher Teil der Analysen findet in vier Sektormodulen statt: Energiewirtschaft, Gebäude, Industrie und Verkehr. Diskutiert werden jeweils Lösungsansätze zur Erreichung von Klimaneutralität im Jahr 2050 sowie die passenden Parameter zur Quantifizierung der sektorspezifischen Transformationspfade im Rahmen der energiesystemischen Modellierung.

Um integrierte Lösungen zu erarbeiten, diskutieren die projektbeteiligten Expertinnen und Experten in drei Querschnittsmodulen die Sektor-übergreifenden Inhalte: Energiemarktdesign, Transformation sowie Wirtschaft & Europa.

 

Fragen & Antworten zur Leitstudie

Das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 ist ein Meilenstein der internationalen Klimapolitik. 195 Staaten, darunter auch Deutschland, haben sich geeinigt, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Zahlreiche Akteure in Politik und Wirtschaft betrachten die Ziele dieses Abkommens als unumkehrbar und suchen nach Wegen, wie sie am besten zu erreichen sind.

Deutschland hat sich mit dem Klimaschutzgesetz von 2019 erstmals gesetzlich verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren und „Treibhausgasneutralität bis 2050 als langfristiges Ziel zu verfolgen.“ Das mit dem Green Deal verkündete EU-Klimaneutralitätsziel für 2050 bettet das deutsche Klimaziel in eine gesamteuropäische Strategie ein.

Das neue Ziel Klimaneutralität stellt alle Akteure vor eine gewaltige Aufgabe. Sie lässt sich nicht durch Einzelmaßnahmen in einzelnen Sektoren lösen, sondern nur durch ein grundlegendes Neudenken von Wirtschaft und Gesellschaft und eine vollständige Transformation des Energie- und Wirtschaftssystems.

In der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität werden mit einem breiten Stakeholderkreis aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft mit Nichtregierungs- und Umweltschutzorganisationen mögliche Lösungen und Wege zur Klimaneutralität in Deutschland skizziert. Diese werden im Verlauf der gemeinsamen Arbeit immer weiter verdichtet, um so zu konkreten Umsetzungspfaden und Handlungsempfehlungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu kommen.

Die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität verfolgt wie die erste dena-Leitstudie aus dem Jahr 2018 einen integrierten Ansatz. Dieser kombiniert wissenschaftliche Analyse mit den Fach- und Marktexpertisen verschiedener Stakeholdergruppen. Die wissenschaftliche Szenariobildung und Modellierung wird mit den Akteuren abgeglichen, die skizzierte Pfade und Lösungsansätze in der Realität umsetzen müssen. Das macht die daraus resultierenden Empfehlungen praktikabel und besonders belastbar.

Die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen haben sich seit der ersten dena-Leitstudie Integrierte Energiewende deutlich gewandelt. Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 erfordert in allen Bereichen ambitionierte Veränderungen, die deutlich über dem in der ersten dena-Leitstudie zugrunde gelegten Zielkorridor liegen. Die Herausforderungen sind gewaltig.

Ziel der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität ist es, eine Basis für fundierte strategische Entscheidungen der politischen und wirtschaftlichen Akteure zur Erreichung von Klimaneutralität 2050 zu erarbeiten. Die Leitstudie wird dabei von einem sehr breiten Stakeholderkreis getragen. Ziel ist ein von allen Akteuren getragenes Ergebnis, basierend auf gemeinsam im Projektverlauf gewonnenen Erkenntnissen.

Die Leitstudie soll Wirtschaftsakteuren eine strategische Orientierung zur Ausrichtung ihrer Geschäftsaktivitäten auf dem Weg in eine klimaneutrale Gesellschaft geben und der Politik konkrete Empfehlungen für Weichenstellungen in der kommenden Legislaturperiode anbieten.

Das Klimaschutzgesetz aus dem Jahr 2019 hat in Deutschland erstmals den Begriff Treibhausgasneutralität im Rahmen eines Gesetzes definiert und als Gleichgewicht zwischen menschengemachten (anthropogenen) Treibhausgasemissionen als Quellen und dem Abbau solcher Treibhausgase (THG) durch Senken beschrieben.

Der Begriff Klimaneutralität weist über die reine Betrachtung von Treibhausgasemissionen hinaus. Er beschreibt den Zustand, in dem sich die Wirkungen sämtlicher anthropogener und natürlicher Faktoren gegenseitig aufheben, sodass sich die globale Durchschnittstemperatur stabilisiert. Zu den relevanten Faktoren gehören neben Treibhausgasemissionen auch Veränderungen der Luftverschmutzung (z. B. durch Ruß, Schwefeldioxid (SO2) oder Feinstaub), der Wolkenbedeckung (Höhe und Art der Wolken) sowie das Rückstrahlvermögen (Albedo) der Erdoberfläche.

Im Rahmen der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität wird in der Modellierung und der Diskussion von Maßnahmen gemäß der aktuellen Gesetzgebung die größtmögliche Minderung menschengemachter, nationaler THG-Emissionen aus allen Quellen als Ziel gesetzt. Zusätzlich wird der Abbau verbleibender Emissionen durch technische und natürliche Senken auf „Netto-Null“ analysiert. Neben Kohlenstoffdioxid werden – so weit möglich – auch die wichtigsten CO2-Äquivalente berücksichtigt, etwa bestimmte Methanquellen im Energie- und Verkehrssektor sowie anthropogene Quellen von Methan und Lachgas in der Landwirtschaft. Bei einer engen Auslegung der Begriffsdefinition betrachtet die dena-Leitstudie also keine Klima-, sondern Treibhausgasneutralität.

Die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität ist wie die vorangegangene Leitstudie ein Multi-Stakeholder-Prozess, an dem ein sehr diverser Kreis unterschiedlicher Wirtschaftsakteure und Institutionen beteiligt ist. Die Einbindung vieler Akteure – nicht nur der Unternehmen – ist der grundlegende Kerngedanke der dena-Leitstudie. Vielfältige Perspektiven, Erfahrungen und Lösungen werden einbezogen. Pluralität und Praxisorientierung sind wichtige Grundprinzipien. Die Einbindung vieler unterschiedlicher Akteure beugt auch einer einseitigen Beeinflussung vor.

Der Kreis der Beteiligten wurde im Vergleich zur vorangegangenen Studie nochmals stark erweitert. Es handelt sich um Unternehmen und Verbände aus den unterschiedlichsten Branchen, von Start-ups über kleine und mittelgroße Betriebe bis hin zu Großunternehmen. Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft (z. B. Nichtregierungs- und Umweltschutzorganisationen) sind über den Beirat eingebunden.

Die mehr als 70 Projektpartner tragen dazu bei, dass die Transformationspfade der dena-Leitstudie ein ambitioniertes und gleichzeitig realistisches Bild zeichnen: Sie bringen ihre fachlich-technische Expertise und ihre Marktkenntnis im Rahmen der Arbeitssitzungen ein, bei der Konsultation und Kommentierung von Dokumenten sowie im Rahmen digitaler Umfragen und übergreifender Diskussionsrunden. Dazu werden ergänzende Interviews mit Expertinnen und Experten aus weiteren Branchen geführt.

Der 45-köpfige Beirat begleitet das Vorhaben über seine gesamte Laufzeit. Darin vertreten sind hochrangige Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Der Beirat soll wichtige Impulse für den Projektverlauf und allen Beteiligten kritische Hinweise zur fortwährenden Überprüfung der Erkenntnisse geben.

Für das Studienprojekt hat die dena zudem renommierte wissenschaftliche Institute zusammengeführt, die die Sektor- und Querschnittsmodule begleiten: das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI), das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW), das Institut für technische Gebäudeausrüstung (ITG) Dresden, die Jacobs University Bremen, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie die Stiftung Umweltenergierecht.

Darüber hinaus werden weitere Fachgutachter für spezifische Fragestellungen über Zusatzgutachten hinzugezogen. Ein Team von dena-Expertinnen und -Experten bringt zudem Erkenntnisse aus einer Vielzahl weiterer dena-Projekte ein.

Insgesamt arbeiten weit mehr als 100 Akteure aktiv an dem Projekt mit. Eine detaillierte Liste der beteiligten Unternehmen und der im Beirat vertretenen Personen und Institutionen ist im Zwischenbericht zur dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität enthalten.

Ähnlich wie die dena-Leitstudie Integrierte Energiewende umfasst auch die Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität zwei Phasen. Im Fokus von Phase 1 stand die Erarbeitung eines ambitionierten Referenzszenarios sowie eines Zielszenarios, mit dem sich Klimaneutralität erreichen lässt. Die erste Phase ist mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts abgeschlossen. In Phase 2 wird die Modellierung überarbeitet und angepasst, um die Robustheit der Ergebnisse zu erhöhen und neue Erkenntnisse zu erzielen.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit wird in den vier Sektormodulen geleistet: Sie betrachten die spezifischen Entwicklungen in den Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude, Industrie und Verkehr. Die beteiligten Expertinnen und Experten diskutieren zusätzlich gemeinsam sektorenübergreifende Inhalte in drei Querschnittsmodulen: Energiemarktdesign, Transformation sowie Wirtschaft und Europa. In Arbeitsgruppen werden zudem branchen- und themenspezifische Fragestellungen bearbeitet. Hier sind auch die Projektpartner eingebunden, die ihre spezifische Expertise und ihre praktischen Erfahrungen einbringen.

Die Diskussionen und Abstimmungen erfolgen in den regelmäßigen Sitzungen der Sektor- und Querschnittsmodule. Die gemeinsame Bearbeitung spezieller Fragestellungen und Themen mit den Gutachtern und den Projektpartnern läuft über digitale Diskussionsforen und geteilte Dokumente. Die Bearbeitungen sind für alle Beteiligten transparent. Einzelne Bearbeitungsstände werden regelmäßig in Arbeitsgruppensitzungen besprochen.

Im Lenkungskreis, einer Art Vollversammlung aller Akteure, werden übergeordnete Themen besprochen und die Zwischenergebnisse zu einzelnen Modulen vorgestellt. Das Stimmrecht der Projektpartner ist im Lenkungskreis verankert: Jedes beteiligte Unternehmen und jede beteiligte Organisation hat dabei nur eine Stimme.

Die Arbeitsgruppen und der Lenkungskreis werden bei der Ausarbeitung der Studieninhalte von den wissenschaftlichen Gutachtern begleitet und beraten; gemeinsam mit der dena bilden sie das Projektkonsortium. Innerhalb des Projektkonsortiums übernimmt die dena die Projektleitung.

Der 45-köpfige Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik hat die Aufgabe, die Neutralität und Ausgewogenheit der dena-Leitstudie zu sichern und die Expertise und Anforderungen weiterer Stakeholder-Gruppen einzubeziehen. Der Beirat berät zu den verschiedenen Fragestellungen, zur Methodik und zu den Ergebnissen der dena-Leitstudie und gibt Empfehlungen ab. Er ist über die gesamte Studienlaufzeit hinweg aktiv eingebunden.

 

 

Die dena-Leitstudie ist ein so genanntes Drittmittelprojekt und wird von den mitwirkenden Partnern aus der Privatwirtschaft (Unternehmen, Institutionen, Verbände) zu großen Teilen finanziell getragen. Die beteiligten Projektpartner werden im Zwischenbericht und im Endbericht transparent dargestellt.

Die Finanzierungsbeiträge für die dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität betragen 35.000 Euro netto für größere Unternehmen, 20.000 Euro netto für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs; Kategorisierung gemäß KMU-Definition der Europäischen Kommission) und 5.000 Euro netto für Startups.

Überdies übernimmt die dena einen Eigenfinanzierungsanteil, der voraussichtlich mehr als 20 Prozent der Gesamtfinanzierung betragen wird.

Die dena-Leitstudie Integrierte Energiewende aus dem Jahr 2018 hat gezeigt: Eine erfolgreiche Energiewende erfordert ein funktionierendes Zusammenspiel aller beteiligten Akteure, Energieträger und Technologien sowie der zugehörigen Infrastrukturen und Rahmenbedingungen. Der bis dahin oft diskutierte Ansatz einer „all electric society“ würde – so ein Ergebnis – mit erheblichen Mehrkosten einhergehen. Die dena-Leitstudie Integrierte Energiewende zeigte zudem, dass die Erreichung der (damaligen) Klimaziele erhöhte Anstrengungen in allen Sektoren erforderlich macht.

Unter ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Aspekten wurde eine Drei-Pfeiler-Strategie für die Integrierte Energiewende als besonders effizient identifiziert: Synthetisch erzeugte erneuerbare Energieträger und Rohstoffe (Powerfuels) ergänzen dabei Energieeffizienz und den Ausbau der direkten Nutzung erneuerbarer Energien. Eine erfolgreiche Energiewende ist in diesem Sinne in vielerlei Hinsicht integriert: Die einzelnen Sektoren wachsen immer stärker zusammen. In allen Bereichen braucht es einen integrierten Blick auf die Wechselwirkungen mit anderen Sektoren, den Abgleich zwischen Infrastrukturen und Märkten, auf zentrale und dezentrale Lösungen sowie auf nationale und internationale Märkte, um das Gesamtsystem für eine erfolgreiche Energiewende optimieren zu können. Das gilt insbesondere für den Infrastrukturbedarf und die mit dessen Aufbau verbundenen Zeithorizonte.

Ein technologieoffener Ansatz ist zudem oberstes Gebot. Insbesondere, weil die Erfahrung zeigt, dass einzelne Ansätze und Lösungen ins Stocken geraten können. Für diese Fälle braucht es alternative Optionen, um die Klimaziele erreichen zu können.

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