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25.06.26

Dialogtag: Bündnis Gebäudewende tauscht sich mit EU-Kommission aus

Beim digitalen EU-Fachdialog diskutierten mehr als 100 Teilnehmende über die Europäische Gebäuderichtlinie (EPBD), ihre nationale Umsetzung durch das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie die daraus resultierenden Chancen für die Branche.

16. Juni 2026. Die Transformation des Gebäudesektors ist ein entscheidender Hebel, um die „Fit-for-55“-Klimaziele der EU zu erreichen. Zwei Jahre nach der Novellierung der EPBD im Jahr 2024 lief Ende Mai die Frist zur Umsetzung in nationales Recht ab. In Deutschland befindet sich das hierzu maßgebliche Gebäudemodernisierungsgesetz aktuell im parlamentarischen Verfahren. Vor diesem Hintergrund debattierte ein breiter Kreis aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die praktische Umsetzung.

Mit einem Grußwort leitete Christian Stolte, Bereichsleiter bei der Deutschen Energie-Agentur (dena), den Fachdialog ein und betonte die enge Verknüpfung von Klimaschutz und Wirtschaft bei der Gebäudewende. Darauffolgend gab Niels Ladefoged, Deputy Head of Unit, Unit B3 - Buildings and Products, Directorate-General for Energy, bei der Europäischen Kommission in seinem Vortrag einen Einblick in die europäische Perspektive zur aktuellen geopolitischen Lage. Als Antwort auf die aktuellen Preisentwicklungbei fossilen Energieträgern forderte er eine konsequente Steigerung der Energieeffizienz sowie die schnelle, klimaneutrale Elektrifizierung des Gebäudesektors. Nur so ließen sich Klimaziele, Energiesicherheit und Wirtschaftlichkeit langfristig vereinen.  

Dr. Sybil Steuwer, Deputy Director des Buildings Performance Institute Europe (BPIE), gab in ihrem Impuls einen Überblick über die nationale EPBD-Umsetzung und präsentierte die Ergebnisse des vierten „EU Building Climate Tracker“ des BPIE vor. Bei der anschließenden Analyse des Nationalen Gebäuderenovierungsfahrplans fokussierte sie sich auf Nullemissionsgebäude (ZEB), Mindeststandards für die Gesamtenergieeffizienz (MEPS) sowie Energieausweise. Dabei zeigte sie konkret auf, an welchen Stellen der Gesetzgeber noch nachbessern muss. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion beleuchteten Vertreter von Unternehmen der Anbieterseite im Gebäudesektor die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Branche. Dr. Hendrik Ehrhardt von der Stiebel Eltron GmbH betonte, dass bei Heizungstechnologien kein Erkenntnis, sondern ein Umsetzungsproblem vorliege und sprach sich für eine aktive Industriepolitik für Zukunftsbranchen aus. Stefan Rinnert von der Schneider Electric GmbH forderte einen schnelleren Ausbau der Digitalisierung im Gebäudesektor und plädierte für mehr Investitionssicherheit und einen Wandel der Geschäftsmodelle. Rolf Brunkhorst von Schüco International mahnte, die Modernisierung von Infrastruktur und Sanierungen im Gebäudebestand als Investition statt als Kostenfaktor zu verstehen, um entsprechende Potenziale auszuschöpfen. Klare Rahmenbedingungen seien die Grundlage für lokale Wertschöpfung, von deren wirtschaftlichen Impulsen letztlich auch der Staat durch Steuereinnahmen profitiere. 

Als Lösungsansatz für Herausforderungen wie steigende Baukosten und Fachkräfteknappheit präsentierte Uwe Bigalke, Teamleiter Serielles Sanieren / Energiesprong  bei der dena, in einem kurzen Spotlight das Konzept Serielles Sanieren. Er skizzierte dabei den Weg von den ersten Pilotprojekten bis zur breiten Marktumsetzung. Anschließend diskutierte er mit der Runde über notwendige Anreize, technologische Innovationen und konkrete Anwendungsfälle für die Praxis. 

Programm der Dialogveranstaltung

Impuls zur Auswirkungen der europäischen Vorgaben für Deutschland von Dr. Sybil Steuwer, BPIE

Impuls zum seriellen Sanieren von Uwe Bigalke, dena

Das Bündnis Gebäudewende vereint führende Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen der Anbieterseite im Gebäudesektor. Gemeinsam setzen sie sich für eine nachhaltige Transformation im Bereich von Wohn- und Nichtwohngebäuden ein. Thematisch deckt das Bündnis ein breites Spektrum ab – von Gebäudetechnik, -automation und -hülle über Bauwirtschaft, Handwerk, Facility Management und Großhandel bis hin zu Energiedienstleistungen, Energieversorgung, Netzinfrastruktur und nicht-leitungsgebundenen Energieträgern. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat das Bündnis initiiert und übernimmt die Koordination aller Aktivitäten.