Dialogtag: Bündnis Gebäudewende bringt Wirtschaft und Politik zusammen
Beim dritten Dialogtag des Bündnisses Gebäudewende im Jahr 2026 kamen viele Gäste in Berlin zusammen, um unter dem Titel „Starke Märkte. Nachhaltige Wertschöpfung. Bezahlbarer Wohnraum.“ über die aktuellen Herausforderungen der Gebäudewende zu diskutieren
Berlin, 22. September 2026. Der Gebäudesektor steht unter Druck: Steigende Baupreise, zu langsam sinkende Emissionen und Wohnraummangel sind dabei zentrale Themen. Mit aktuellen Daten und Trends zu diesen Themen liefert der neu erschienene Marktreport 2026 des Bündnis Gebäudewende eine fundierte Grundlage für die Podiumsdiskussionen des Dialogabends.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Christian Stolte, Bereichsleiter Klimaneutrale Gebäude der Deutschen Energie-Agentur (dena), führte Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung dena, in ihrem Grußwort in die Abendveranstaltung ein und betonte neben den Herausforderungen insbesondere die Chancen und Potenziale einer erfolgreichen Gebäudewende. Anschließend stellte Dr. Ingrid Hanhoff, Leiterin der Unterabteilung „Nationaler Klimaschutz“ im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), in einem Impulsvortrag die Themen der aktuellen Klimaschutzmaßnahmen, den Stand der Wärmewende und notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen dar.
In der anschließenden Marktrunde diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden der Anbieterseite im Gebäudesektor über die aktuellen Herausforderungen und Chancen für die Branche. Christoph M. Stolz von Sto SE & Co. KGaA wies im Hinblick auf die vergangene Hitzeperiode darauf hin, dass die energetische Sanierung der Gebäudehülle nicht nur im Winter die Wärme im Gebäude hält, sondern auch im Sommer hilft, Überhitzung zu vermeiden, und damit eine Investition für das ganze Jahr sei. In der Diskussion um Hitzeschutz plädierte Florian Munder vom Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv) dafür, Mietenden das Recht einzuräumen, eigene Hitzeschutzmaßnahmen zu ergreifen. Sarah Bäumchen vom Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) forderte die im Koalitionsvertrag versprochene Stromsteuersenkung für eine beschleunigte Elektrifizierung des Gebäudesektors. Für mehr Tempo bei der Umsetzung der Transformation sprach sich auch Dr. Ingrid Hanhoff vom BMUKN aus.
Im direkten Anschluss führte Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), durch die politische Diskussionsrunde unter dem Titel: „Bezahlbares Bauen: Sind Gebäudetyp E und Bau-Turbo die Lösung?“. Der Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Lutz Brinkmann, Mitglied im Ausschuss für Wohnen, betonte die notwendigen Kostensenkungen im Baubereich und setzte sich dafür ein, den Gebäudetyp E auch als Möglichkeit für innovative Experimente im Bau anzusehen. Auch der baupolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Hendrik Bollmann, MdB, begrüßte den Gebäudetyp E und den Bau-Turbo als Chance, Anträge zu beschleunigen, die Kosten im Baubereich zu senken und damit breite Bevölkerungsschichten zu entlasten. Michel Durieux vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbe (ZDB) freute sich über regulatorische Erleichterungen und illustrierte mit bereits umgesetzten Pilotprojekten die möglichen Kosteneinsparungen. Katalin Gennburg, MdB, Sprecherin für Stadtentwicklung der Bundesfraktion Die Linke, erklärte, sie wolle Spekulationen und minderwertige Gebäude verhindern und sprach sich für mehr kommunales Bauen aus. Dominik Räder vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) setzte sich für eine rechtssichere Umsetzung des Gebäudetyp E ein, um das Handwerk vor Haftungsrisiken zu bewahren.
Nachfragen aus dem Publikum befassten sich insbesondere mit dem Gebäudetyp E und der richtigen Balance aus nachhaltiger Qualität, Investitions- bzw. Baukosten und den zu erwartenden Kosten der Wärmeversorgung. Der Dialogtag klang mit einem abschließenden Get-together aus, bei dem Teilnehmende und Gäste die Gelegenheit für persönlichen Austausch und Vernetzung nutzten.