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24.03.26

Dialogtag: Wirtschaft und Politik im Austausch beim Bündnis Gebäudewende

Auf dem ersten Dialogtag vom Bündnis Gebäudewende im Jahr 2026 kamen über 100 Gäste in Berlin zusammen, um über die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes und die Herausforderungen der energetischen Transformation des Gebäudesektors zu diskutieren.

Foto (v.l.n.r.): Corinna Enders (dena), Jörg Cezanne (Fraktion Die Linke), Lars Rohwer (CDU/CSU-Fraktion), Helmut Kleebank (SPD-Fraktion) und Dr. Alaa Alhamwi (Bündnis 90/Die Grünen) in der Podiumsdiskussion.

Berlin, 24. März 2026. Die Transformation des Gebäudesektors ist zentral für die Erreichung der Klimaziele. Mit den Ende Februar vorgestellten Eckpunkten zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) stellte die Bundesregierung ihre Ideen für einen neuen ordnungsrechtlichen Rahmen zur Erreichung dieser Ziele vor. Die Abschaffung der 65-Prozent-Regel, die Einführung der Biotreppe auf die energetische Sanierung des Gebäudebestandes sowie deren Auswirkungen auf die lokale Wertschöpfung sowie auf Verbraucherinnen und Verbraucher wurden in einer Marktrunde und auf einem politischen Panel diskutiert.  

Zur Begrüßung leitete Christian Stolte, Bereichsleiter Klimaneutrale Gebäude bei der dena, die Abendveranstaltung ein und betonte die enge Verknüpfung von Klimaschutz und Wirtschaft bei der Gebäudewende. Anschließend führte Dirk Scheinemann, Leiter der Abteilung B II „Baupolitik, Bauwirtschaft, Bundesbau“ im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), in einem Impulsvortrag durch die Themen der aktuellen geopolitischen Lage, die Wohnungsbaupolitik sowie die Förderprogramme. 

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In der Marktrunde diskutierten Vertreter aus Verbänden der Anbieterseite im Gebäudebereich über die aktuellen Herausforderungen und Chancen für die Branche. Dr. Hendrik Ehrhardt von der Stiebel Eltron GmbH wies auf die guten Absatz- und Antragszahlen in der Wärmepumpenbranche hin und warnte vor der Wiederholung vergangener Fehler, die zu Werksschließungen und negativen Arbeitsplatzeffekten in der PV-Industrie führten. Alexander Neuhäuser vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) forderte einen schnelleren Ausbau der Digitalisierung im Gebäudesektor und wünschte sich von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zu den Klimaschutzzielen. Darius Kremer vom Bundesverband des Elektro-Großhandels e.V. (VEG) plädierte ebenfalls für verbindliche Ziele und eine zügige Umsetzung des GMG, um Investitionen sicherzustellen und warnte vor weiterer Planungsunsicherheit. Von den fehlenden Ausführungen zu Effizienz in den GMG-Eckpunkten zeigte sich Jan-Peter Hinrichs vom Bundesverband Energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) angesichts des historisch niedrigen Sanierungsquote enttäuscht. Als großer Hebel könnte sich die Sanierung von Nichtwohngebäuden wie z.B. Schulen und Krankenhäuser mithilfe des Sondervermögens erweisen.  

Im direkten Anschluss führte Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), durch die politische Diskussionsrunde. Lars Rohwer (CDU/CSU) verteidigte die Grüngasquote und stellte sich gegen Befürchtungen vor begrenzter Verfügbarkeit und steigenden Preisen bei grünen Gasen für Verbraucher. Jörg Cezanne (Die Linke) kritisierte die negative Kommunikation der Union zur Wärmepumpe und forderte, dass Vermietende allein die CO2-Abgabe im Gebäudesektor tragen sollten, um den Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen anzureizen. Helmut Kleebank (SPD) resümierte, das Gebäudemodernisierungsgesetz werde für mehr Technologieoffenheit, aber auch mehr Risiko sorgen, weshalb insbesondere eine gute Förderkulisse wichtig sei, um positive Marktanreize zu setzen. Dr. Alaa Alhamwi (Bündnis 90/Die Grünen) warnte vor fossilen Lock-ins mit einer Heizkostenfalle für Verbraucher und forderte eine beschleunigte Wärmewende auf Grundlage erneuerbarer Energien.   

Nachfragen aus dem Publikum befassten sich insbesondere mit den sozialen Aspekten und Auswirkungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes, Planungssicherheit für die Wirtschaft und klimapolitische Zielsetzungen.  

Programm der Dialogveranstaltung

Impressionen von der Dialogveranstaltung

Networkingaktiviäten der Teilnehmenden auf dem Dialog.
Corinna Enders (dena) begrüßt und führt in die Veranstaltung ein.
Blick in das Auditorium zu Beginn der Veranstaltung.
Christian Stolte (dena) im Rahmen der Moderation des Podiums „Markt“.
Blick in die Veranstaltung während Dirk Scheinemann (BMWSB) referiert.
Dirk Scheinemann (BMWSB) hält seinen einführenden Impuls.
Diskussionsaustausch im Rahmen des Podiums „Markt“. Alexander Neuhäuser (ZVEH) gibt ein Statement ab.
Jan Peter Hinrich (BuVEG) führ seine Sichtweisen im Rahmen des Podiums „Markt“ aus.
Blick auf alle Referierenden der Podiumsrunde „Markt“.
Helmut Kleebank (SPD-Fraktion) führt seinen Standpunkt während des Podiums „Politik“ näher aus.
Blick in die Netzwerkaktivitäten der Teilnehmenden am Abend.
 Jörg Cezanne (Die Linke) referiert im politischen Podium.