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23.06.26

Analyse: Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Marktpotenziale und -hemmnisse im Kontext von Dekarbonisierung, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit

Diagramm: Zwei Häuser im Querschnitt. Links mit zentralem Kamin und roten Rohren für Wärmeverteilung in alle Räume. Rechts mit dezentralen Heizgeräten in jedem Raum, die an externe Leitungen angeschlossen sind. Überschrift: "Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung". Untertitel: "Marktpotenziale und -hemmnisse im Kontext von Dekarbonisierung, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit". Logo: dena.
Zwei Balkendiagramme zeigen die Entwicklung der Anzahl ausgestatteter Wohnungen mit Wohnungslüftungsanlagen und die Hochrechnung der Einsparung von Treibhausgas-Emissionen bis 2045
Seite mit Text und Tabelle zu Marktpotenzialen und Gebäudedaten, darunter zwei Illustrationen von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern
Zwei Balkendiagramme und eine Tabelle zeigen die Hochrechnung der Einsparung von Betriebskosten für Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung in den Jahren 2030 bis 2045
Seite mit Diagrammen zur Verteilung von Lüftungssystemen in Neubauten und Wohngebäuden in Belgien und Finnland

Hemmnisse und Treiber für eine stärkere Marktdurchdringung

Lüftungskonzepte spielen eine wichtige Rolle für die Energieeffizienz und Dekarbonisierung von Gebäuden. Die Analyse zeigt, dass kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung einen Beitrag zur Energieeinsparung, zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit leisten kann. Um diese Potenziale besser zu erschließen, identifiziert die Analyse verschiedene Handlungsfelder:

  • Verpflichtende Lüftungsplanung nach DIN 1946-6 bei Neubau und energetischer Sanierung
  • Stärkere Förderung ventilatorgestützter Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG), insbesondere in Kombination mit Wärmepumpen zur Reduzierung von Heizlasten und Netzbelastung 
  • Bei Ersatz raumluftabhängiger Etagenheizungen: Technische Sicherstellung des Mindestluftwechsels zum Feuchte- und Gesundheitsschutz
     

Potenziale für Energieeffizienz, Gesundheit und Systemintegration

In modernen Gebäuden sind Lüftungswärmeverluste energetisch ebenso relevant wie Transmissionswärmeverluste. Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG) bieten hier erhebliche Potenziale: 

  • Energieeinsparung: WRG-Systeme können Lüftungswärmeverluste gegenüber freier Lüftung um 50–70 Prozent reduzieren
  • Bautenschutz: Bereits einfache Abluftsysteme können das Risiko von Feuchte- und Schimmelschäden um bis zu 50 Prozent senken
  • Gesundheitsschutz: Menschen in Deutschland verbringen bis zu 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Eine gute Raumluftqualität trägt zu Gesundheit, Wohlbefinden und Wohnkomfort bei. 
  • Systemintegration: Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung ergänzen Wärmepumpen sinnvoll und können deren Effizienz steigern. 
  • Netzentlastung: Die Kombination aus WRG und Wärmepumpe reduziert die Heizlasten und Lastspitzen im Stromnetz, insbesondere während Dunkelflauten
Diagramm: Einsparpotenziale von Treibhausgas(THG)-Emissionen durch Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. Berechnete Einsparung in Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr für die Jahre 2030, 2035, 2040 und 2045. Dargestellt für Basisszenario (grau), Bauimpuls-Szenario (orange) und Bau-Lüftungsimpuls-Szenario (lila). Quelle: FGK 2026, Destatis 2026, BDEW 2025, dena 2026.

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Potenziale bis 2045

Die Szenarioanalyse bis 2045 zeigt erhebliche Potenziale für Klimaschutz und Energieeffizienz. Im ambitioniertesten Szenario mit einer jährlichen Ausstattung von bis zu 650.000 Wohneinheiten bis zum Jahr 2035, werden THG-Einsparungen von über einer Millionen Tonnen COerrechnet. Gleichzeitig verfügt Deutschland über eine leistungsfähige Lüftungsgerätindustrie mit einer starken Wertschöpfungskette, die von der Herstellung über die Installation bis hin zu Wartung und Service reicht.

Diagramm: Anzahl ausgestatteter Wohnungen pro Jahr mit Wohnungslüftungssystemen und Wärmerückgewinnung bis 2045 für drei Szenarien. Dargestellt sind sechs Linien für Basis-, Bauimpuls- und Bau- und Lüftungsimpuls-Szenario, jeweils mit und ohne Anlagenaustausch. Achsen: 2026–2044 (x-Achse), 0–1 Mio. (y-Achse). Quelle: FGK 2026, Destatis 2026, dena 2026.

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Ein Exkurs der Bottom-up-Studie "Gebäude und Quartiere"

Diese Analyse ist ein Exkurs der dena Bottom-up-Studie „Gebäude und Quartiere“. Mit den Exkursen werden ausgewählte Fragestellungen der Gebäude- und Wärmewende vertieft untersucht und praxisnah eingeordnet. 

Dieser Exkurs wurde durch die fachliche und finanzielle Unterstützung der folgenden Verbände ermöglicht: 

  • BDH Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V.
  • FGK Fachverband Gebäude-Klima e. V.
  • VfW Bundesverband für Wohnungslüftung e. V.
  • HEA Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V.
  • VdZ Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V.
  • ZVSHK Zentralverband Sanitär Heizung Klima

Ergänzendes Debattenpapier

Die an der dena-Analyse beteiligten Projektpartner haben ein Debattenpapier „Politische Handlungsempfehlungen zur dena-Analyse ‚Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung‘" veröffentlicht. Dieses gibt ausschließlich die Position der Verfassenden wieder.