Analyse: Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung
Marktpotenziale und -hemmnisse im Kontext von Dekarbonisierung, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit
Hemmnisse und Treiber für eine stärkere Marktdurchdringung
Lüftungskonzepte spielen eine wichtige Rolle für die Energieeffizienz und Dekarbonisierung von Gebäuden. Die Analyse zeigt, dass kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung einen Beitrag zur Energieeinsparung, zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit leisten kann. Um diese Potenziale besser zu erschließen, identifiziert die Analyse verschiedene Handlungsfelder:
- Verpflichtende Lüftungsplanung nach DIN 1946-6 bei Neubau und energetischer Sanierung
- Stärkere Förderung ventilatorgestützter Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG), insbesondere in Kombination mit Wärmepumpen zur Reduzierung von Heizlasten und Netzbelastung
- Bei Ersatz raumluftabhängiger Etagenheizungen: Technische Sicherstellung des Mindestluftwechsels zum Feuchte- und Gesundheitsschutz
Potenziale für Energieeffizienz, Gesundheit und Systemintegration
In modernen Gebäuden sind Lüftungswärmeverluste energetisch ebenso relevant wie Transmissionswärmeverluste. Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG) bieten hier erhebliche Potenziale:
- Energieeinsparung: WRG-Systeme können Lüftungswärmeverluste gegenüber freier Lüftung um 50–70 Prozent reduzieren
- Bautenschutz: Bereits einfache Abluftsysteme können das Risiko von Feuchte- und Schimmelschäden um bis zu 50 Prozent senken
- Gesundheitsschutz: Menschen in Deutschland verbringen bis zu 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Eine gute Raumluftqualität trägt zu Gesundheit, Wohlbefinden und Wohnkomfort bei.
- Systemintegration: Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung ergänzen Wärmepumpen sinnvoll und können deren Effizienz steigern.
- Netzentlastung: Die Kombination aus WRG und Wärmepumpe reduziert die Heizlasten und Lastspitzen im Stromnetz, insbesondere während Dunkelflauten
Potenziale bis 2045
Die Szenarioanalyse bis 2045 zeigt erhebliche Potenziale für Klimaschutz und Energieeffizienz. Im ambitioniertesten Szenario mit einer jährlichen Ausstattung von bis zu 650.000 Wohneinheiten bis zum Jahr 2035, werden THG-Einsparungen von über einer Millionen Tonnen CO2 errechnet. Gleichzeitig verfügt Deutschland über eine leistungsfähige Lüftungsgerätindustrie mit einer starken Wertschöpfungskette, die von der Herstellung über die Installation bis hin zu Wartung und Service reicht.
Ein Exkurs der Bottom-up-Studie "Gebäude und Quartiere"
Diese Analyse ist ein Exkurs der dena Bottom-up-Studie „Gebäude und Quartiere“. Mit den Exkursen werden ausgewählte Fragestellungen der Gebäude- und Wärmewende vertieft untersucht und praxisnah eingeordnet.
Dieser Exkurs wurde durch die fachliche und finanzielle Unterstützung der folgenden Verbände ermöglicht:
- BDH Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V.
- FGK Fachverband Gebäude-Klima e. V.
- VfW Bundesverband für Wohnungslüftung e. V.
- HEA Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V.
- VdZ Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V.
- ZVSHK Zentralverband Sanitär Heizung Klima
Ergänzendes Debattenpapier
Die an der dena-Analyse beteiligten Projektpartner haben ein Debattenpapier „Politische Handlungsempfehlungen zur dena-Analyse ‚Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung‘" veröffentlicht. Dieses gibt ausschließlich die Position der Verfassenden wieder.