Einsatz von E-LKW im Straßengüterverkehr
Dachser als führender Logistik-Dienstleister betreibt bisher eine große Fahrzeugflotte auf Basis von Dieselmotoren. Der systematische Einsatz batterieelektrischer Lastfahrzeuge ist ein wichtiger Beitrag zum emissionsarmen Schwerlastverkehr.
Ausgangszustand
DACHSER SE verfügt über ein flächendeckendes Transportnetzwerk in Europa. Im Geschäftsfeld der Straßenlogistik gehört das Unternehmen zu den Marktführern für Stückgutlogistik von Industriegütern und Lebensmitteln. Die Logistikdienstleistungen erfolgten im Nah- und Fernverkehr primär mit Diesel-LKW.
Beschreibung der Maßnahme
2015 wurden von DACHSER strategische Forschungs- und Innovationsfelder definiert, aus dem unter anderem das Programm „DACHSER ePower – Impulse Generator E-Mobility in Logistics“ hervorging.
Im Zuge dieses Prozesses wurde auch die Transformation hin zu Null-Emissionsantrieben und E-Mobilität im Straßengüterverkehr gestartet. Mittlerweile sind rund 170 BEV[1]-LKW diverser Hersteller im europäischen Netzwerk im Einsatz. Dazu setzt DACHSER BEV-Motorwagen, Sattelzüge und BDF-Wechselbrückenzüge[2] ein, um verschiedene Einsatzszenarien abzudecken.
Bei den von MAN verwendeten Energiespeichern handelt es sich um Lithium-Ionen-Module mit Nickel, Mangan und Kobalt. Jedes Batteriepack besteht aus Batteriezellen, die zu Modulen gruppiert und in einzelnen Lagen zusammengeführt werden. MAN Truck & Bus produziert seine Hochvolt-Batteriepacks inzwischen selbst in Großserie, und zwar im E-Mobility-Technikum am Standort Nürnberg. Die Batteriepakete benötigen an einer DC-Schnellladesäule mit 400 Ampere Ladestrom etwas mehr als eine Stunde, um von 20 auf 80 Prozent geladen zu werden.
Die Ergebnisse aus dem Jahr 2024 zeigen, dass trotz mangelnder öffentlicher Ladeinfrastruktur und BEV-Reichweiten von 300 km dennoch Fernverkehre mit bis zu 230.000 km Jahreslaufleistung umgesetzt werden können. Dazu trägt auch der Ausbau eigener Ladeinfrastruktur an rund 90 Niederlassungen bei. Da es sich um sowohl Nah- als auch Fernverkehrfahrzeuge handelt, beträgt die angenommene durchschnittliche Jahresfahrleistung 100.000 km bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 110 kWh pro 100 km pro Fahrzeug.
Die höheren Investitionskosten, geringere Betriebskosten und CO2 -Einsparungen verglichen mit Diesel-LKW wurden im Rahmen einer Lebenszyklusbewertung (LCA) berücksichtigt. Dadurch konnte eine Gesamtbeurteilung von Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit vorgenommen werden.
Ergänzend zu BEV werden auch Wasserstoffantriebe evaluiert. Derzeit ist ein FCEV[3]-LKW-Anhängerzug zu Testzwecken täglich zwischen Berlin und Magdeburg im Einsatz.
[1] Battery Electric Vehicle
[2]BDF-Wechselsystem ist ein System für Wechselaufbauten, das eine einfache und schnelle Trennung eines austauschbaren Ladungsträgers von seinem Trägerfahrzeug möglich macht.
[3] Fuel Cell Electric Vehicle, ein elektrisches Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb.
Unternehmens- und Projektdetails
| Methode |
| Elektromobilität |
| Branche |
| Logistik |
| Bundesland, Standort (Projekt) |
| Bayern |
| Unternehmen |
| DACHSER SE |
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| Angaben zum Projekt | ||
| Energieeffizienz | Senkung des Energieverbrauchs Zusätzlicher Energieverbrauch | 35,8 GWh/a (Diesel) 14,3 GWh/a (Strom) |
| Prozentuale Energieeinsparung | 60 % (Vergleich Diesel- und BEV-LKW) | |
| Klimaschutz | CO2-Einsparung | 12.000 Tonnen CO2e / Jahr |
| Wirtschaftlichkeit | Investitionen | Keine Angabe |
| Amortisationszeit (mit Förderung) | Mehr als 8 Jahre | |
| Förderung | Förderung 2021 und 2022 im Rahmen des Förderprogramms für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastruktur (KSNI) für drei E-Mobility Standorte. | |