Fahrassistenzsystem zur Energieverbrauchssenkung bei Güterzügen
Praxisbeispiel für Dienstleistungen / Handel
Die DB Cargo AG betreibt den Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn in Deutschland und Europa. Durch Anwendung eines Fahrassistenzsystems lassen sich energiesparende Fahrempfehlungen entwickeln. Lokführer und Lokführerinnen von Elektro- und Diesellokomotiven im Schienengüterverkehr werden so gezielt für eine energiesparende Fahrweise unterstützt.
Ausgangszustand
DB Cargo ist Europas führendes Unternehmen im Schienengüterverkehr und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn. Mit einem europäischen Netzwerk verbindet DB Cargo täglich Wirtschaftsräume in über 17 Ländern. Dazu werden über 2.600 Lokomotiven und etwa 82.000 Güterwagen eingesetzt. Das Leistungsspektrum reicht vom Einzelwagenverkehr über Ganzzüge[1] bis hin zu multimodalen Transportketten im kombinierten Verkehr. Der Großteil der Züge wird elektrisch betrieben, ein Teil davon mit Ökostrom. Ziel von DB Cargo ist es, Logistiklösungen anzubieten, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch zukunftsfähig sind.
[1] Ein Ganzzug ist ein Güterzug, der vom Start- bis zum Zielbahnhof ohne Änderung der Zusammensetzung verkehrt.
Beschreibung der Maßnahme
Bereits seit 2016 werden mit dem Fahrassistenzsystem LEADER (Locomotive Engineer Assist Display and Event Recorder) Daten zu den Strecken und Parameter zu den Zügen gesammelt, um Lokführer und Lokführinnen beim energieoptimierten Fahren zu unterstützen. Das Fahrassistenzsystem wird gemeinsam mit dem Technologiepartner Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH kontinuierlich weiterentwickelt.
Das Fahrerassistenzsystem stellt Lokführer und Lokführerinnen in Echtzeit präzise Fahrempfehlungen über ein zusätzliches Display im Führerstand zur Verfügung. Diese Empfehlungen basieren auf der jeweiligen Streckentopografie, den Zugparametern, vorhandenen Fahrplanpuffern sowie aktuellen Betriebsdaten. Das System gibt konkrete Hinweise, wann und in welchem Umfang beschleunigt oder gebremst werden sollte, um unnötigen Energieverbrauch und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Um eine hohe Akzeptanz bei den Lokführern und Lokführerinnen sicherzustellen, wurde LEADER von Beginn an konsequent an deren Arbeitsanforderungen ausgerichtet und im kontinuierlichen Austausch weiterentwickelt. Dieses nutzerzentrierte Vorgehen führte dazu, dass inzwischen mehr als 95 Prozent der Lokführer und Lokführerinnen LEADER aktiv einsetzen.
Ein gleichmäßigerer Fahrstil reduziert den Verschleiß und unterstützt damit eine nachhaltige Instandhaltung der Fahrzeuge. Der Einsatz von LEADER trägt nicht nur zur Senkung der Energiekosten bei, sondern schont zugleich die Lokomotiven. Bis 2026 wurden rund 680 Elektro- und Streckendiesellokomotiven – etwa 70 Prozent der Triebfahrzeugflotte – mit LEADER ausgerüstet. Im Jahr 2025 konnte durch den Einsatz des Systems durchschnittlich eine Energieeinsparung bei Elektrolokomotiven von rund zwölf Prozent erzielt werden. Seit 2025 ist LEADER zudem für den Einsatz auf Diesellokomotiven verfügbar. In einer ersten Pilotphase zeigte sich im Dieselbetrieb ein Einsparpotenzial von etwa vier bis fünf Prozent.
Perspektivisch ist vorgesehen, LEADER stärker an die Infrastruktur-IT der Schwestergesellschaft DB InfraGO[1] anzubinden. Dadurch können zusätzliche Informationen zur aktuellen Betriebslage, beispielsweise Blockbelegungen, direkt in die Fahrempfehlungen integriert werden. Darüber hinaus bereitet DB Cargo den Einsatz von LEADER im europäischen Schienengüterverkehr vor.
[1] DB InfraGO ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die für die Instandhaltung von Eisenbahninfrastruktur in Deutschland verantwortlich ist. Dazu gehören sowohl das Schienennetz als auch Bahnhöfe.
Details zum Unternehmen und Projekt
| Methode |
| Fahrassistenzsysteme |
| Branche |
| Dienstleistungen / Handel |
| Bundesland, Standort (Projekt) |
| Rheinland-Pfalz |
| Unternehmen |
| DB Cargo AG |
[1] Triebfahrzeuge
Möchten Sie mehr Informationen oder einen Kontakt zum Unternehmen haben? Schreiben Sie uns gerne!
| Angaben zum Projekt | ||
| Energieeffizienz | Senkung des Energieverbrauchs | 40.000 MWh/a (Strom) 3.500 MWh/a (Diesel) |
| Prozentuale Energieeinsparung | 12 % (Elektro-Tfz[1]) bzw. 4-5 % bei Diesel-Tfz) bezogen auf den Prozess | |
| Klimaschutz | CO2-Einsparung | 18.998 Tonnen CO2e / Jahr |
| Wirtschaftlichkeit | Investitionen | ca. 15 Mio. Euro |
| Amortisationszeit (mit Förderung) | 3 bis 8 Jahre | |
| Förderung | In Teilen über das EU-Programm Shift2Rail (S2R) | |