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Eigenstromerzeugung mit Photovoltaik

Praxisbeispiel für Maschinen- und Fahrzeugbau

Die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage der STOPA Anlagenbau GmbH mit Schafen zur Beweidung.

Das Sondermaschinenbauunternehmen STOPA hat sich zum Ziel gesetzt, an ihrem Standort in Achern-Gamshurst bis 2030 klimaneutral zu produzieren. Zentrale Elemente des Konzeptes „STOPA Energie-Campus“ sind eine Carport-Photovoltaik-Anlage mit Ladeinfrastruktur, ein Stromspeicher zur Lastkappung sowie eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage auf einer Ackerfläche, bzw. Wiese, die mit Heidschnucken bewirtschaftet werden.

Ausgangszustand

STOPA Anlagenbau GmbH hat sich von einem kleinen Schweißfachbetrieb von Heizkesseln und Schwimmbädern hin zu einem weltweit agierenden Mittelständler im Sondermaschinenanlagenbau mit über 350 Angestellten entwickelt.

Das Unternehmen ist europaweit Hersteller von automatisierten Lagersystemen für Blech und Langgut sowie von automatischen Parksystemen. Der für die Produktion benötigte Strom wurde über einen Einkaufsring von den örtlichen Stadtwerken bezogen. STOPA hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 in den Scopes 1 und 2 klimaneutral zu sein.

Beschreibung der Maßnahme

Als wesentlicher Bestandteil der Energie- und Klimaschutzstrategie wurde die Stromversorgung weitgehend auf Eigenstromerzeugung auf Basis von Photovoltaik umgestellt. Zentrale Bausteine des Konzeptes sind eine Carport-Photovoltaik-Anlage, eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage, ein Stromspeicher sowie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Die Inbetriebnahme der Carport-Photovoltaik-Anlage erfolgt im Januar 2026 nach Eingang des erforderlichen Anlagenzertifikats (VDE-ARN 4110). Die installierte Erzeugungskapazität beträgt insgesamt 730 kWp. Bei der Konzeption mussten unter anderen Anforderungen an Statik und Absicherung gegen Windlasten erfüllt werden. Dabei kamen aus Nachhaltigkeitsgründen keine Betonfundamente, sondern Schraubfundamente zum Einsatz. Als Schraubfundament dienen dabei riesige Schrauben, die circa sechs Meter in den Boden gedreht werden. Zur Stromerzeugung werden Module von Solarwatt mit robuster Glas-Glas-Technologie (mit je 315 Wp) verwendet, die auch eine ausreichende natürliche Belichtung des Carports sichern. Um über den Tag verteilt Strom zu produzieren, wurden die Module in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt, was den Verbrauch in den typischen Verbrauchs- und Bedarfszeiten in den Morgen- und Abendstunden besser abdeckt. 

Der Carport umfasst 28 Ladepunkte für die Mitarbeitenden (24 x 7 kW und 4 x 11 kW). Zugang besteht für Firmenwagen sowie für Privatfahrzeuge. Aktuell können 17 Mitarbeiterfahrzeuge ihre E-Autos an den Ladepunkten laden. Betreiber der Ladesäulen, bzw. charge point operator ist STOPA. Die Ladeinfrastruktur wurde vom Dienstleister chargeBIG, einem Corporate Startup der MAHLE GmbH bezogen, die auch die Abrechnung übernimmt (aktuell mit 27 ct/kWh). Die Inbetriebnahme dieser Anlage war im Juni 2025.

Zusätzlich wurde auf dem 10.500 m² umfassenden Erweiterungsgrundstück der STOPA, eine Wiese und Ackerfläche, eine Freiflächen-Photovoltaik Anlage (2,2 MWp) errichtet. Bei einer kalkulierten Stromerzeugung von circa 1.146 kWh/kWp ist ein jährlicher Stromertrag von circa 2,5 GWh zu erwarten. Unter Nutzung der maximal möglichen Fläche wurden 3.849 Module (0,575 Wp) von Huawei installiert. Die Photovoltaik-Module wurden mit einer Neigung von 15 Grad nach Süden ausgerichtet. Als zuverlässige Rasenmäher kommen 25 Heidschnucken eines regionalen Schäfers zum Einsatz. Um die Module vor möglichen Beschädigungen durch die Tiere zu sichern, wurden die Module einen Meter höher gesetzt. 

Zur Deckung des Nachtverbrauches sowie um Lastspitzen auszugleichen, kommt ein Lithium-Stromspeicher (Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator) mit einer über eine Lastganganalyse ermittelte Kapazität von 860 kWh zum Einsatz (Leistung: 120 kVA). LiFePO4-Batterien sind weniger anfällig für thermisches Durchgehen und Verbrennung, was eine sicherere Energiespeicherlösung darstellt. Der dazugehörige Speicher befindet sich in der Halle der Blechfertigung. Die Speicherbewirtschaftung erfolgt über ein Energie-Management-System (EMS). Für die Optimierung der Speicherbewirtschaftung unter Berücksichtigung von Wetterprognosen kooperiert STOPA mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 

Die beiden großen Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt circa 3 MWp ermöglichen eine Abdeckung von circa 80 Prozent des jährlichen Strom- und Energiebedarfs. Zusätzlich werden circa 2 GWh Strom ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und durch einen Energiedienstleister vermarktet. Zukünftig werden weitere Produktionsprozesse elektrifiziert, um unter anderem den in der Produktion benötigten Stickstoff regenerativ zu erzeugen.

Der Carport bei STOPA mit Photovoltaik-Anlage und Ladepunkten.

Details zum Unternehmen und Projektdetails

Methode 
Eigenstromerzeugung, Elektromobilität
Branche 
Maschinenbau / Fahrzeugbau (genau Sondermaschinenanlagenbau)
Bundesland, Standort (Projekt)
Baden-Württemberg
Unternehmen
STOPA Anlagenbau GmbH

Möchten Sie mehr Informationen oder einen Kontakt zum Unternehmen haben? Schreiben Sie uns gerne!

Angaben zum Projekt
EnergieeffizienzSenkung des Energieverbrauchs 1,4 GWh/a (Eigenerzeugung)
2 GWh/a (Einspeisung)
Prozentuale Energieeinsparung

80 % (Strombedarf)

KlimaschutzCO2-Einsparung 

1.500 Tonnen CO2e / Jahr

WirtschaftlichkeitInvestitionen

4,4 Mio. Euro

Amortisationszeit (mit Förderung)

Mehr als 8 Jahre

FörderungGründerkredit der LBBW (Darlehen aus dem KfW-Programm ERP-Gründerkredit)