Zum Hauptinhalt springen

Dezentrale Wärmetechnologien

Wärmepumpen Nachfrage Marktanteil Kosten

 

Wärmepumpen 

Biomassekessel

Gasheizungen

H2-Heizungen

Ölheizungen

Teil I: Dezentrale Wärmetechnologien - Wärmepumpen

Wärmepumpen nutzen die in der Umwelt gespeicherte Wärme – etwa aus Luft, Wasser oder Erdreich – und heben sie mit Hilfe von elektrischer Energie  auf Temperaturen, die für Heizung und Warmwasserbereitung erforderlich sind. Auf diese Weise können sie je nach Wärmequelle die drei- bis fünffache Menge der eingesetzten elektrischen Energie als nutzbare Wärme bereitstellen. Wärmepumpen, die das Erdreich oder das Grundwasser als Wärmequelle nutzen sind dabei effizienter als Wärmepumpen die der Außenluft Wärme entziehen. Wird die benötigte elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik  bereitgestellt, erfolgt die Wärmeerzeugung CO₂-neutral und komplett ohne fossile Brennstoffe. Wärmepumpen haben sich im Neubau bereits als Standardheizsystem etabliert, lassen sich aber auch in Bestandsgebäuden einsetzen, um ältere Heizungen zu ersetzen.

Angebot

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Hohe Produktionskapazität trifft auf ausgelastete Handwerksbetriebe

In Deutschland hat sich das Angebot an Wärmepumpen in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Allein die herstellende Industrie beschäftigt inzwischen rund 70.000 Menschen, und viele Produzenten haben ihre Produktionskapazitäten deutlich erhöht (bwp, 2025). Zwar reduzierten die Hersteller ihre Produktion 2024 nachfragebedingt erheblich, doch für 2025 zeichnet sich eine Erholung ab: Bereits im dritten Quartal wurde das Vorjahresniveau überschritten.

Die Wertschöpfung der Wärmepumpe geht jedoch weit über die Produktion hinaus: Sie umfasst Zulieferer von Komponenten, Planungsbüros, das Fachhandwerk im Bereich Sanitär, Heizung, Klima und Elektro sowie spezialisierte Gewerke wie Brunnenbauer für Erdwärmeanlagen. Neben den gestiegenen Produktionskapazitäten zeigt sich das Geschäftsklima bei den installierenden Betrieben weiterhin stark positiv (VDS / VdZ, 2026). Die hohe Auslastung im Handwerk kann die Installation vor Ort zu einem Engpass machen.

Nachfrage

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Nachfrage nach Wärmepumpen erholt sich stark

Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2024 hat sich die Nachfrage nach Wärmepumpen in Deutschland 2025 spürbar erholt. Im Jahr 2025 lag der Absatz mit 299.000 Wärmepumpen rund 55 % über dem Vorjahresniveau (BDH / bwp, 2026). Während sich der Absatz von Luft-Wasser Wärmepumpen zwischen 2015 und 2025 mehr als versiebenfacht hat, fällt die Dynamik bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen deutlich geringer aus und ist seit 2022 eher rückläufig. Trotz des Aufschwungs liegt die Nachfrage weiterhin unter dem Ziel von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr, welches im Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) festgeschrieben ist.

Die gestiegene Nachfrage nach Wärmepumpen spiegelt sich auch in den Förderzusagen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wider. Wurden 2024 noch rund 154.000 Zusagen erteilt, waren es 2025 bereits über 288.000 – ein Anstieg von rund 88 %. Da zwischen Förderzusage und tatsächlicher Installation typischerweise einige Monate vergehen, ist davon auszugehen, dass sich dieser Anstieg in den kommenden Monaten auch in den Absatzzahlen niederschlagen wird.

Marktanteil

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Wärmepumpen erstmalig meist-abgesetzte Heiztechnologie

Der Marktanteil von Wärmepumpen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – mit Ausnahme des Jahres 2024. Seit 2023 liegt ihr Anteil am gesamten Heizungsmarkt konstant über 25 %. Im Jahr 2025 sind Wärmepumpen erstmals die meistinstallierte Heiztechnologie. Da der Gesamtabsatz von Heizungen im Vergleich zu früheren Jahren rückläufig war, erhöhte sich ihr Marktanteil dabei auf 47,7 %.

Im Neubau haben sich Wärmepumpen bereits als dominante Technologie etabliert: 2024 lag ihr Marktanteil bei Neubauten bei 61 %. Im Sanierungsbereich ist der Durchdringungsgrad hingegen noch deutlich geringer: 2024 wurden nur 21 % der im Zuge von Sanierungen installierten Heizungen mit Wärmepumpen ausgestattet, wobei über die letzten Jahre ein starker Aufwärtstrend zu beobachten ist. Gemessen am gesamten Wohnungsbestand liegt der Anteil der Technologie derzeit bei rund 4 % (bdew, 2025). 

Kosten

Diese Inhalte können nicht angezeigt werden, da die Marketing-Cookies abgelehnt wurden. Klicken Sie hier, um die Cookies zu akzeptieren und den Inhalt anzuzeigen!

Materialkosten treiben Wärmepumpenpreise

Nach ausgeprägten Nachfrageschwankungen und deutlichen Preissteigerungen im Zeitraum 2022 bis 2024 zeigt der Wärmepumpenmarkt 2025 erstmals Anzeichen einer Normalisierung (Heat Pumps Watch, 2026). Ursache vorangegangenen Kostenanstiege sind gestiegene Rohstoff- und Produktionskosten infolge von Lieferengpässen sowie eine stark erhöhte Nachfrage bei begrenzten Produktions- und Installationskapazitäten. Hohe technische Anforderungen z.B. bei Stromanschluss, Kältemittel und Geräuschentwicklung erhöhen zusätzlich die Geräte- und Installationskosten. Die Wahl der Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind im Betrieb effizienter und können dadurch langfristig zu niedrigeren Energiekosten führen. Gleichzeitig sind mit diesen Systemen jedoch höhere Anschaffungs- und Installationskosten verbunden. Aus einer Gesamtsystemperspektive kann die höhere Effizienz vorteilhaft sein, da sie den Strombedarf reduziert und somit die Belastung des Energiesystems verringert.

Anhand des Verbrauchs standardisierter Typengebäude für Ein- und Mehrfamilienhäuser lassen sich die durchschnittlichen jährlichen Heizkosten des Betriebs einer Wärmepumpe in € über die gesamte Lebenszeit der Anlage ermitteln. Dabei werden sowohl Investitionskosten als auch alle laufenden Betriebskosten und Energiekosten betrachten. Bei der Wärmepumpe stellen Anschaffung und Inbetriebnahme den größten Kostenpunkt dar – wobei die Investitionskosten im Mehrfamilienhaus deutlich höher. Laufende Kosten, wie beispielsweise durch die Wartung oder Ausgaben für den Strombezug, fallen insgesamt weniger ins Gewicht, vor allem da Haushalte von günstigeren Wärmepumpentarifen profitieren können. 

Auch der Sanierungszustand beeinflusst die durchschnittlichen jährlichen Kosten maßgeblich. Aufgrund des höheren Energiebedarfes steigen Investitions- und Energiekosten in allen Typengebäuden deutlich.