Themenschwerpunkt

Ukraine nimmt Kurs auf Energiewende

Die Ukraine erlebt einen politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess. Die Energiepolitik spielt dabei eine wichtige Rolle. Ziel ist es, den Energiesektor effizienter zu machen und schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen - auch um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Deutsche Erfahrungen und Technologien sollen helfen, den Prozess zu beschleunigen. Die dena begleitet diese Entwicklung bereits seit mehreren Jahren.

Mit dem Projekt „Deutsch-Ukrainische Energie-Zusammenarbeit“ wird mit die Grundlage für einen intensiven, bilateralen energiepolitischen Austausch gelegt. Die Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit liegen auf der Modernisierung der ukrainischen Stromnetze, der kommunalen Wärmeversorgung und der Steigerung der Energieeffizienz im ukrainischen Gebäudesektor.

Gebäudesanierung in der Ukraine - Interview mit dena-Seniorexpertin Iryna Kovalchuk

Mit einem Anteil von 35 bis 40 Prozent am Energieverbrauch hat der Gebäudesektor ein enorm großes Einsparpotenzial in der Ukraine. Welche positiven Auswirkungen und Herausforderungen bringt die Erschließung des Sanierungsmarktes mit sich? Diese und andere Fragen haben wir in dem Video-Interview mit der dena-Seniorexpertin Iryna Kovalchuk diskutiert.

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Die Ukraine in Zahlen

20
Modellvorhaben
zur energetischen Sanierung von Mehrfamilienhäusern werden zurzeit in der Ukraine umgesetzt
Seit 2016
ist die dena
in der Ukraine aktiv
35 %
des Energieverbrauchs in der Ukraine
entfallen auf den Wohnbereich
Auf 25 %
soll der Anteil Erneuerbarer Energien
an der ukrainischen Stromproduktion bis zum Jahr 2035 steigen.

Ausbau der Deutsch-Ukrainischen Energie-Zusammenarbeit

Das Interesse an einer demokratischen und wirtschaftlich prosperierenden Ukraine ist groß in der EU, vor allem in Deutschland. Seit Antritt des neuen Präsidenten Wolodymyr Selensky und den vorgezogenen Parlamentswahlen schaut man gespannt auf die nun eintretenden Veränderungen und hofft gerade im Energiesektor auf neue Impulse. Dabei zählt die Ukraine zu den energieintensivsten und importabhängigsten Ländern Europas: mehr als 60 Prozent der Energieträger kommen aus dem Ausland. Die Energieintensität übersteigt den durchschnittlichen EU-Vergleichswert um das Drei- bis Vierfache. Grund dafür ist nicht nur der Wegfall der kohlereichen Ostprovinzen, sondern auch die ineffiziente Nutzung von eigenen und importierten Energieressourcen.

Vor diesem Hintergrund haben sich Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und Nataliya Bojko, die stellvertretende ukrainische Ministerin für Energie, Kohle und europäische Integration, im April 2019 am Rande des 5. Energiewendedialogs darauf verständigt, eine Deutsch-Ukrainische Energiepartnerschaft anzustreben. Die dena arbeitet seitdem daran, das energiepolitische Netzwerk zwischen beiden Ländern weiter auszubauen. Im Rahmen des Projektes „Ukraine: Energie-Zusammenarbeit mit Deutschland“ werden Dialog-Maßnahmen zur Intensivierung des Austausches zu Energie und Energieeffizienz unter Beteiligung der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Stakeholder umgesetzt.

Projekt

Ukraine: Energie-Zusammenarbeit mit Deutschland

Die dena baut das energiepolitische Netzwerk zwischen Deutschland und der Ukraine weiter aus. Mit Dialogmaßnahmen wie Expertentreffen und dem Deutsch-Ukrainischen Energietag wird die energiepolitische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern intensiviert.

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Modernisierung der Stromnetze in der Ukraine

Alexander R.D. Müller

T: +49 (0)30 66 777 - 907
F: +49 (0)30 66 777 - 699

amueller@dena.de

Bei dem dena-Projekt „Systemtransformation für eine optimierte Integration erneuerbarer Energien in der Ukraine“ werden Lösungsansätze entwickelt, um die Integration von erneuerbaren Energien in das Stromsystem der Ukraine zu verbessern. Um wirksame Ansätze zur Modernisierung des ukrainischen Übertragungsnetzes zu identifizieren, findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Fachexpertinnen und -experten aus der Ukraine und Deutschland statt. Die Empfehlungen der dena werden in einem Bericht zusammen gefasst.

Alexander R. D. Müller spricht in einem Interview über die wesentlichen Ergebnisse der ersten Projektphase. 
Zum Interview


Die Wärmewende in der Ukraine

Vor einer besonderen Herausforderung steht in der Ukraine der kommunale Wärmebereich: seit den 90er Jahren hat sich hier kaum etwas verändert. Veraltete Produktionsanlagen und Leitungen, enorme Netzverluste und generelle Instabilität des Netzes, Energieverluste in Gebäuden und geringe kommunale Stadtplanung führen zu einer niedrigen Energieeffizienz. Deswegen sind Lösungsansätze notwendig, die zur Modernisierung der kommunalen Wärmeversorgung, zur Nachhaltigkeit der Ansätze der energetischen Gebäudesanierung und des städtischen Energiemanagements beitragen können.

Die ukrainischen Städte stehen vor einer kommunalen Wärmewende, die durch die Unterstützung und den Austausch mit deutschen Experten und Unternehmen nachhaltiger und effizienter gestaltet werden kann. Neue Geschäftsmodelle und Konzepte sollen helfen, die kommunale Wärmeversorgung zu verbessern sowie die nachhaltige Entwicklung und den Übergang auf erneuerbare Energien in ukrainischen Städten zu fördern.

Energieeffizienz im ukrainischen Gebäudesektor

Mit einem Anteil von 35 bis 40 Prozent am Energieverbrauch ist der Gebäudesektor der Bereich mit dem größten Einsparpotenzial in der Ukraine. Bereits seit 2016 werden im Rahmen des Projekts „Deutsch-Ukrainische Effizienzhäuser“ 20 Modellvorhaben begleitet, die Standards für die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern in der Ukraine setzen. Erstmals werden in der Ukraine praktische Erfahrungen in der organisatorischen und technischen Umsetzung anspruchsvoller Projekte bei einer umfangreichen energetischen Sanierung gesammelt. In enger Abstimmung mit den Eigentümern werden Sanierungskonzepte für alle ausgewählten Gebäude erarbeitet und die organisatorische und technische Umsetzung der Maßnahmen ausgearbeitet.

Neben Handlungsempfehlungen für Planer und Hauseigentümer erarbeiten die Projektpartner auch Empfehlungen für die konkrete Ausgestaltung von Förderprogrammen für Energieeffizienz im Gebäudesektor. Die Modellvorhaben liefern somit wertvolle Erkenntnisse und übertragbare Ergebnisse für künftige Sanierungen.

dena-Projekte in der Ukraine

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Ukraine: Kommunale Wärmewende

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Systemtransformation Ukraine

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Themenschwerpunkt

Osteuropa & Zentralasien

Die meisten osteuropäischen und zentralasiatischen Länder haben inzwischen erkannt, wie wichtig die Steigerung der Energieeffizienz ist. Allerdings müssen entsprechende Rahmenbedingungen wie etwa Standards und Finanzierungsmöglichkeiten für Effizienzmaßnahmen erst noch geschaffen beziehungsweise ausgebaut werden – ein wichtiger Ansatzpunkt für die Arbeit der dena.

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Quelle Headerbild: shutterstock.com/Roman Levenko