Modellvorhaben

Modellvorhaben Bewusst heizen, Kosten sparen

Im Modellvorhaben hat die dena die Einsparmöglichkeiten für Wärmeenergie durch die zeitnahe Visualisierung von Verbrauch und Kosten mithilfe eines Energiedatenmanagements in Mietwohnungen überprüft.

Partner

Projekt-Website

Seit Mitte der 1990er-Jahre haben sich die Heizenergiekosten mehr als verdoppelt. Viele Mieterinnen und Mieter fragen sich angesichts dieses Preisanstiegs, wie sie Verbrauch und Kosten senken können. Eine Grundvoraussetzung dafür ist es, zu wissen, wann sie wie viel Wärmeenergie verbraucht haben. Die bisherige Praxis der jährlich übermittelten Heizkostenabrechnung liefert dafür nur wenig Anhaltspunkte. Eine Möglichkeit, die Informationen zum eigenen Verbrauch zeitnah zu erhalten, bietet das Energiedatenmanagement: Eine Dienstleistung, die über ein Online-Portal den Einblick in den aktuellen Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser ermöglicht.

Mit dem „Modellvorhaben Bewusst heizen, Kosten sparen“ hat die dena gemeinsam mit der ista Deutschland GmbH, dem Deutschen Mieterbund e. V. und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)  die Einsparmöglichkeiten für Wärmeenergie durch Energiedatenmanagement in Mietwohnungen über vier Heizperioden überprüft. Im Rahmen dieses deutschlandweit größten Praxistests wurden die Heizungsverbräuche von rund 1.000 Mieterhaushalten aus Essen, München und Berlin ausgewertet. Rund 200 dieser Mieterinnen und Mieter erhielten die Möglichkeit, sich monatlich über ihren Wärmeverbrauch und die damit verbundenen Kosten zu informieren.

Fragestellungen

Im Mittelpunkt des Projekts standen folgende Fragestellungen:

  • Sind Energieeinspareffekte durch zeitnahe Visualisierung von Verbräuchen und Kosten feststellbar? Und falls ja, wie nachhaltig sind die Einsparungen?
  • Kann eine Wirtschaftlichkeit des Energiedatenmanagements für Mieterinnen und Mieter nachgewiesen werden?
  • Gibt es Hemmnisse bei der Anwendung des Energiedatenmanagements und falls ja, wie können diese überwunden werden?

Ergebnisse

Nachhaltige Energieeinsparung für informierte Mieterinnen und Mieter

Die Auswertung der Heizungsverbräuche von vier Heizperioden (Winter 2012/2013, 2013/2014, 2014/2015 und Winter 2015/2016) zeigen:

Mieterinnen und Mieter, die monatlich Informationen zu ihrem Heizungsverbrauch erhalten, konnten diesen durchschnittlich um zehn Prozent senken. Die Einsparungen wurden mehrheitlich im ersten Jahr der Anwendung erreicht und wurden danach weitgehend gehalten. Entsprechend können rund 90 Prozent der Mieterinnen und Mieter die Nutzung der Verbrauchsinformation empfehlen.

Dabei entwickelten sich die Verbräuche in den drei Modellregionen durchaus unterschiedlich: Es gab eine Bandbreite von zweistelligen Einsparungen bis hin zu Mehrverbräuchen in den untersuchten Mehrfamilienhäusern. Nicht jeder Haushalt konnte also eine Einsparung erzielen. Technische Hintergründe für diese Entwicklung konnten ausgeschlossen werden. Vielmehr ergaben die durchgeführten Mieterbefragungen, dass sozioökonomische Faktoren wie das Alter oder das Einkommen bei Heizverhalten eine wichtige Rolle spielen können.

Verbrauchsinformation für die meisten Mieterinnen und Mieter wirtschaftlich

Ab einer Wärmeeinsparung von drei Prozent pro Jahr rechnet sich die monatliche Verbrauchsinformation für Mieterhaushalte, legt man die aktuellen Energiepreise und die durchschnittlichen Kosten von rund 20 Euro pro Jahr und Haushalt zugrunde. Reduziert der Mieter oder die Mieterin den Heizungsverbrauch stärker, bleibt ein Gewinn für die Haushaltskasse im niedrigen zweistelligen Bereich. Im Modellprojekt, in dem die Mieterinnen und Mieter die Information kostenlos erhielten, konnten die meisten Einsparungen von mehr als drei Prozent erzielen.

Datenschutz in der Praxis

Datenschutzrechtliche Bedenken sahen die Mieterinnen und Mieter nicht als mögliches Hemmnis. Allerdings gibt es noch Optimierungspotenzial, um die Nutzung der Verbrauchsinformation zu vereinfachen, da beispielsweise mit jedem Mieter und jeder Mieterin einzeln eine schriftliche Datenschutzerklärung abgeschlossen werden muss. Hierfür gilt es praxistauglichere Lösungen im Dialog mit Wohnungswirtschaft und Mieterbund zu finden, die zugleich die Datensouveränität der Mieterinnen und Mieter gewährleisten.

www.bewusst-heizen.de

Publikation

Unsere Expertin

Aktuelle Meldungen

Wo Sie uns treffen

Hannover

HANNOVER MESSE 2017 - Integrated Energy Plaza und Sonderschau Digital Energy

Zur Vorschau

Berliner Energietage

Zur Vorschau

Berlin

Fachveranstaltung "Energiedienstleistungen und andere Effizienzmaßnahmen: Marktentwicklung und Chancen" im Kontext der Plattform Energieeffizienz

Zur Vorschau

Berlin

Energetische Quartierserneuerung und –entwicklung; Wege zur erfolgreichen Umsetzungspraxis

Zur Vorschau

Berlin

3rd European Biomethane Conference 2017

Zur Vorschau

Berlin

Jahreskonferenz Power to Gas

Zur Vorschau

Astana

German Energy Dialogue

Zur Vorschau

Berlin

dena-Kongress 2017

Zur Vorschau

Social Media

dena-Kompakt

Anmelden