Energieaudit und Energiemanagement in Unternehmen

Energieaudit und Energiemanagement sind ein wichtiger Teil der Energieeffizienz-Strategien der EU und Bundesregierung. Unternehmen erkennen so ihr Energieeinsparpotenzial und können den Energieverbrauch

deutlich senken. Für große Unternehmen sind Energieaudits Pflicht, aber auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren davon. Für die langfristige Umsetzung sorgt das Energiemanagement.

Zahlen und Fakten

50000
Unternehmen sind seit 2015 hierzulande
laut Schätzungen der Bundesregierung zum Energieaudit verpflichtet.
10 %
ihrer Energiekosten
können Betriebe dank organisatorischer Maßnahmen nach Einführung eines Energiemanagements sparen.
25 %
Endenergieeinsparung
können Unternehmen durch investive Maßnahmen erreichen.
75 %
der Betriebe
sind mit den Energieauditprozessen insgesamt zufrieden.
Betriebliche Energieeffizienz

Hand in Hand: Energieaudit und Energiemanagement

Betriebliche Energieeffizienz ist ein wichtiger Hebel der Energiewende. Für Großunternehmen sind Energieaudits Pflicht, aber auch kleine und mittlere Firmen profitieren davon. Für die langfristige Umsetzung sorgt das Energiemanagement.

Energieaudit und Energiemanagement sind ein wichtiger Bestandteil der Energieeffizienzstrategien der EU und der Bundesregierung. Nicht ohne Grund, denn mit ihnen gelangt wertvolles Know-how zur Steigerung der Energieeffizienz in die Unternehmen. Dank der Maßnahmen erkennen und nutzen die Betriebe ihr Energieeinsparpotenzial und können ihren Energieverbrauch deutlich senken.

Zwei Energieeffizienzmaßnahmen, die sich gut ergänzen

Beim Energieaudit untersucht ein innerbetrieblicher oder externer Auditor Energieverbrauch und -kosten, identifiziert Einsparpotenziale und bewertet sie unter wirtschaftlichen Aspekten. Um die Effizienzsteigerungen dauerhaft in die Unternehmensstruktur zu integrieren, braucht es ein wirksames Energiemanagement, das dabei hilft, Maßnahmen zu entwickeln, zu realisieren und kontinuierlich zu überprüfen.

Seit Dezember 2015 sind regelmäßige Audits für große Unternehmen sowie verbundene Unternehmen, sprich: Firmen ein und desselben Konzerns, Pflicht. Sie müssen laut dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) alle vier Jahre stattfinden. Unternehmen, die schon ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach der Verordnung (EG) 1221/2009 durchgeführt haben, sind von dieser Pflicht befreit.

Für andere Unternehmen gilt die Pflicht, wenn sie nach europäischer Definition nicht zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zählen. Doch auch für KMU kann es sinnvoll sein, ein freiwilliges Energieaudit durchzuführen, unter anderem, um steuerliche Vorteile zu erlangen. Erst durch das Audit haben sie beispielsweise Anspruch auf gesetzliche Ausgleichsregelungen im Rahmen des EEG (§§ 63 ff EEG 2014) oder beim Spitzenausgleich (§ 55 Energie- bzw. § 10 Stromsteuergesetz).

Einen akkreditierten Auditor finden

Akkreditierte Energieauditoren, die die Maßnahme durchführen können, sind in der Liste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Internet zu finden: www.bafa.de/bafa/de/energie/energie_audit/index.html. Nach der Analyse wird ein Energieauditbericht erstellt, der die jeweiligen Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz aufzeigt. Damit schafft das Audit bereits eine gute Basis für die Einrichtung des Energiemanagementsystems.

Energiemanagement: Effizienz dauerhaft integrieren

Energieaudits finden alle vier Jahre statt, darüber hinaus ist es jedoch wichtig, Energieeffizienz als feste Größe im Unternehmen zu etablieren. Diese Aufgabe erfüllt, wie schon erwähnt, das Energiemanagement. Es gibt keine bindenden Vorschriften für betriebliche Energiemanagementsysteme. Das Unternehmen entscheidet, ob es ein zertifiziertes System mit klaren Vorgaben nutzen will, oder nicht.

Im systematischen Energiemanagement werden nicht nur Maschinen und Anlagen, sondern auch alle energetischen Prozesse des Unternehmens geprüft. Das Management ist stufenweise aufgebaut: Auf Basis einer ersten Analyse und Bewertung des Energieeinsatzes und -verbrauchs werden in der Planungsphase Ziele festgelegt und Aktionspläne entwickelt. Die Umsetzung erfolgt dann in der zweiten Phase. In Phase drei wird die Wirksamkeit der Umsetzung kontrolliert, während die vierte und letzte Phase dazu dient, Korrekturen einzuleiten.

ISO 50001-Zertifizierung oder EMAS-Energiemanagement?

Für Unternehmen, die Energieeffizienzziele erreichen wollen, ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 eine besonders effektive Maßnahme. Zum einen wird durch sie das Engagement des Unternehmens von unabhängiger Seite bestätigt, zum anderen ist die Zertifizierung in der Regel Voraussetzung für eine Befreiung von der EEG-Umlage oder für den Spitzenausgleich. Eine Alternative wäre das Energiemanagement im Rahmen des Umweltmanagementsystems EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), welches auf ISO 14001 basiert. EMAS deckt zwar das Gros der Anforderungen ab, erfüllt aber nicht automatisch alle Voraussetzungen der DIN EN ISO 50001. 

dena informiert in Sachen Energieeffizienz

Bereits seit Jahren informiert die dena unterschiedlichste Zielgruppen in Sachen Energieeffizienz und Energiemanagement – beispielsweise im Rahmen ihrer Initiative EnergieEffizienz, die sich unter anderem auch an Unternehmen richtet. Zudem hat die dena im Jahr 2015 1.000 Unternehmen zum Thema Energiemanagement befragt. Zu ihren weiteren Aktivitäten zählen das Handbuch Energiemanagement, das einen wichtigen Leitfaden für Unternehmen darstellt, sowie ein Dossier auf der Projektwebseite Industrie-Energieeffizienz.de, das umfassend zum Thema informiert.

Experten für das Energiemanagement finden

In der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes finden Unternehmen die geeigneten Experten für ihr Energiemanagement. Um die Qualität der geförderten Energieberatungen und energieeffizienten Neubau- oder Sanierungsmaßnahmen sicherzustellen, führen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die KfW die Experten in einer bundeseinheitlichen Datenbank. Die Liste, die von der dena betreut wird, ist zu finden unter www.energie-effizienz-experten.de.

Projekte zum Thema

Energieeffizienz-Netzwerke

Die Bundesregierung hat im Rahmen der Initiative mit 20 Verbänden und Organisationen der Wirtschaft vereinbart, gemeinsam rund 500 neue Energieeffizienz-Netzwerke bis zum Jahr 2020 zu initiieren.

Überblick

  • Startjahr: 2015
  • Partner: BMWi und BMUB + 21 Wirtschaftsverbände
  • Projektdauer: 26 Monate (4.12.2015 – 31.1.2018) plus Option auf ein weiteres Jahr
  • Projektvolumen: 845.834 Euro (plus Option 394.164 Euro)
  • Projektziel: 500 Netzwerke bis 2020
  • Projektziel: 75 PJ Primärenergieeinsparung
  • Projektziel: 5 Mio. Tonnen Einsparung Treibhausgasemissionen

Geschäftsstelle Plattform Energieeffizienz

Die Plattform Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) versammelt wesentliche Stakeholder, um gemeinsam Instrumente und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Überblick

  • Projektstart: Januar 2015
  • Laufzeit: bis 30.11.2016
  • Auftraggeber: Bundeswirtschaftsministerium
  • Im Konsortium mit dem Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart