Mehr Energieeffizienz durch Contracting

Contracting ist eine Energiedienstleistung, die es Eigentümern erleichtert, die Energieeffizienz in Gebäuden deutlich zu verbessern und damit auch CO2-Emissionen zu reduzieren. Angeboten werden die

beiden Vertragsmodelle Energiespar-Contracting und Energieliefer-Contracting. Das Kompetenzzentrum Contracting für Gebäude ebnet den Weg für die erfolgreiche Umsetzung dieser Maßnahmen. 

Contracting

Welche Chancen Energiedienstleistung bietet

Contracting ermöglicht es Gebäudeeigentümern, Kosten zu sparen, Ressourcen zu schonen und zur Energiewende beizutragen. Das Kompetenzzentrum Contracting der dena bietet Know-how und praktische Hilfestellungen.

Beim Contracting handelt es sich um eine vertraglich geregelte Energiedienstleistung. Dabei beauftragt der Gebäudeeigentümer (Contracting-Nehmer) einen Dienstleister (Contractor) mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung seiner Liegenschaften. Auf Basis eines individuellen Konzepts plant, finanziert und realisiert der Contractor alle Schritte, die zur Energieeinsparung oder zur Optimierung der Energieversorgung notwendig sind. Außerdem kümmert er sich – je nach Vereinbarung – um Betrieb, Instandhaltung und Wartung der neu installierten Anlagen. Investitionen finanziert der Energiedienstleister – je nach Contracting-Modell – entweder über einen Teil der eingesparten Energiekosten oder über die Vergütung für die gelieferte Nutzenergie innerhalb der Vertragslaufzeit.

Auch die Bundesregierung hat das große Potenzial von Energieeffizienzdienstleistungen wie Contracting erkannt: Sie will die Rahmenbedingungen verbessern, wie im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) festgehalten wurde. 

Vertragsmodelle: Energiespar-Contracting und Energieliefer-Contracting 

Derzeit sind vor allem zwei Vertragsmodelle erfolgreich im Einsatz: Energieliefer-Contracting und Energiespar-Contracting.

Beim Energieliefer-Contracting stellt der Contractor Nutzenergie bereit und sorgt für verlässliche Energielieferung in Kombination mit Serviceleistungen: Für die Dauer des Vertrags trägt er die Verantwortung für die Anlagen inklusive Wartung und Instandsetzung. Die Einsparmaßnahmen konzentrieren sich auf die Energieerzeugung.

Beim Energiespar-Contracting, liegt der Schwerpunkt auf der Einspargarantie, die der Contractor dem Contracting-Nehmer gibt. Dabei muss der Energiedienstleister innerhalb der vereinbarten Vertragslaufzeit die zugesagten Energieeinsparziele erreichen – davon hängt auch seine Vergütung ab. Die Ziele werden durch Effizienzmaßnahmen auf Erzeuger- und Verbraucherseite realisiert. Darüber hinaus gibt es Mischformen, die beide Vertragsmodelle kombinieren.  

Energiedienstleistung bringt Eigentümern Vorteile 

Contracting ist eine gute Alternative zur Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in Eigenregie. Gebäudeeigentümer kommen in den Genuss zahlreicher Vorteile: Beim Energiespar-Contracting senken sie ihre Energiekosten durch reduzierten Energieverbrauch. Zudem bleiben sie auch bei größeren anfallenden Investitionen liquide, da diese der Dienstleister tätigt. Darüber hinaus schonen Contracting-Nehmer ihr eigenes Personal und ihre Ressourcen, werden von wirtschaftlichen und technischen Risiken umfassend entlastet und können dabei auf Experten-Know-how des Energiedienstleisters zählen. Nicht zuletzt steigern sie den Wert ihrer Immobilien und tragen zum Klimaschutz bei: CO2-Emmissionen werden verringert.

Für wen sich Contracting eignet 

Gerade in Kommunen und Ländern bleiben viele Einsparpotenziale bei der Energieversorgung ungenutzt. Contracting-Maßnahmen können hier Abhilfe schaffen. Denn die Energiedienstleistung eignet sich in besonderem Maße für öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, gewerbliche Liegenschaften und  Mietwohngebäude. Aber auch Ein- und Zweifamilienhäuser und Hotels profitieren von Contracting. 

Wie effizient die Dienstleistung ist, hat sich in der Praxis bereits bewiesen: Seit 2002 hat die dena Bundesliegenschaften bei der Anwendung von Energie-Contracting begleitet. Die mehr als 30 Projekte zeigen, dass im Schnitt rund 39 Prozent Energiekosten und 37 Prozent Treibhausgase eingespart werden können. Weitere erfolgreiche Contracting-Beispiele finden sich in der Praxisdatenbank der dena.

Das Kompetenzzentrum Contracting für Gebäude

Um bundesweit Contracting-Potenziale zu erschließen, gründete die dena im Jahr 2010 gemeinsam mit dem damaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung das Kompetenzzentrum Contracting für Gebäude. Ziel dieser Initiative ist es, die Voraussetzungen für eine breitere Anwendung von Contracting zu verbessern sowie die Vorteile der Energiedienstleistung unter potenziellen Akteuren und Zielgruppen bekannter zu machen. 

Das Kompetenzzentrum Contracting bietet neben Basiswissen für Einsteiger und Details zur Projektumsetztung zahlreiche Beispiele für erfolgreich umgesetzte Contracting-Projekte. Contracting-Anwender unterstützt es zudem mit umfangreichen Praxishilfen, z. B. Leitfäden, Musterverträge, Berechnungshilfen, bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Vorhaben. Mehr Informationen unter kompetenzzentrum-contracting.de.

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Energie-Contracting ist ein wirksames Instrument, um die Energieeffizienz in Gebäuden zu steigern. Contracting senkt die Energiekosten, sorgt für einen geringeren Energieverbrauch und niedrigere CO2-Emissionen. Somit ist es ein wichtiges Instrument für das Gelingen der Energiewende. Um die Contracting-Potenziale bundesweit zu erschließen, betreibt die dena mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Kompetenzzentrum Contracting für Gebäude.

Überblick

  • Projektbeginn: 2002
  • mehr als 30 erfolgreich initiierte Energiespar-Contracting-Projekte in Bundesliegenschaften
  • dabei Einspargarantien von etwa 15 – 60 Prozent der Gebäudeenergiekosten (durchschnittlich 39 Prozent) und durchschnittlich 37 Prozent CO2-Minderungen
  • 2010: Gründung des Kompetenzzentrums Contracting
  • etablierter Expertenkreis aus Landesenergieagenturen, Landesbehörden und -betrieben