08.04.2019

Business-to-Government (B2G) Dialog: Marokko

Als Teil des offiziellen Rahmenprogramms des Berlin Energy Transition Dialogue (BETD) 2019 organisiert die dena in diesem Jahr wieder zwei Business-to-Government (B2G) Dialoge. In diesem Jahr mit Marokko und Chile.

Chefchaouen, Marokko Foto: shutterstock.com/Marianna Ianovska

Informationen zum Business-to-Government Dialog (B2G): Chile

Hintergrund zum marokkanischen Energiemarkt


Marktstruktur

Marokko spielt als zentrale Handelsverbindung zwischen Europa und Afrika geopolitisch eine wichtige Rolle. Der Ausbau des Industriestandorts Marokko ging in den letzten Jahren mit der Elektrifizierung weiter Teile des Landes durch den nationalen Stromversorger ONEE einher. Dadurch konnte im Zeitraum von 1996 bis 2009 der Zugang zu Strom für ländliche Haushalte von 22% auf 96,5% gesteigert werden. Die nationale Stromproduktion nahm von 2010 bis 2016 um 35% auf 30.839 GWh zu.

Im Strommix stellt Kohle mit 32% den größten Anteil der Stromerzeugung dar, gefolgt von Gas (25,8%), Wasserkraft (22%), Diesel (10%) sowie Windkraft (9,4%). Die Gesamtkapazität zur Elektrizitätsgewinnung betrug im Jahr 2015 ca. 8 GW. Da Marokko aber im Vergleich zu seinen Nachbarländern auf keine nationalen Rohstoffe zurückgreifen kann, ist es zu 91% fast gänzlich von fossilen Energieimporten abhängig. Das dem Energieministerium unterstellte Unternehmen ONEE verwaltet das nationale Stromnetz. Dieses ist mit den Netzen von Nachbarland Algerien sowie Spanien verbunden.

Ziele und Pläne für erneuerbare Energien

Die geographische Gegebenheiten Marokkos bieten enormes Potenzial für Wind- und Solarenergie. Ausgegebenes strategisches Ziel ist es daher, die Importabhängigkeit stetig zu verringern sowie langfristig zum Energieexporteur für sowohl Afrika als auch Europa aufzusteigen. Bis 2020 sollen die Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien auf insgesamt 42% (6000 MW), bis 2030 auf 52%, ansteigen. Um diese Ziele zu erreichen, sollen unter anderem Kapazitäten von 2 GW für Wind- und Solarenergie ausgeschrieben werden.

Trends und Neueste Entwicklungen

Das vorhandene und genutzte Wissen in Marokko ist den letzten Jahre deutlich gestiegen. Der marokkanische Energiesektor hat dadurch an Dynamik gewonnen und durch die Verabschiedung des erneuerbaren Energien Gesetzes für mehr Rechtssicherheit gesorgt. Der Global Climatescope 2018 platziert Marokko mit einem erheblichen Solarpotenzial von 2900 Sonnenstunden auf Platz 23 der attraktivsten Märkte für clean energy Investitionen. Starker Fokus des Berichts liegt auf den Bedarf von EE-, Effizienz- und Informationstechnologie.

Der Business-to-Government Dialog bietet ein Forum für den Austausch zwischen der deutschen Energiebranche und hochrangigen Regierungsvertretern aus Marokko und Chile. Im Rahmen des jeweils zweistündigen Events haben die Unternehmerinnen und Unternehmer die Gelegenheit, Informationen zu den geltenden rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen des Landes zu erhalten. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Daneben bietet ein einstündiger Empfang die Gelegenheit, Netzwerke zu knüpfen und auszubauen. Der Dialog ist offizieller Teil des Rahmenprogramms des Berlin Energy Transition Dialogue 2019 und der Berlin Energy Week.

Offizielles Rahmenprogramm des Berlin Energy Transition Dialogue 2019

Die B2G Dialoge bieten folgende Vorteile für Sie:

  • Sie haben die Möglichkeit, praktisches Wissen aus erster Hand zu erhalten und Kontakte zu knüpfen.
  • Sie können am Austausch zwischen deutschen Unternehmen und Regierungsvertretern aus Marokko / Chile teilnehmen.
  • Sie erhalten Informationen über Investitionsbedingungen und -möglichkeiten.
  • Sie können eigene Projektideen vorstellen.

Teaserbild: shutterstock.com/Marianna Ianovska