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Ukraine: dena nominiert 20 Projekte für Gebäudesanierung

Über 500 Hauseigentümer nahmen an Auswahlverfahren teil / Erster Schritt zu nationalem Förderprogramm

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat 20 Finalisten ausgewählt, die am Modellvorhaben „Umfassende energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern in der Ukraine“ teilnehmen werden. Insgesamt haben sich über 500 Eigentümer dafür beworben. Die dena führt das Projekt gemeinsam mit der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO) und dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen durch, das Bundeswirtschaftsministerium fördert es finanziell.

Das Vorhaben zielt darauf ab, Eckpunkte für ein nationales Förderprogramm zur energieeffizienten Sanierung von Mehrfamilienhäusern zu definieren sowie eine Roadmap für dessen Einführung zu entwickeln. In den 20 ausgewählten Pilotprojekten wollen die dena und ihre Partner dafür praktische Erfahrungen sammeln. Eine Übersicht über die teilnehmenden Gebäude und weitere Informationen finden sich in russischer und ukrainischer Sprache auf der Projektwebseite www.sampleprojects.org.

Gebäude aus typischen Bauserien der 1960er bis 1980er Jahre

Die ausgewählten Gebäude sind über die gesamte Ukraine verteilt und stammen größtenteils aus typischen Bauserien der 1960er bis 1980er Jahre. Bei der Auswahl berücksichtigte die dena auch die Verteilung auf verschiedene Klimazonen, die Eigentümerstruktur und die Lage (Großstadt/Kleinstadt).

Zu den Finalisten gehören zum Beispiel:

  • Ein 1987 gebautes neunstöckiges Wohngebäude in der ostukrainischen Großstadt Saporischschja. In der Umgebung befinden sich weitere 30 Hochhäuser dieser Bauart mit insgesamt etwa 3.000 Wohneinheiten. Die Bauart ist in der Ukraine insgesamt sehr häufig anzutreffen.
  • Ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1978 in Wosnessensk, einer Kleinstadt in der Südukraine (Oblast Mykolajiw). In dem Gebiet befinden sich 15 ähnliche Bauten mit insgesamt etwa 1.500 Wohneinheiten. Diese in den 1960er und 1970er Jahren erbauten Gebäude sind typisch für diese Epoche der sowjetischen Architektur.
  • Eine dreistöckige Jugendstilvilla von 1907 in der 700.000-Einwohnerstadt Lwiw (Lemberg, Oblast Lwiw). Das Architekturdenkmal befindet sich in einer Gegend mit zwölf ähnlichen Gebäuden. Altbauten sind besonders im Westen des Landes häufiger zu finden.

Die dena sowie weitere Experten aus Deutschland und der Ukraine unterstützen die Teilnehmer technisch und organisatorisch bei der Planung und Durchführung der Sanierungsvorhaben. Die Finanzierung der Planungs- und Baukosten übernehmen die Hauseigentümer selbst.

dena-Vorhaben zur energetischen Sanierung

Seit 2003 führt die dena Modellvorhaben zur landesweiten Erprobung überdurchschnittlicher energetischer Standards für Gebäude durch – für Wohn- und Nichtwohngebäude, national sowie international.

Zu den dena-Modellvorhaben in Deutschland