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Erdgasmobilität: Initiative plädiert für ambitionierteres Vorgehen beim Infrastrukturausbau

Nationaler Strategierahmen der Bundesregierung greift zu kurz / Erdgas und Biomethan bieten mehr Potenziale zur Reduktion von Emissionen / Stellungnahme der Initiative Erdgasmobilität

Die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung für den Ausbau der Erdgasmobilität reichen nicht aus, um das angestrebte nationale Ziel zu erreichen, den Anteil von Erdgas am deutschen Kraftstoffmix bis 2020 auf vier Prozent zu erhöhen. Das geht aus einer Stellungnahme zum Nationalen Strategierahmen (NSR) für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe hervor, die die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) koordinierte Initiative Erdgasmobilität vorgelegt hat. Die Initiative plädiert darin für ein ambitionierteres Vorgehen zur Stärkung von komprimiertem Erdgas (Compressed Natural Gas, CNG) und Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) als emissionsarme Kraftstoffe im Verkehr.

Als positiv bewertet die Initiative die in der Strategie vorgesehene Einführung einer vergleichbaren Preisauszeichnung für alle Kraftstoffe an Tankstellen, die Rabattierung von Netznutzungsentgelten für Erdgas und die Anpassung der Lkw-Maut zugunsten von schadstoffarmen Lkw. Diese Maßnahmen müssten jedoch zügig umgesetzt werden. Weitere Prüfaufträge und Verzögerungen würden die Verunsicherung im Markt nur verstärken. Die bereits seit 2013 angekündigte Verlängerung der Steuerermäßigung für Erdgas sei zum Beispiel noch immer nicht verabschiedet worden.

Große Potenziale im Schwerlastverkehr

Insbesondere im Straßenschwerlastverkehr sollte die Strategie aus Sicht der Initiative stärker auf Erdgas setzen. So müsse das Förderprogramm für energieeffiziente Lkw besser ausgestattet werden. Im Förderprogramm für schadstoffarme Busse brauche es eine klare Perspektive für Erdgasbusse. Schließlich dürfe die Förderung des LNG-Infrastrukturausbaus nicht vom Anteil erneuerbaren Methans abhängig gemacht werden. Beim Ausbau der Strom- und Wasserstoffinfrastruktur sei auch keine solche Quote für erneuerbare Energien vorgesehen.

Erdgas bietet als Kraftstoff eine technisch ausgereifte und wirtschaftlich attraktive Alternative, um die Emissionen im Verkehr bereits kurzfristig zu reduzieren, sei es in Form von CNG oder LNG. Bei schweren Lkw im Fernverkehr ist es derzeit die einzige wettbewerbsfähige Option. Erdgas ist nicht nur im Verkehr, sondern auch in anderen Sektoren wie Wärme, Strom oder Industrie flexibel einsetzbar. Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, kann zudem auch mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestellt werden. Diese Vorteile müssten in der Strategie deutlich stärker berücksichtigt werden.

Nationaler Strategierahmen für alternative Kraftstoffe

Der NSR ist Teil der Umsetzung der europäischen Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFI-Richtlinie). Alle EU-Mitgliedstaaten mussten bis Mitte November eine Strategie mit konkreten Zielen und Maßnahmen vorlegen. Neben Erdgas deckt die Strategie auch die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und die Infrastruktur für die Wasserstoffversorgung von Brennstoffzellenfahrzeugen ab. Ziel der EU-Richtlinie ist es, den Anteil alternativer Kraftstoffe im Verkehr zu erhöhen.

Zur Initiative Erdgasmobilität

Die Initiative Erdgasmobilität vereint Fahrzeughersteller, Mineralöl-, Erdgas- und Biogaswirtschaft, Anbieter von Tankstellentechnik und den ADAC. Sie wird von der dena koordiniert und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministeriums. Im Rahmen der Initiative haben die dena, der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und die Brancheninitiative Zukunft ERDGAS Ende 2015 zusätzlich die LNG-Taskforce gestartet, um gezielt LNG im Straßenschwerlastverkehr voranzubringen.

Weitere Informationen zur Initiative stehen im Internet zur Verfügung unter www.erdgasmobilitaet.info

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