Pressemitteilung, Berlin

dena-Biogaspartnerschaft plädiert für mehr Biomethan im Wärmemarkt

Analyse: Rahmenbedingungen sollen Nutzung erneuerbarer Gase erleichtern

Die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) koordinierte Biogaspartnerschaft plädiert für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Biomethan im Wärmemarkt. So sollten zum Beispiel im geplanten Gebäudeenergiegesetz der Bundesregierung der Primärenergiefaktor für Biomethan gesenkt und die effiziente Nutzung von erneuerbaren Gasen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gefördert werden. Darüber hinaus sei es sinnvoll, Emissionsgrenzwerte für Fernwärme einzuführen. Das geht aus einer Analyse hervor, die die dena am Dienstag auf der 11. Biogaspartner-Jahreskonferenz in Berlin vorgestellt hat.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch stagniert seit 2014 bei rund 13 Prozent. Im Jahr 2017 entsprach dies einer Menge von 162,2 Terawattstunden (TWh). Biomethan spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Es kommt vor allem in Blockheizkraftwerken zum Einsatz. Sein Anteil am gesamten Wärmeverbrauch aus erneuerbaren Energien lag im Jahr 2017 mit 3,8 TWh bei rund 2 Prozent. Nach Einschätzung der dena könnte Biomethan deutlich mehr dazu beitragen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmesektor zu erhöhen und die Treibausgasemissionen zu verringern. In bestehenden Gasheizsystemen ist es sofort als erneuerbare Alternative einsetzbar.

Umweltvorteile von Biomethan werden nicht angemessen bewertet

Mit dem Primärenergiefaktor wird der gesetzlich begrenzte Energiebedarf für Gebäude ermittelt. Er zeigt an, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um einen Energieträger für Endverbraucher bereitzustellen. Je geringer der Primärenergiefaktor, desto effizienter und klimafreundlicher der Energieträger.

Biomethan wird bisher wie fossiles Gas mit einem Wert von 1,1 bewertet, wenn es über das Erdgasnetz transportiert wird. Wenn Erzeugung und Verbrauch räumlich zusammenfallen, kann Biomethan mit einem Wert von 0,5 bewertet werden. Das ist aber praktisch nie der Fall. Deshalb kann Biomethan seine Umweltvorteile gegenüber fossilen Brennstoffen bisher nicht ausspielen.

Wissenschaftlich fundiert wäre nach Berechnungen des Bundesbauministeriums aus dem Jahr 2012 ein Primärenergiefaktor von 0,36. Eine entsprechende Absenkung würde nach Einschätzung der dena-Biogaspartnerschaft den Umweltvorteilen von Biomethan gerecht werden und den Anreiz steigern, Biomethan in Nah- und Fernwärmenetzen einzusetzen. Die Herkunft von Biomethan sollte von der Verbrauchsstelle bis zur Erzeugung durch Massenbilanzsysteme wie das Biogasregister Deutschland zurückverfolgt werden.

Potenziale sind noch lange nicht ausgereizt

Biomethan ist Biogas, das zu Erdgasqualität aufbereitet wird. Es ist nahezu CO2-neutral. Produziert wird Biomethan aus organischen Materialien wie Rest- und Abfallstoffen, tierischen Exkrementen und Energiepflanzen. Wie Erdgas lässt es sich gut speichern und vielseitig nutzen: zur Erzeugung von Wärme und Strom, als Kraftstoff im Verkehr oder für die Herstellung von chemischen Produkten.

Insgesamt haben im Jahr 2017 in Deutschland 210 Biomethananlagen 9.8 TWh biogenes Gas ins Erdgasnetz eingespeist. Der Zubau von Biomethananlagen ist aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen zum Erliegen gekommen. Nach Einschätzung der dena liegt das Potenzial zur Erzeugung von Biomethan in Deutschland für alle Verbrauchssektoren bei rund 100 TWh pro Jahr.

Zur Biogaspartnerschaft

Die dena hat in Zusammenarbeit mit Partnern aus Land- und Energiewirtschaft das Projekt „Biogaspartnerschaft“ entwickelt. Im Rahmen des Projekts werden Marktakteure der gesamten Wertschöpfungskette Biogaseinspeisung zusammengebracht und in ihren Aktivitäten zur Marktgestaltung unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt Biogaspartnerschaft

Teaserbild: Sebastian Unrau/Unsplash

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