Daten im Energiesektor: dena-Analyse empfiehlt Anreize für mehr digitalen Informationsaustausch

Wenn Datenaustausch einen betriebswirtschaftlichen Wert hat, sind Marktakteure in der Energiebranche eher dazu bereit, ihre Datensätze adäquat aufzubereiten und anderen Akteuren bereitzustellen. Eine florierende Datenökonomie kann die Digitalisierung und damit auch die Energiewende vorantreiben. Das ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Berlin, 7. Juli 2022. Daten sind die Grundlage der Digitalisierung im Energiesektor. Ihre Bereitstellung ist daher von entscheidender Bedeutung für die Energiewende. Da der Datenaustausch zwischen den Akteuren der Branche aktuell jedoch nicht ausreichend ist, bleiben datengetriebene Lösungen und innovative Geschäftsmodelle bisher hinter den Erwartungen zurück. Wie sich durch Marktanreize die Bereitstellung von Daten fördern lässt, zeigt die heute veröffentlichte Analyse „Datenökonomie in der Energiewirtschaft" des dena-Pilotierungslabors Future Energy Lab, das von der von der WIK-Consult GmbH erstellt wurde. Sie umfasst den Status quo der Erhebung, Übertragung und des Austausches von Daten im Energiesektor, erklärt Anreize sowie Herausforderungen einer potenziellen Datenökonomie und skizziert, wie eine zukunftsträchtige Dateninfrastruktur realisiert werden kann.

Philipp Richard, Leiter des Bereichs Digitale Technologien & Start-up Ökosystem der dena: „Unsere Analyse ist eine der ersten Publikationen, die diese Thematik systematisch betrachtet. Die dena und das Future Energy Lab leistet hier echte Pionierarbeit. Ohne einen florierenden und qualitativ hochwertigen Austausch von Daten, bleibt die Digitalisierung in der Energiewirtschaft eine wenig greifbare Hoffnung. Wenn Daten einen Wert erhalten und gehandelt werden, besteht bei den einzelnen Akteuren inhärent ein Anreiz Daten so aufzubereiten, dass sie für andere Akteure interessant sind. Die abstrakte Forderung nach offenen Daten greift zu kurz, da natürlich in Teilen ein berechtigtes Interesse besteht, unternehmenseigene Daten nicht kostenlos zur Verfügung zu stellen. “

Damit eine Datenökonomie in der Energiewirtschaft Fuß fassen kann, sind laut der dena-Analyse eine Reihe von Maßnahmen notwendig. Dazu zählt etwa, konkrete Leitlinien für die Strukturierung und Aufbereitung von Daten zu etablieren, den regulatorischen Rahmen zur Schaffung ökonomischer Anreize (z.B. Innovationsprämien) anzupassen sowie Datenplattformen oder unmittelbare Austauschoptionen zu entwickeln, die einen technisch reibungslosen Datenfluss zwischen den Akteuren fördern. Weiterhin empfiehlt die Analyse, konkrete Pilotprojekte z.B. im Rahmen von Förderwettbewerben durchzuführen, die den Mehrwert der Datenökonomie öffentlichkeitswirksam hervorheben.

„Diese Thematik stellt eine wesentliche Säule der Energiewirtschaft der Zukunft dar. Sie verdient daher größere Aufmerksamkeit in der Energiebranche und Politik. Wir hoffen, mit der Analyse und unseren Handlungsempfehlungen eine wichtige Debatte über die Rolle von Daten zum Gelingen der Energiewende anzustoßen und wichtige Akteure in der Branche für das Thema zu sensibilisieren“, ergänzt Philipp Richard.

 

Über das Future Energy Lab

Mit dem Future Energy Lab hat die dena im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen Raum geschaffen, in dem Digital- und Energiewirtschaft zusammenkommen. Ziel ist es, als Pilotierungslabor und Denkwerkstatt neue Technologien sowie regulatorische Ansätze für die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität zu testen, um die Energiewende voran zu treiben. Das Future Energy Lab dient als Plattform, um die Zusammenarbeit aller Branchenakteure zu bündeln und schafft für Start-Ups einen Kreativplatz für innovative Lösungsentwicklungen. Weitere Informationen unter: https://future-energy-lab.de

 

Quelle Teaserbild: dena