2. Deutsch-Französisches Forum in Straßburg

Grenzübergreifende Energiewende: mehr deutsch-französische Kooperationen sind das Ziel

Die weitere Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Energiesektor stand im Mittelpunkt des zweiten Deutsch-Französischen Forums, zu dem sich Vertreter beider Länder aus Politik, Unternehmen und Forschung am 22. und 23. Juni in Straßburg trafen.

Unter dem Motto „Welche industriellen Kooperationen braucht die Energiewende?“ sollte vor allem die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen gefördert werden, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien, Speicher oder Digitalisierung.

„Deutschland und Frankreich treiben die Energiewende gemeinsam voran“

dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp

„Deutschland und Frankreich treiben die Energiewende auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene gemeinsam voran. Im Rahmen der Deutsch-Französischen Energieplattform geben wir wichtige Impulse, damit Unternehmen aus beiden Ländern enger kooperieren“, betonte dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp zum Auftakt. Das Forum wurde im Rahmen der Deutsch-Französischen Energieplattform unterstützt, die die dena und die französische Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie (ADEME) aufgebaut haben.

Im Eröffnungsplenum diskutierten Philippe Richert, Präsident des Regionalrats Grand-Est, Philippe Monloubou, Vorstand des französischen Verteilnetzbetreibers Enedis, und dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp darüber, welche Rolle beide Länder übernehmen können, insbesondere mit Blick auf die Energieunion. Monloubou unterstrich, dass ein flexibles und kostengünstiges Energiesystem grenzübergreifende Kooperation erfordere. Das Kooperationsprojekt „Smart Border Initiative“ sei hierfür ein gutes Beispiel.

In der Folge ging es um die technologischen Umbrüche in der Energiewelt und die Perspektiven für die Wirtschaft, verbunden mit Themen wie Digitalisierung, Big Data und Industrie 4.0. An der Session nahm unter anderem der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell teil. Der neue französische Präsident Emmanuel Macron wolle 15 Milliarden Euro in den ökologischen Wandel investieren, erklärte Fell. Dies eröffne neue Möglichkeiten für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Der zweite Tag startete mit einer Keynote von Dominique Ristori, Generaldirektor für Energie der Europäischen Kommission. Frankreich und Deutschland übernähmen Verantwortung für die Energiewende, sagte Ristori. Aus dieser Verantwortung heraus müssten gemeinsame Projekte in der Grenzregion verwirklicht werden. Die Europäische Kommission werde diese Projekte unterstützen.

Danach standen Ansätze für konkrete Kooperationsvorhaben im Vordergrund, etwa in den Bereichen Sektorkopplung, Elektromobilität oder Energieeffizienz in Gebäuden. Vorgestellt wurde zudem das Projekt „Smart Border Initiative“, das die Vorteile einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit an praktischen Anwendungsbeispielen im deutsch-französischen Grenzgebiet zeigen soll. Das Ziel ist, die regionalen Energiesysteme über die Verteilnetze grenzübergreifend zu optimieren. Das Projekt wurde von der französischen Energieagentur ADEME und der dena im Rahmen der Deutsch-Französischen Energieplattform in enger Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus beiden Ländern, insbesondere Innogy und Enedis, entwickelt.

Die ADEME und die dena arbeiten seit 2015 eng zusammen, um gemeinsam mit Unternehmen und Institutionen beider Länder grenzüberschreitende Projekte im Energiebereich zu verwirklichen. Die Deutsch-Französische Energieplattform wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Aktualisierte Version vom 23.6.2017