Pressemitteilung, Berlin

Demand Side Management: dena startet Taskforce Netzentgelte

Neue Regelungen sollen Hemmnisse für die flexible Steuerung des Stromverbrauchs abbauen

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) erarbeitet gemeinsam mit Netzbetreibern, Industrieunternehmen und Verbänden Vorschläge, wie die Entgelte für die Nutzung der Stromnetze weiterentwickelt werden können. Im Fokus steht die Frage, wie die Netzentgelte ausgestaltet sein müssen, damit Unternehmen ihren Stromverbrauch flexibel steuern und so dazu beitragen können, den Strommarkt zu optimieren und das Stromnetz zu stabilisieren (Demand Side Management). Im Herbst wird die Taskforce Netzentgelte ein Strategiepapier mit ihren Vorschlägen vorstellen.

„Derzeit setzen nur wenige Unternehmen Demand Side Management um, weil es nicht wirtschaftlich ist. Wenn wir wollen, dass Unternehmen mit ihrem flexibel steuerbaren Stromverbrauch zum Gelingen der Energiewende beitragen, dann sollten wir die Netzentgeltstruktur anpassen“, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Die Taskforce wird praxisorientierte Lösungsansätze vorschlagen, die das Stromsystem optimieren und gleichzeitig die Bedürfnisse der Stakeholder einbeziehen.“

Demand Side Management in Unternehmen stabilisiert das Stromsystem

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik in seinem Impulspapier „Strom 2030“ vom September 2016 zu einer der dringend anstehenden Aufgaben der Energiewende erklärt. Handlungsbedarf besteht, weil der Umbau des Stromsystems den Bedarf an Flexibilität erhöht. Grundsätzlich könnten viele Unternehmen Flexibilität bereitstellen. Pilotprojekte der dena zum Demand Side Management zeigen, dass viele stromverbrauchende Prozesse, wie zum Beispiel in Mühlen, Öfen oder Pumpen, flexibel gesteuert werden können. Das gezielte Regeln von Lasten kann zu einem stabilen Stromsystem beitragen.

Die aktuelle Ausgestaltung der Netzentgelte, die bei energieintensiven Unternehmen rund 30 Prozent des Strompreises ausmachen, reizt allerdings marktoptimiertes und netzdienliches Verbrauchsverhalten nicht an oder verhindert es sogar. Um die Regelungen zu erfüllen, müssen Unternehmen entweder möglichst gleichmäßig Strom verbrauchen oder ihren Stromverbrauch an die Vorgaben des Netzbetreibers anpassen. Aktuell kann der Netzbetreiber diese Vorgaben höchstens einmal im Jahr für die einzelnen Quartale aktualisieren, eine flexible bedarfsorientierte Abstimmung ist daher nicht möglich.

Die Taskforce Netzentgelte der dena

Die Taskforce Netzentgelte besteht derzeit aus vier Netzbetreibern, vier Verbänden und elf Unternehmen unterschiedlicher Branchen und ist offen für neue Teilnehmer.

Teilnehmer der Taskforce sind aktuell: Amprion GmbH, BASF SE, Bayernwerk AG, Bundesverband Glasindustrie e. V., Currenta GmbH & Co. OHG, Evonik Degussa GmbH, Georgsmarienhütte Holding GmbH, Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Max Aicher GmbH & Co. KG, Salzgitter AG, Stromnetz Hamburg GmbH, TenneT TSO GmbH, TRIMET Aluminium SE , UPM GmbH, Verallia Deutschland AG, Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI), VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V., WirtschaftsVereinigung Metalle e. V.

Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Barbara Schroeder, Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 72 61 65-655, Fax: +49 (0)30 72 61 65-699, E-Mail: schroeder@dena.de, Internet: www.dena.de

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