Themenschwerpunkt

Energiewende und Modernisierung in der Ukraine

Die Ukraine erlebt einen politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess. Die Energiepolitik spielt dabei eine wichtige Rolle. Ziel ist es, den Energiesektor effizienter zu machen und schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen - auch um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Deutsche Erfahrungen und Technologien sollen helfen, den Prozess zu beschleunigen. Die dena begleitet diese Entwicklung bereits seit mehreren Jahren.

Mit dem Projekt „Deutsch-Ukrainische Energiezusammenarbeit“ wird mit die Grundlage für einen intensiven, bilateralen energiepolitischen Austausch gelegt. Die Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit liegen auf der Modernisierung der ukrainischen Stromnetze, der kommunalen Wärmeversorgung und der Steigerung der Energieeffizienz im ukrainischen Gebäudesektor.

Die Ukraine in Zahlen

20
Modellvorhaben
zur energetischen Sanierung von Mehrfamilienhäusern werden zurzeit in der Ukraine umgesetzt
Seit 2016
ist die dena
in der Ukraine aktiv
35 %
des Energieverbrauchs in der Ukraine
entfallen auf den Wohnbereich
3 %
beträgt der Anteil
erneuerbarer Energien an der Gesamtstromproduktion in der Ukraine

Ausbau der Deutsch-Ukrainischen Energie-Zusammenarbeit

Das Interesse an einer demokratischen und wirtschaftlich prosperierenden Ukraine ist groß in der EU, vor allem in Deutschland. Seit Antritt des neuen Präsidenten Wolodymyr Selensky und den vorgezogenen Parlamentswahlen schaut man gespannt auf die nun eintretenden Veränderungen und hofft gerade im Energiesektor auf neue Impulse. Dabei zählt die Ukraine zu den energieintensivsten und importabhängigsten Ländern Europas: mehr als 60 Prozent der Energieträger kommen aus dem Ausland. Die Energieintensität übersteigt den durchschnittlichen EU-Vergleichswert um das Drei- bis Vierfache. Grund dafür ist nicht nur der Wegfall der kohlereichen Ostprovinzen, sondern auch die ineffiziente Nutzung von eigenen und importierten Energieressourcen.

Vor diesem Hintergrund haben sich Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und Nataliya Bojko, die stellvertretende ukrainische Ministerin für Energie, Kohle und europäische Integration, im April 2019 am Rande des 5. Energiewendedialogs darauf verständigt, eine Deutsch-Ukrainische Energiepartnerschaft anzustreben. Die dena arbeitet seitdem daran, das energiepolitische Netzwerk zwischen beiden Ländern weiter auszubauen. Im Rahmen des Projektes „Ukraine: Energie-Zusammenarbeit mit Deutschland“ werden Dialog-Maßnahmen zur Intensivierung des Austausches zu Energie und Energieeffizienz unter Beteiligung der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Stakeholder umgesetzt.

Projekt

Ukraine: Energie-Zusammenarbeit mit Deutschland

Die dena baut das energiepolitische Netzwerk zwischen Deutschland und der Ukraine weiter aus. Mit Dialogmaßnahmen wie Expertentreffen und dem Deutsch-Ukrainischen Energietag wird die energiepolitische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern intensiviert.

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Modernisierung der Stromnetze in der Ukraine

Der ukrainische Strommarkt befindet sich momentan in einer Reformphase. Im Kontext des EU-Assoziierungsabkommen hat sich die Ukraine das Ziel gesetzt, die Bedingungen an das dritte Energiepaket der EU anzupassen. Am 1. Juli 2019 wurde der Strommarkt liberalisiert: bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur einen einzigen Händler auf dem Energiemarkt, der den produzierten Strom kaufte und später über die Verteilnetze an die Verbraucher lieferte.

Mit dem dena-Projekt „Systemtransformation für eine optimierte Integration erneuerbarer Energien in der Ukraine“ werden Lösungsansätze entwickelt, um die Integration von erneuerbaren Energien in das elektrische Energiesystem der Ukraine zu verbessern. Hauptadressat der Beratung und der Analysen ist der ukrainische Übertragungsnetzbetreiber Ukrenergo. In mehreren Workshops diskutieren Fachexpertinnen und -experten aus der Ukraine und Deutschland über die Modernisierung des ukrainischen Übertragungsnetzes.

Die Wärmewende in der Ukraine

Vor einer besonderen Herausforderung steht in der Ukraine der kommunale Wärmebereich: seit den 90er Jahren hat sich hier kaum etwas verändert. Veraltete Produktionsanlagen und Leitungen, enorme Netzverluste und generelle Instabilität des Netzes, Energieverluste in Gebäuden und geringe kommunale Stadtplanung führen zu einer niedrigen Energieeffizienz. Deswegen sind Lösungsansätze notwendig, die zur Modernisierung der kommunalen Wärmeversorgung, zur Nachhaltigkeit der Ansätze der energetischen Gebäudesanierung und des städtischen Energiemanagements beitragen können.

Die ukrainischen Städte stehen vor einer kommunalen Wärmewende, die durch die Unterstützung und den Austausch mit deutschen Experten und Unternehmen nachhaltiger und effizienter gestaltet werden kann. Neue Geschäftsmodelle und Konzepte sollen helfen, die kommunale Wärmeversorgung zu verbessern sowie die nachhaltige Entwicklung und den Übergang auf erneuerbare Energien in ukrainischen Städten zu fördern.

Projekt

Ukraine: Kommunale Wärmewende

Die ukrainischen Städte stehen vor einer kommunalen Wärmewende, die durch die Unterstützung und den Austausch mit deutschen Experten und Unternehmen nachhaltiger und effizienter gestaltet werden kann.

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Energieeffizienz im ukrainischen Gebäudesektor

Mit einem Anteil von 35 bis 40 Prozent am Energieverbrauch ist der Gebäudesektor der Bereich mit dem größten Einsparpotenzial in der Ukraine. Bereits seit 2016 werden im Rahmen des Projekts „Deutsch-Ukrainische Effizienzhäuser“ 20 Modellvorhaben begleitet, die Standards für die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern in der Ukraine setzen. Erstmals werden in der Ukraine praktische Erfahrungen in der organisatorischen und technischen Umsetzung anspruchsvoller Projekte bei einer umfangreichen energetischen Sanierung gesammelt. In enger Abstimmung mit den Eigentümern werden Sanierungskonzepte für alle ausgewählten Gebäude erarbeitet und die organisatorische und technische Umsetzung der Maßnahmen ausgearbeitet.

Neben Handlungsempfehlungen für Planer und Hauseigentümer erarbeiten die Projektpartner auch Empfehlungen für die konkrete Ausgestaltung von Förderprogrammen für Energieeffizienz im Gebäudesektor. Die Modellvorhaben liefern somit wertvolle Erkenntnisse und übertragbare Ergebnisse für künftige Sanierungen.

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Themenschwerpunkt

Osteuropa & Zentralasien

Die meisten osteuropäischen und zentralasiatischen Länder haben inzwischen erkannt, wie wichtig die Steigerung der Energieeffizienz ist. Allerdings müssen entsprechende Rahmenbedingungen wie etwa Standards und Finanzierungsmöglichkeiten für Effizienzmaßnahmen erst noch geschaffen beziehungsweise ausgebaut werden – ein wichtiger Ansatzpunkt für die Arbeit der dena.

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