Energieeffizienz in Industrie und Verkehr

Der entschlossene Umbau auf fossilfreie Produktion und Mobilität ist der Schlüssel für Klimaneutralität und Energiesicherheit. Denn die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist in der Industrie und im Verkehr sehr hoch. Eine Steigerung der Energieeffizienz bringt sofort Wirkung und entlastet von Preisrisiken.

Klimaneutralität und Energiesicherheit

Neben der Klimaneutralität steht Deutschland mit der Stärkung der Energiesicherheit vor einer weiteren großen Aufgabe. Beide Ziele erfordern die Abkehr von fossilen Energieträgern.

Nur ein fossilfreies, klimaneutrales Energiesystem kann eine langfristig sichere Energieversorgung für Deutschland und Europa gewährleisten.

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Der Umbau der Industrie auf eine klimaneutrale Produktion ohne fossile Energieträger ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Transformation. Sie erfordert eine grundlegende Umstellung und oftmals die Neuerfindung von komplexen Produktionsprozessen. In vielen Fällen wird das mehrere Jahre oder gar Jahrzehnte von Forschung, Entwicklung und Optimierung beanspruchen. Je schneller dieser Prozess beginnt, umso besser kann sich mittel- und langfristig die volle Wirkung entfalten.

Im Verkehrssektor kann der aktuelle Handlungsdruck helfen, jetzt zügig die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen. Denn bislang wurden die Steigerungen bei Effizienz und Klimafreundlichkeit weitgehend durch ein Mehr bei Leistung und Konsum kompensiert. Viele Lösungen für emissionsfreie Mobilität liegen vor – sie müssen jetzt schnell ausgerollt werden. Zugleich braucht es eine gemeinsame Anstrengung, unser Mobilitätsverhalten neu auszurichten.

Am schnellsten wirksam ist die Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Verkehr beziehungsweise die Senkung des Energieverbrauchs. Eingesparte Energie verringert unmittelbar Treibhausgasemissionen und Importabhängigkeit.

Fossilfreie Produktion und Mobilität

In der Industrie tragen vor allem eine umfassende Elektrifizierung, der Einsatz von Wasserstoff, sowie neue, nachhaltige Wertschöpfungsketten dazu bei, klimaneutral und unabhängiger zu werden. Um nachhaltige Wertschöpfungsketten zu erreichen, insbesondere den Ersatz von fossilen Grundstoffen, sind mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung entscheidend.

Eine weitgehende Elektrifizierung ist der zentrale Hebel, um klimaneutrale Mobilität zu erreichen. Weitere Elemente sind die Umsetzung moderner Mobilitätskonzepte wie beispielsweise Free Floating Sharing, Ridepooling und diverse Formen der Mikromobilität sowie der Einsatz klimaneutraler Energieträger.

Kurzfristig wirksame Maßnahmen in der Industrie

Die aktuell hohen Energiepreise können dazu führen, dass Unternehmen die Produktion drosseln. Zugleich wächst der Anreiz weniger selbst zu produzieren und Vorstufen von Grundprodukten zu importieren. Die schnelle Umsetzung von Effizienzmaßnahmen kann helfen, diese für die Wertschöpfung negativen Effekte abzumildern.

  • Eine vorgezogene Umstellung von Gas auf Strom zur Erzeugung von Prozesswärme, insbesondere bei niedrigen Temperaturniveaus, kann die Abhängigkeit von Gas reduzieren. Diese Umstellung könnten zum Beispiel ein Sonderförderprogramm oder Super-Abschreibungen anreizen.
  • Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen bestehen große Effizienzpotenziale. Sie lassen sich zum Beispiel durch verpflichtende Energieberatungen identifizieren. Um Engpässe bei der Finanzierung zu überwinden, sind Energiesparcontracting (ESC) sowie zielgerichtete Förderprogramme sinnvoll.

Kurzfristig wirksame Maßnahmen im Verkehr

Im Verkehrsbereich sind kurzfristig vor allem Maßnahmen wirksam, die die Verkehrsleistung insgesamt reduzieren oder den Anteil von emissionsfreiem Verkehr erhöhen. Der entscheidende und sehr schnell wirksame Hebel sind Veränderungen im Mobilitätsverhalten.

Mittel- und langfristig wirksame Maßnahmen in der Industrie

Die Industrie muss auf dem Weg zur Klimaneutralität zahlreiche Produktionsprozesse neu ausrichten. Die damit verbundenen technologischen Innovationen stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland und können durch Export in andere Länder zusätzlich die globale Energiewende vorantreiben.

Bausteine einer klimaneutralen Industrie

Voraussetzung für diesen Umbau ist ein verlässlicher regulatorischer Rahmen. Er muss für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen und Investitionssicherheit für die Unternehmen gewährleisten. Die zentralen Elemente sind:

  • ein CO2-Preis mit Steuerungswirkung
  • die gezielte Förderung für den Umbau von industriellen Prozessen
  • ein Level Playing Field im internationalen Wettbewerb durch Europäischen Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und flankierende Maßnahmen

Mittel- und langfristig wirksame Maßnahmen im Verkehr

Technologien, Energieträger sowie IT- und Mobilitätskonzepte für eine klimaneutrale Mobilität sind bereits weitgehend verfügbar. Durch fehlende Rahmenbedingungen kommen sie jedoch nicht zum Tragen. Für eine klimaneutrale Mobilität gilt es die Elektrifizierung voranzutreiben und gleichzeitig Alternativen zum Individualverkehr mit PKW anzubieten. Eine beschleunigte Elektrifizierung gelingt unter anderem durch finanzielle Förderung, eine Verbesserung der Ladeinfrastruktur und ambitionierte CO2-Flottengrenzwerte.

Eine Reduktion des Individualverkehrs kann zum Beispiel erreicht werden durch:

  • Bessere Infrastruktur für den Fuß- und Fahrradverkehr
  • Ausbau des Schienenverkehrs und ÖPNV
  • Förderung des zweirädrigen Elektroverkehrs
  • Neue Mobilitätskonzepte wie Free Floating Sharing, Ridepooling und diverse Formen der Mikromobilität

Die Arbeit der dena

Die dena arbeitet mit vielfältigen Projekten daran, die Klimaneutralität und Energiesicherheit in den Bereichen Industrie und Verkehr voranzutreiben.

Unsere Projekte

Projekt

Kompetenzzentrum Contracting

Effizient und wirtschaftlich: Von Energiespar-Contracting-Modellen bei der energetischen Gebäudesanierung profitieren alle Beteiligten. Die dena… mehr lesen

Der Hub für Energiewende-Start-ups

SET Hub

Der SET Hub bietet Start-ups Unterstützung bei der Entwicklung ihrer innovativen Geschäftsmodelle und Lösungen für die Energiewende. mehr lesen

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Große Stellschrauben mit Wirkung

Welche Bereiche sind für Energiesicherheit und Klimaneutralität entscheidend? Welche Maßnahmen sind besonders wirksam? Die großen Stellschrauben sind die Energieeffizienz in Industrie und Verkehr, der Wärmemarkt, der breite Ausbau der Erneuerbaren und die Innovation. Was in diesen Bereichen jetzt jeweils getan werden muss, erfahren Sie auf den folgenden Themenseiten.

Innovationen fördern und nutzen

Die deutsche Forschungs- und Gründerlandschaft ist vielfältig und hoch produktiv. Aber Neuentwicklungen und gute Ideen müssen schneller in die breite Nutzung kommen. Viele entscheidende Technologien sind noch nicht marktreif. Klimaneutralität und Energiesicherheit brauchen eine Innovationsoffensive.

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Ausbau erneuerbarer Energien

Erneuerbare Energien sind das Herzstück eines klimaneutralen Energiesystems. Sie können eine steigende Stromnachfrage klimaneutral, preisstabil und im eigenen Land bedienen. Ein schnelleres Ausbautempo bringt langfristig Energiesicherheit und mehr Verlässlichkeit für das Ziel Klimaneutralität.

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Wärme und Effizienz in Gebäuden

Gebäude sind ein Schlüssel für die erfolgreiche Transformation. Neben der Industrie fallen hier die höchsten Verbräuche an fossilen Energieträgern an. Durch einen schnellen und konsequenten Umbau kann der Energiebedarf von Gebäuden komplett mit Erneuerbaren gedeckt werden.

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Klimaneutral, unabhängig, sicher

Neben der langfristigen Aufgabe Klimaneutralität muss Deutschland akut seine Energiesicherheit stärken. Der Vorteil: Beide Ziele lassen sich durch eine schnelle Abkehr von fossilen Energieträgern erreichen. Die entscheidenden Stellschrauben im Überblick.

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Bilder: Shutterstock/Cat Scape, Adobe Stock/Kara