Publication Detail

Länderprofil Jamaika. (PDF)

PUBLICATION DATE: 08/2014
FORMAT: DIN A4
Download

Der Inselstaat Jamaika ist zur Deckung des eigenen Energieverbrauchs fast vollständig von importierten Öl und Ölprodukten abhängig. Ineffiziente und veraltete Kraftwerksanlagen sorgen darüber hinaus zusammen mit einer steigenden Ölpreisentwicklung im internationalen Vergleich für sehr hohe Strompreise.

Der gegenwärtige nationale Entwicklungsplan für den Energiesektor „Vision 2030“ sieht vor, den Anteil der Erneuerbaren am Strommix von aktuell sieben Prozent auf bis zu 20 Prozent in 2030 zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Stromerzeugungskapazitäten für Erneuerbare-Energien-Technologien ausgeschrieben. Zudem wurden erste Anreizsysteme für kleine Erneuerbare-Energien-Anlagen geschaffen. Darunter fällt z. B. die Net Billing Policy, aufgrund derer ein Betreiber einer Erneuerbare-Energien-Anlage mit einer Kapazität kleiner 100 kW überschüssigen, d.h. nicht selbstverbrauchten Strom, in das Netz einspeisen kann. Der Preis für den eingespeisten Strom orientiert sich dabei an den vermiedenen Kosten für Öl zzgl. eines Bonus von 15 Prozent. Eine erste Ausschreibung über 115 MW Erneuerbare-Energien-Erzeugungskapazitäten fand bereits in 2012 statt. Die Kapazitäten sollen Mitte 2015 installiert sein. Weitere Ausschreibungen sind für die Zukunft durchaus denkbar, wenngleich hierzu noch nichts Konkretes bekannt ist.

Die wichtigste erneuerbare Energiequelle Jamaikas ist aktuell Windkraft. Bislang werden zwei Windparks betrieben, es bestehen aber bereits Ausbaupläne für weitere Windparks. Solarenergie spielt bislang noch keine wesentliche Rolle bei der Stromversorgung Jamaikas. Allerdings wird die Photovoltaik begünstigt durch hohe Stromverbraucherpreise von einigen Gewerbebetrieben bereits zur Selbstversorgung genutzt. Auch hier besteht ein nicht unerhebliches Marktpotenzial auf der karibischen Insel. Die Gewinnung von Bioenergien soll ebenfalls gesteigert werden. Hier befindet sich ein erhebliches Potenzial in der Nutzung von Bagasse der Zuckerindustrie sowie im Bereich Waste-to-Energy. Auf dem Gebiet der Wasserkraft verfügt Jamaika bereits über einige, allerdings veraltete Kleinwasserkraftanlagen. Hier besteht vor allem ein Potenzial in der Modernisierung und Instandsetzung dieser Anlagen.

Related publications