Urbane Energiewende: Auf die Städte kommt es an

Das Wachstum der Welt spielt sich vor allem in den urbanen Zentren ab: Schon heute leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten, bis zum Jahr 2050 sollen es schon sieben von zehn sein. In vielen Ländern ist die ökologische Stadterneuerung deshalb ein drängendes Thema.

Doch die Herausforderungen auf den verschiedenen Kontinenten sind zum Teil sehr unterschiedlich. Wir stellen Ihnen einige Perspektiven vor und zeigen, was die dena damit zu tun hat.

Essen

E-world energy & water

Zur Vorschau

dena-Projekt urbane Energiewende

Starke Praxisorientierung und gemeinsame Impulse an die Politik

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft erarbeitet die dena einen strategischen und politischen Orientierungsrahmen für die urbane Energiewende. Mit an Bord sind Stadtwerke und Energieversorger, Technologieanbieter und IT-Dienstleister, Wohnungsgesellschaften und Mobilitätsanbieter sowie Logistik- und Handelsunternehmen. Im Fokus des stark praxisorientierten Projekts stehen Herausforderungen wie die Suche nach geeigneten Technologien und Geschäftsmodellen, die zunehmende Digitalisierung sowie die Weiterentwicklung von Infrastrukturen.

„Viele Akteure haben bereits Vorhaben begonnen – für ganze Quartiere oder einzelne Straßen – oder konkrete Konzepte in der Schublade. Die Partner wollen ihr bestehendes Know-how vertiefen und von den Erfahrungen aus anderen Projekten lernen. Gleichzeitig ist ihnen wichtig, dass der regulatorische Rahmen weiterentwickelt wird, um innovative Ansätze für integrierte Lösungen der Energiewende in den Städten zu ermöglichen“, sagt Christoph Jugel, der das Projekt als Leiter Energiesysteme verantwortet.

Bei Interesse an einer Projektpartnerschaft können sich Unternehmen unter urbane-energiewende@dena.de direkt an das Projektteam wenden.




Christoph Jugel

Leiter Energiesysteme

T: +49 (0)30 66 777 - 757
F: +49 (0)30 66 777 - 699
jugel@dena.de

14 Thesen zur urbanen Energiewende

1. These: Es gibt kaum Städte mit aktiven und innovativen Akteuren

Städte mit aktiven und innovativen Akteuren bei wichtigen Themen wie Klimaschutz sind in der Minderheit: Es scheitert an der Umsetzung der urbanen Energiewende im Tagesgeschäft.

2. These: Es braucht maßgeschneiderte Lösungen

Jede Stadt bringt individuelle Ausgangsvoraussetzungen mit, die maßgeschneiderte Lösungen für die urbane Energiewende erfordern.

3. These: Städte und Kommunen begrüßen die Energiewende

Städte und Kommunen sind der Energiewende gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen und setzen diese vor allem auf Quartiersebene um.

4. These: Für integrierte Wärmeplanung braucht es relevante Akteure und abgestimmte Sanierungs- und Versorgungsstrategien

Integrierte Wärmeplanung muss in Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren und einem Fokus auf einander abgestimmten Sanierungs- und Versorgungsstrategien erfolgen.

5. These: Intelligente Verkehrssteuerung, Förderung von Elektromobilität und Ansprüche an nachhaltige Angebote müssen harmonieren

Intelligente Verkehrssteuerung, Förderung der Elektromobilität sowie Ansprüche an multimodale und nachhaltige Angebote müssen in Einklang gebracht werden.

6. These: Infrastrukturen müssen bidirektional, multimodal, interoperabel und flexibel sein

Infrastrukturen müssen in Zukunft immer stärker bidirektional, multimodal, interoperabel und flexibel geplant und gestaltet werden.

7. These: Digitalisierung trägt zur Umsetzung der urbanen Energiewende bei

Die Digitalisierung ermöglicht eine verbesserte und dynamischere Umsetzung der urbanen Energiewende.

8. These: Eine Reduktion des Energiebarfs ist mit der Erhöhung der Lebensqualität vereinbar

Die urbane Energiewende bietet die Chance, eine signifikante Reduktion des Energiebedarfs pro Kopf bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebensqualität im städtischen Raum zu erreichen.

9. These: Es braucht eine ganzheitliche Betrachtung der urbanen Energiewende auf Akteursebene

Die urbane Energiewende muss als Querschnittsthema auch auf der Akteursebene ganzheitlich betrachtet werden. Dafür müssen Verantwortlichkeiten geschaffen, der Austausch gefördert und Schlüsselakteure berücksichtigt werden.

10. These: Beteiligungsprozesse & moderierte Transformationsprozesse sind nötig

Um Wissen und Akzeptanz der lokalen Akteure zu fördern, müssen passende Beteiligungsprozesse entwickelt und Transformationsprozesse moderiert werden.

11. These: Zusammen mit Fachakteuren können Handlungsspielräume gemeinwohlorientiert genutzt werden

Städte und deren Verwaltungen sind der Energiewende gegenüber aufgeschlossen, wodurch bestehende Handlungsspielräume in Kooperation mit Fachakteuren gemeinwohlorientiert genutzt werden können.

12. These: Neue Geschäftsmodelle müssen getestet werden

Neue Geschäftsmodelle zur Umsetzung der urbanen Energiewende bergen Unsicherheiten, weshalb sie gemeinsam mit Partnern in Pilotprojekten erprobt werden sollten.

13. These: Die Finanzierung muss diversifiziert werden

Die Finanzierung der urbanen Energiewende muss in Zukunft über viele Akteure diversifiziert werden.

14. These: Es muss über alle politischen Ebenen gedacht werden

Die urbane Energiewende muss über alle politischen Ebenen (Bund/Länder/Kommunen) gedacht werden, um kommunale Akteure als Enabler der Energiewende zu etablieren.

URBANE ENERGIEWENDE

Zukunftslabor Stadt

Die Anziehungskraft der Städte ist ungebrochen, ihr Anteil am weltweiten Energieverbrauch wächst rasant: Viele Metropolen machen sich auf die Suche nach Lösungen für eine nachhaltige Zukunft. Urbane Energiewende – eine Baustellenbesichtigung.

Mehr lesen

dena-Experte Christoph Jugel über die Studie zur urbanen Energiewende

Urbane Energiewende in Deutschland und China

In Deutschland leben bereits drei Viertel der Bevölkerung in Städten. 70 Prozent der energiebezogenen Treibhausgasemissionen gehen hier auf Städte zurück. Doch im Vergleich steht China mit seinen 66 Millionenstädten vor Herausforderungen im großen Maßstab. Werden hierzulande energetisch bestehende Quartiere saniert, entstehen im Land der Mitte ganze Städte auf dem Reißbrett.

Wir haben bei Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in Deutschland und China nachgefragt, wie die urbane Energiewende vor Ort gelingen kann.

Eco-City 2017 Mayors Study Tour

Im November 2017 organisierte die dena in Zusammenarbeit mit der Chinese Society for Urban Studies die „Eco-City 2017 Mayors Study Tour“. Bürgermeister und Experten aus Tianjin, Xiangyang und Chuzhou besichtigten Referenzprojekte in Deutschland und der Schweiz, um nachhaltige Stadtentwicklung kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und deutsches Know-how auf chinesische Städte zu übertragen. Bei der 23. UN-Klimakonferenz (COP 23) in Bonn nahm die zwölfköpfige Delegation am „Climate Summit of Local and Regional Leaders” teil. Weitere Stationen waren Zürich, Freiburg, Frankfurt und Essen. In Mannheim sprachen sie mit Bürgermeisterin Felicitas Kubala.

Gegenübergestellt: Klimaschutz in Magdeburg und Jingzhou

Klimaschutz in Magdeburg

„Wir zünden jetzt die zweite Stufe“

Wie können deutsche Kommunen ihre Klimaschutzziele erreichen? Über Erfolge und Herausforderungen berichtet Rolf Warschun, Umweltamtsleiter der Stadt Magdeburg, die 2013 von der dena als Energieeffizienz-Kommune zertifiziert wurde. Mehr lesen

Klimaschutz in Jingzhou/China

„Das Denken verändern“

Wie gestaltet sich die urbane Energiewende in China? Nicole Pillen, stellvertretende Bereichsleiterin Energieeffiziente Gebäude bei der dena, berichtet über die Fortschritte in der chinesischen Stadt Jingzhou. Um systematisch Energie und CO2-Emissionen einzusparen, hat Jingzhou das Energie- und Klimaschutzmanagement der dena eingeführt. Mehr lesen

Kommentar von Andreas Kuhlmann

When the Going Gets Tough

Energiewende und Klimaschutz sind die Fortschrittsprojekte unserer Zeit. Doch wer sorgt fürs Tempo, wenn es politisch mal schwierig wird? Ein... Mehr lesen

URBANE ENERGIEWENDE

Zukunftslabor Stadt

Die Anziehungskraft der Städte ist ungebrochen, ihr Anteil am weltweiten Energieverbrauch wächst rasant: Viele Metropolen machen sich auf die Suche... Mehr lesen

Essen

E-world energy & water

Die Leitmesse der Energiewirtschaft - die E-world energy & water. Wir sind wieder mit dabei und informieren Sie mit einer umfassenden Expertise. Mehr lesen

Kommentar von dena-Chef Andreas Kuhlmann

Energiewende und Klimaschutz finden Stadt

„Städte können die Energiewende entscheidend voranbringen. Um diese Chance zu nutzen, braucht es einen strategischen Orientierungsrahmen. Deshalb hat... Mehr lesen

Artikel

Energieeffizient Handeln

Vom Buchhändler, über Sport- und Modegeschäfte, Blumenläden, Autohändler und Supermärkte: In Deutschland gibt es mehr als 500.000 vom Handel genutzte... Mehr lesen

Studie: Urbane Energiewende

Die Deutsche Energie-Agentur startet eine groß angelegte Studie, um einen strategischen und politischen Orientierungsrahmen für die urbane... Mehr lesen

Artikel

„Das Denken verändern“

In chinesischen Städten geht aller Klimaschutz von den Stadtoberen aus: Chinesische Institute versuchen zusammen mit Partnern wie der dena, das Denken... Mehr lesen

Die urbane Energiewende gestalten

Für diese Herausforderungen müssen wir im Sinne der integrierten Energiewende Antworten finden – eine davon ist die vernetzte Stadt. Ein Kommentar von Andreas Kuhlmann in der e|m|w.

Artikel

Urbane Energiewende: Grund zum Handeln

Ob Lebensmitteldiscounter, die Wohnungen bauen, Versandhändler, die Läden eröffnen oder Lebensmittel, die bis an die Haustür gebracht werden – das Leben in der Stadt verändert unser Konsumverhalten und so verändert der Handel unsere Städte. Doch wie tragen Handelsunternehmen zur Energiewende im urbanen Raum bei?

Artikel

Wie Energieeffizienz-Genossenschaften die Straßenbeleuchtung umrüsten

18 Monate von der Idee bis zur Umsetzung: Ein Ort am Rhein tauscht mit Unterstützung der dena die alte Straßenbeleuchtung gegen denkmalgerechte LEDs und spart mehrere tausend Euro Betriebskosten im Jahr. Arbeit und Investitionen übernimmt eine regionale Genossenschaft. Das Modell soll Schule machen.

Mehr lesen

Smart City oder Urbane Energiewende?

„Smart City“ beschreibt die intelligente, digital vernetzte Stadt: von der Verwaltung, über Wirtschaft und Mobilität bis hin zu Haushalten und weiteren Lebenswelten der Bevölkerung. Ist auch die Energieinfrastruktur digital vernetzt, wird die urbane Energiewende zum Teil der Smart City.

Das europäische Projekt GrowSmarter zeigt smarte Lösungen in realen Anwendungsfällen in den  Leuchtturmstädten Stockholm, Barcelona und Köln. Stockholm steht zum Beispiel vor zwei Herausforderungen: Den Charakter der Stadt zu bewahren und sie gleichzeitig weiterzuentwickeln. Emden dient als intelligente Energiestadt anderen als Vorbild.

Smart City

Stockholm

Bis 2040 soll Stockholm ohne fossile Energie auskommen. Ein weiteres wichtiges Ziel: Bürgermeistern Karin Wanngård will ihre Stadt zur "smartesten" Stadt der Welt machen. Digitalisierung und neue Technologien vereinfachen und verbessern für sie nicht nur unser Leben, sondern helfen auch bei einem "Green Change". In Ihrer Videobotschaft erklärt Karin Wanngård, wie das gelingen kann.

Smart City

Köln

Köln rüstet sich für die Zukunft und setzt mit dem Projekt SmartCity Cologne auf Nachhaltigkeit. Themenschwerpunkte sind dabei die Förderung und der Einsatz erneuerbarer Energien, smarte Technologien wie Smart Meter und Elektromobilität, verschiedene Konzepte zur CO2-Reduzierung sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Steigerung der Energieeffizienz. Mit dem Projekt GrowSmarter soll der Stadtteil Köln-Mülheim als Blaupause für nachhaltige Stadtentwicklung entwickelt und etabliert werden.

Smart City

Emden

Wichtiger Baustein im Konzept für die Smart City Emden im Jahr 2030 ist das Zusammenspiel von Windenergie, Elektromobilität und Speichertechnologien in einem intelligenten Stromnetz. Geplant sind Projekte, welche die Lebensqualität in der Region erhöhen, vom Breitbandinternet bis zur Emden App mit Serviceangeboten für Bürgerinnen und Bürger.

Smart Cities

Und was hat die dena damit zu tun?

Die dena ist seit Jahren im Kontext von Smart Cities und Urbaner Energiewende aktiv, zum Beispiel bei der energieeffizienten Straßenbeleuchtung, Energie- und Klimaschutzmanagementsystemen und den Digitalisierungsprojekten DIGI4E und Digitale Energiewelt.

Mehr zum Thema

Bildquellen:
Bild von Frankfurt (Seitenanfang): Shutterstock / travelview
Bild von Köln (Teaser): Shutterstock / S.Borisov


Bild von Emden (Teaser): iStockphoto / vora
Label Deutschland und China: Shutterstock / Koshevnyk