Klimafreundliches Bauen in China

Seit 15 Jahren führt die dena in deutsch-chinesischer Zusammenarbeit Projekte für klimafreundliches Bauen durch. Die Pilotprojekte der dena in China erreichen Energieeinsparungsraten von über 90 Prozent.

Das Projekt:

Facts & Figures

  • 150.000 Tonnen eingespartes CO2 bei den Pilotprojekten der dena in China
  • Über 90 % Energieeinsparungsrate der Pilotprojekte
  • 45 Pilotprojekte in zwölf Provinzen und vier Klimazonen

China ist ein wichtiger Partner Deutschlands und ein besonders wichtiges Land für die internationalen Aktivitäten der dena. Nach einer ersten Begegnung bei der Internationalen Green Building Conference in Beijing im Jahr 2006 folgte 2008 das „Memorandum of Understanding“ (MoU) zwischen der dena und dem Center of Science and Technology of Construction (CSTID), flankiert durch die beiden zuständigen Bauministerien der Länder. Mit dem Start des ersten offiziellen deutsch-chinesischen Pilotprojekts zur Erprobung von Passivhaustechnologien im Jahr 2010 kam der Einstieg in die Praxis. Mittlerweile sind 45 Pilotprojekte in zwölf Provinzen und vier Klimazonen hinzugekommen – von Schulen, Berufsschulen und Kindergärten über Wohnhochhäuser und Luxusvillen bis hin zu Büro- und Ausstellungsgebäuden.

Die Rolle der dena:

Ausgezeichnetes Energieeffizienz-Projekt in Jinan, China.

Die dena ermöglicht es, Spitzentechnologien und Erfahrungen aus Deutschland gemeinsam mit Partnern vor Ort an die Verhältnisse der jeweiligen Regionen anzupassen und zu übertragen. Expertinnen und Experten der dena schulen chinesische Fachleute, sichern die Qualität der Planung und der Maßnahmen vor Ort und zertifizieren die Pilotprojekte bei Bauabschluss und nach Inbetriebnahme des Gebäudes.

Zu Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 2006 gab es in China noch wenig Wissen über energieeffiziente Gebäude und die Anwendung von Effizienzhaustechnologien. Die lokalen Standards beinhalteten noch wenige Energieeinsparziele, es gab kaum finanzielle Förderung und die Anzahl der Fachleute war überschaubar. Heute gibt es in mehreren Provinzen regionale Effizienzstandards mit Anforderungen an die Gebäudeenergieeffizienz und seit 2016 auch erstmals Förderprogramme für energieeffiziente Gebäude sowie definierte Ausbauziele. Darunter ist auch die chinesische Hauptstadt Beijing.

Die Wirkung:

Die dena Pilotprojekte sind Leuchttürme, die bereits zur Nachahmung angeregt haben. Die im Rahmen der Projekte geschulten Fachleute geben das Wissen weiter. Inzwischen gibt es ein Netzwerk von Expertinnen und Experten auf dem Gebiet des energieeffizienten Bauens. Auch im Bereich der Baustoffe und der Haustechnik ist die Entwicklung Passivhaus-tauglicher Komponenten weiter fortgeschritten. Die dafür notwendigen Materialien werden mittlerweile in China in guter Qualität produziert. Die Grundlagen für den weiteren Marktausbau wurden also gelegt.

Energieeffiziente Lösungen, die in China erfolgreich eingesetzt und etabliert werden können, entfalten eine enorme Hebelwirkung, da in China alle zwei Jahre so viel neu gebaut wird, wie in Deutschland an Gebäudebestand insgesamt existiert. Allein die Pilotprojekte der dena in China haben bis heute im Vergleich zu herkömmlichen Neubauten fast 150.000 Tonnen CO2 eingespart. Werden die erfolgreichen Lösungen aus diesen Pilotprojekte auf weitere Teile des Bausektors ausgerollt, ergibt sich eine enorme Wirkung für den Klimaschutz.