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Erdgas und Biomethan im künftigen Kraftstoffmix

Die Ziele der Kraftstoffstrategie zur Etablierung von Erdgas als Kraftstoff für 2010 werden verfehlt. Die Ziele für 2020 sind nur unter vergrößerten Anstrengungen erreichbar. Die dena-Studie zeigt auf, wie die Einführung von Erdgas und Biomethan im Verkehrssektor beschleunigt werden kann. Bis 2020 könnte die Zahl der Erdgasfahrzeuge in Deutschland so von 85.000 auf 1,4 Millionen steigen.

Handlungsbedarf und Lösungsansätze für eine beschleunigte Etablierung im Verkehr.

Die Energie- und Klimasituation erfordert eine stärkere Diversifizierung von Kraftstoffen und Antrieben.
Absehbar steigende Energiepreise, die Begrenztheit des im Verkehrssektor bislang dominanten Energieträgers Erdöl sowie ambitionierte Klimaschutzziele erfordern die Einführung alternativer Kraftstoffe und Antriebe. Vor diesem Hintergrund werden weltweit bzw. innerhalb der EU auch Erdgas und Biomethan als Kraftstoff forciert. So geht die Kraftstoffstrategie der Bundesregierung 2004 von einem Potenzial von Erdgas als Kraftstoff von mindestens 0,5 bis 1 Prozent in 2010 und 2 bis 4 Prozent in 2020 aus. Dieses entspricht rund 1,4 Mio. Fahrzeugen in 2020.

Die Ziele für den Anteil von Erdgas und Biomethan als Kraftstoff sind noch nicht erreicht.
Die Potenziale von Erdgas und Biomethan als Kraftstoff werden trotz ausgereifter Technik bislang nicht ausgeschöpft: Ende 2009 betrug der Anteil von Erdgas als Kraftstoff am Gesamtkraftstoffverbrauch magere 0,3 Prozent, in Deutschland werden aktuell nur 85.000 der insgesamt rund 50 Mio. Fahrzeuge mit Erdgas betrieben. Die Ziele für 2010 werden lediglich zu einem Drittel erreicht. Die Potenziale können bis 2020 nur gehoben werden, wenn es gelingt, den Bestand an Erdgasfahrzeugen um jährlich 29 Prozent zu vergrößern. Hierzu ist insbesondere ein wachsender Anteil von erdgasbetriebenen Nutzfahrzeugen erforderlich. In der EU zeigen Länder wie Schweden oder Italien, dass eine solch schnelle Marktentwicklung möglich ist.

Die Eigenschaften von Erdgas sprechen für eine beschleunigte Etablierung im Verkehrssektor.
Erdgas weist unter den fossilen Kraftstoffen die geringsten CO2-Emissionen auf – mit seinem Einsatz können im Vergleich zu Benzin rund 24 Prozent dieses Klimagases vermieden werden. Auch bei den Schadstoffen wie Ruß und Stickoxiden schneidet es deutlich besser ab als Benzin oder Diesel. Erdgas als Kraftstoff trägt zur Diversifizierung der Ressourcen im Verkehrssektor bei und erweitert das Portfolio der Energielieferländer.

Die Beimischung von Biomethan kann die Klima-, Umwelt- und Ressourcenvorteile steigern.
Durch die Einspeisung von in Deutschland erzeugtem Biomethan in das bestehende Erdgasnetz und die Nutzung im Verkehr lassen sich Klimawirkung, Umwelteigenschaften und Rohstoffverfügbarkeit weiter verbessern. Mit einer 20-prozentigen Beimischung können die CO2-Emissionen im Vergleich zu Benzin um 39 Prozent gesenkt werden, beim Einsatz von reinem Biomethan je nach Betrachtungsweise sogar um bis zu 97 Prozent. Dabei sind die zur Erzeugung von Biomethan benötigten Ressourcen noch lange nicht ausgeschöpft. Selbst im Falle der Erreichung des genannten 4-Prozent-Ziels könnten sämtliche Erdgasfahrzeuge im Jahr 2020 theoretisch mit reinem Biomethan betrieben werden. Sowohl für die Anrechnung von Biomethan auf die Biokraftstoffquote als auch die steuerliche Besserstellung ist eine Zertifizierung der eingesetzten Mengen gemäß der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung erforderlich.

Zur Marktdurchdringung müssen sich alle beteiligten Akteure zu einer konkreten „Roadmap“ verpflichten.
Ein Grund für die bisher – auch im weltweiten Vergleich – relativ schleppende Etablierung von Erdgas als Kraftstoff ist das Fehlen einer gemeinsamen Maßnahmendefinition zwischen den beteiligten Akteursgruppen und einer verbindlichen Umsetzung. Zwar zeichnen sich einige Akteure durch Einzelinitiativen aus. Letztlich aber zielen Politik bzw. Staat, Mineralölwirtschaft mit ihren Tankstellennetzen, Gaswirtschaft (inkl. Biomethanproduzenten), Hersteller und Händler von Fahrzeugen sowie Forschungsinstitute mit jeweils unterschiedlichen Interessenlagen unabgestimmt auf die Nachfrager ab. Dabei wird wichtigen Kundenanforderungen vielfach noch nicht zielgruppenscharf entsprochen.

Die Studie skizziert, welche Maßnahmen die relevanten Akteure umsetzen müssten, um die mit dem Einsatz von Erdgas und Biomethan im Verkehrssektor verbundenen Potenziale voll ausschöpfen zu können. Wenn sämtliche Akteursgruppen diese Maßnahmen untereinander verbindlich abgestimmt haben und parallel in einem Monitoring-Prozess realisieren, können Erdgas und Biomethan neben anderen Antriebstechnologien ihren Beitrag zur beschleunigten Diversifizierung des Kraftstoffmix und zum Klimaschutz leisten.


Dokumente zum Projekt


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Projektinfos

Veranstaltungen

Symposium zur Studie „Erdgas und Biomethan im künftigen Kraftstoffmix“. Seite

21.01.2010

Erklärtes Ziel der neuen Regierung ist die Entwicklung einer breit angelegten Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie, die alle alternativen Technologien und Energieträger berücksichtigt. Erdgas und Biomethan können dabei eine große Rolle spielen.

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