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19.09.2012

dena-Kongress: Wirtschaftsvertreter diskutieren die Chancen und Risiken der Energiewende.

„Die Herausforderungen der Energiewende“ – unter diesem Titel hatte die dena namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Industrie zur Podiumsdiskussion auf dem 3. dena-Energieeffizienzkongress gebeten. Schnell wurde deutlich, dass es vor allem eine Frage gibt, die derzeit die deutsche Wirtschaft bewegt: Wie ist es im Rahmen der Energiewende um die Versorgungssicherheit in Deutschland bestellt? Sehr deutlich wurde Ulrich Altstetter, Vorstandsmitglied der Wieland-Werke AG: „Wir machen uns große Sorgen um die Versorgungssicherheit.“ Während bei den Erneuerbaren ein schnelles Wachstum zu verzeichnen sei, komme der Netzausbau nicht richtig voran, mahnte Altstetter. Die energieintensive Industrie sehe außerdem dringenden Handlungsbedarf beim Thema Strompreise.

dena-Geschäftsführer Stephan Kohler unterstrich, dass die Entlastung der energieintensiven Industrie von der EEG-Umlage richtig sei. Gleichzeitig betonte er, dass hier in Zukunft auch Anreize nötig seien, zum Beispiel durch die Koppelung der Befreiung von der EEG-Umlage an die Einhaltung hoher Energieeffizienzstandards. Dass man bei der Energiewende noch nicht auf der Zielgeraden sei, unterstrich BDI-Geschäftsführer Dr. Markus Kerber und forderte eine kritische Überprüfung der gesetzten Ziele und eine realistischere Einschätzung.

Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall, forderte marktbasierte Maßnahmen für die Sicherstellung der Energieversorgung. Und er plädierte für mehr Ehrlichkeit und Transparenz in der Debatte um die Energiewende. Man müsse klar und deutlich sagen, dass die Energiewende auch Geld koste und die Investitionen auch finanziert werden müssten. Hatakka prognostizierte eine Strompreissteigerung von bis zu 30 Prozent bis 2020. Die Frage, wie diese Mehrkosten auf Haushaltskunden und Industrie zu verteilen seien, müsse die Politik beantworten. Und er betonte die Bedeutung von Europa: „Wir brauchen mehr Europa. Die erneuerbaren Energien müssen europaweit geplant werden. Und sie müssen kosteneffizient dort aufgebaut werden, wo die Bedingungen am besten sind.“ Dies bekräftigte auch BDI-Geschäftsführer Kerber: „Die deutsche Energiewende kann nicht autonom realisiert werden, sondern erfordert eine Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarländern.“

Dr. Udo Niehage, Siemens-Beauftragter für die Energiewende, machte deutlich, dass die Energiewende auch große Chancen berge – vor allem dann, wenn sich Lösungen und Innovationen durchsetzen, die am Markt bestehen können. Siemens setze nur auf eine Technologieförderung, die am Markt Bestand hätte. Auch die Erneuerbaren müssten mittelfristig in den Markt integriert werden.

Die Diskussionsrunde fand im Rahmen des 3. dena-Energieeffizienzkongresses statt, in dessen Mittelpunkt Energieeffizienz und der Wandel des Energiesystems stehen. Rund 900 Experten aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft diskutieren seit gestern über Strategien und Instrumente für eine erfolgreiche Energiewende.

www.dena-kongress.de

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