
dena-Kongress: Weder Stiefkind noch Hoffnungsträger: Energieeffizienz muss Grundlage der Energiewende werden
Zum Auftakt des dena-Energieeffizienzkongresses betonte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Kohler die Bedeutung des Themas Energieeffizienz für die Energiepolitik: „Energieeffizienz ist nicht das Stiefkind und auch nicht der Hoffnungsträger der Energiewende, sondern sie muss zur Grundlage der Energiewende werden.“ Die Potenziale zum Energiesparen seien groß und obendrein auch noch wirtschaftlich. Dies sei entscheidend, da es in Zukunft immer mehr darum gehen werde, die Kostenbelastung in den Griff zu bekommen. Bei allen Maßnahmen müsse es schließlich darum gehen, sich nicht in Einzelheiten zu verlieren. „Lassen sie uns in Systemen denken“, rief Kohler die 900 Teilnehmer des Kongresses auf. Der Kongress biete die richtige Plattform, um innovative Lösungen und Strategien für die Herausforderungen der Energiewende zu diskutieren.
EU-Energiekommissar Günther Oettinger hob in seiner Rede die europäische Dimensionen der Energiewende hervor: „Denkt die Energiewende europäisch! Deutschlands Energiewende findet nur im europäischen Umfeld erfolgreich statt.“ Die Entwicklung des europäischen Binnenmarktes müsse weiter vorangetrieben und vollendet werden. Diese Notwendigkeit sei vor allem beim Netzausbau und beim Ausbau von Speichern deutlich zu spüren. Derzeit gebe es einen großen Nachholbedarf für Investitionen im Energiesektor. Um mehr Investitionen anzuregen, müsste unter anderem die Planungssicherheit verbessert werden. Kein anderer Wirtschaftssektor verfüge über derart lange Abschreibungszeiträume wie der Energiesektor. Die EU habe sich ambitionierte Energie- und Klimaschutzziele bis 2020 gesetzt, „aber für Investoren war 2020 gestern und 2030 ist morgen früh“.
Oettinger bekräftigte wie schon Stephan Kohler die Bedeutung der Energieeffizienz: „Ohne Energieeffizienz sind unsere Ziele nicht zu erreichen.“ Als Beispiel nannte er die Sanierung des Gebäudebestands, weil hier europaweit die größten Potenziale liegen. Er erlebe hier oft einen großen Gegensatz zwischen den Sonntagsreden und der Praxis. Eigentlich seien sich alle einig, dass die Gebäudesanierung vorangetrieben werden müsse, aber wenn es an die Umsetzung gehe, häuften sich die kritischen Stimmen. Viele scheuten vor Investitionen zurück, weil diese sich oft erst nach 20 bis 25 Jahren auszahlten. Dabei gehe es eben auch darum, nachfolgende Generationen zu entlasten. Vor allem von Deutschland erhoffe er sich Impulse für den Markt: „Ich setze darauf, dass Deutschland der Motor für Effizienzgebäude wird in Europa.“ Das Hin-und-her im Bundesrat bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Gebäudesanierungen halte er für nicht nachvollziehbar, zumal sich die Investitionen volkswirtschaftlich mehrfach auszahlten. Deshalb forderte er die Bundesländer auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben.



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