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19.09.2012

dena-Kongress: Strategien für mehr Dynamik in der Energieeffizienz

Der zweite Tag des dena-Energieeffizienzkongresses stand unter dem Motto „Kurs aufnehmen und Tempo steigern“.  dena-Geschäftsführer Stephan Kohler forderte in erster Linie mehr und bessere Marktinstrumente, um die Energieeffizienzmärkte in Bewegung zu bringen. Der bedarfsbasierte Energieausweis sei das zentrale Instrument, um mehr Markttransparenz zu schaffen und für Vertrauen bei den Kunden zu sorgen. Unerlässlich sei auch die qualifizierte und zertifizierte Energieberatung bei energetischen Sanierungen. Darüber hinaus seien Kommunikationsstrategien gefordert: In Zeiten steigender Energiepreise müsse noch deutlicher kommuniziert werden, dass Energieeffizienz die wirtschaftlichste Möglichkeit sei, die Kostensteigerungen auszugleichen.

Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen im Gebäudebereich stellte der Staatssekretär im BMVBS Rainer Bomba vor. „Die Energiewende ist ein zentrales Thema in den nächsten Jahrzehnten und dafür brauchen wir einen breiten Konsens über Parteigrenzen und Legislaturperioden hinweg“, betonte Bomba. Nach vielen Verhandlungen hätte sich die Bundesregierung nun auf die zentralen Punkte der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) geeinigt. Diese sei ein wichtiges Instrument für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz im Gebäudebereich. Eine Verschärfung der EnEV werde es nur im Neubau geben, verkündete er vor den 900 Teilnehmern. Im Bestand werde es dagegen keine strengeren Auflagen geben. Für den Fall, dass Bund und Länder sich nicht über die steuerlichen Anreize für die Gebäudesanierung einigen könnten, arbeite die Regierung an einem Plan B.

Für die Umsetzung der Energiewende bedürfe es jetzt guter Konzepte und Produkte. Aber auch der Bürger müsse bei der Energiewende mitmachen. Die Aufgabe der Politik sei es nun, die komplexe Gesetzesebene in ein durchsetzbares und verständliches Umsetzungskonzept zu bringen. Deutlich verwies er auf die zentrale Bedeutung des Gebäudebereichs für die Erreichung der Energieeinsparziele. „Die Politik muss sagen, wo die Reise für den Bürger hingeht“, sagte Bomba. Aus diesem Grund werde die Bundesregierung noch in diesem Jahr ihren Sanierungsfahrplan veröffentlichen, versprach Bomba. Die Maßnahmen im Gebäudebereich müssten auch mit den anderen energierelevanten Bereichen vernetzt betrachtet werden, insbesondere mit dem Verkehr und der Stadtplanung. Das BMVBS arbeite dafür an einem Konzept, das auf fünf Säulen beruhe: 1. Mehr dezentrale Energieerzeugung, 2. Energetische Sanierung des Gebäudebestands, 3. Hocheffizienter Neubau in Kombination mit Elektromobilität, 4. Elektromobilität, 5. Neue Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie.

Klaus Franz, Präsident des Gesamtverbandes Dämmstoffindustrie und Repräsentant der von der dena koordinierten Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea), hob die Gebäudesanierung als vierte Säule der Energiewende hervor. Anders als bei den erneuerbaren Energien, den Netzen und den Kraftwerken stehe Energieeffizienz kurzfristig zur Verfügung und sei wirtschaftlich.  Franz betonte darüber hinaus die Notwendigkeit, die Erkenntnisse aus den „Leuchtturm-Sanierungsprojekten“ der dena in die Breite des Sanierungsmarktes zu tragen. „Es braucht eine qualifizierte und zertifizierte Energieberatung sowie individuelle Sanierungsfahrpläne“. Auch Franz warb eindringlich für den bedarfsbasierten Energieausweis. Wichtig sei ein guter Mix zwischen Anreizsystemen, Ordnungsrecht und der richtigen Förderung, um den Sanierungsmarkt in Deutschland in Schwung zu bringen.
Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) betonte nochmal die Bedeutung der steuerlichen Anreizförderung. „Wir müssen auch ehrlich sagen, wenn etwas gescheitert ist. Wir brauchen jetzt hier eine klare Entscheidung“,  sagte Schulte und forderte gleichzeitig eine Verstetigung der KfW-Förderprogramme.

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