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Studie: Integration der erneuerbaren Energien in den deutsch-europäischen Strommarkt.
Die Studie „Integration der erneuerbaren Energien in ...weiterlesen

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24.08.2012

dena-Geschäftsführer kommentiert Kritik an neuer dena-Studie.

Die dena erstellt faktenbasierte Studien, auf deren Ergebnisse man sich verlassen kann. Worauf man sich in der Debatte um die Energiewende leider auch verlassen kann, ist die Schwarz-Weiß-Malerei von bestimmten Akteuren, die sich zu einer umfangreichen Studie äußern, ohne wirklich einen Blick auf die Ergebnisse zu werfen und stattdessen mit schnellen und falschen Vorverurteilungen arbeiten, wie zum Beispiel, dass sich unsere neue Studie gegen die Energiewende richten und nicht auf wissenschaftlicher Expertise beruhen würde.

Die dena plädiert in ihrer neuen Studie „Integration der erneuerbaren Energien in den deutsch-europäischen Strommarkt“ für einen ausgewogenen Technologiemix zwischen erneuerbaren Energien und konventionellen Kraftwerken, das heißt Gas- und Kohlekraftwerken, und geht dabei von Zielsetzungen aus, die die Bundesregierung formuliert hat. Die Studie geht nicht gegen die Erneuerbaren. Ganz im Gegenteil: Sie macht deutlich, dass wir ein neues Marktdesign für das Stromsystem benötigen, wenn wir die Erneuerbaren deutlich und kostenverträglich ausbauen wollen.

Potenziell sind regenerative Energiequellen in der Lage, die Stromversorgung zu 80 Prozent zu übernehmen. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Es geht um den Aufbau einer neuen Infrastruktur und die Integration von neuen Speichertechnologien, die für den Ausbau der Erneuerbaren erforderlich sind. Dieser Wandel wird Jahrzehnte dauern und hohe Kosten verursachen. Auch das ist kein Argument gegen den Ausbau der Erneuerbaren, sondern für den Umbau des Energiesystems mit Plan und Sachverstand. Die Kosten für den Umbau des Energiesystems werden wettgemacht mit den „Gewinnen“ der Energiewende: der Abkehr von der Atomenergie, der Vermeidung von klimaschädlichen CO2-Emissionen oder verheerenden Umweltkatastrophen, wie im Golf von Mexiko vor zwei Jahren.

Wer heute 100 Prozent Erneuerbare fordert und alles andere als „Kohlelobbyismus“ diskreditiert, muss eine Antwort darauf haben, wie Erneuerbare auch eine gesicherte Leistung von 100 Prozent stellen können, wie sie in das Stromsystem integriert werden können und welche Kosten dies verursacht. Der Atomausstieg und der Ausbau der erneuerbaren Energien sind erst der Anfang. Energiewende heißt auch: mehr Netze, mehr Speicher, mehr Flexibilisierung bei Erzeugung und Nachfrage – und Energiesparen wo immer wirtschaftlich möglich. Dies alles muss zusammengedacht und zusammengebracht werden und ist ein unglaublich komplexes Unterfangen. Wer keine realistische und in der Praxis umsetzbare Antwort darauf hat, versteckt sich vor den tatsächlichen Aufgaben und Herausforderungen.

Als integrierter Industriestandort benötigt Deutschland eine hohe Versorgungssicherheit, Netzstabilität und konkurrenzfähige Preise für die Industrie, aber auch sozialverträgliche Strompreise für die Bevölkerung. Daher wird, bis die oben genannten Bedingungen erfüllt sind, Deutschland einen Teil des Strombedarfs über fossile Kraftwerke auf Kohle- und Erdgasbasis decken müssen. Für ein Industrieland wie Deutschland ist eine ausreichende gesicherte Erzeugungsleistung unabdingbar. Wind- und Photovoltaik-Anlagen werden diese Leistung auch 2050 noch nicht liefern können. Deshalb braucht es gleichzeitig noch konventionelle Kraftwerke.

Unserer Studie wird vorgeworfen, sie sei ein „Frontalangriff auf die Energiewende“. Das klingt martialisch, als ob wir uns im Krieg um die Deutungshoheit über die Energiewende befinden. Statt auf Polemik wird die dena weiter auf Sachverstand, gute Argumente und den Dialog setzen. Denn alles, was die dena erarbeitet und veröffentlicht, hat genau ein Ziel: die Energiewende in Deutschland voranzubringen und dabei Versorgungssicherheit, Klimaschutz und bezahlbare Preise im Blick zu haben, ohne einem dieser Ziele den Vorrang zu geben und die anderen zu vernachlässigen.

 

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